hilflich,
adj. und adv. hilfe bringend, helfend, fördernd, mhd. helfelîch, helflîch, hilflîch, hulflîch (Lexer
wb. 1, 1230),
ein früher viel gebrauchtes wort, das uns jetzt, theilweise zu gunsten von behilflich,
ungewohnt geworden ist: helflich, hülflich,
auxiliarius, auxiliaris, juvans, adjuvans Stieler 837; hilfliche kraft, oder das hilf bringt,
auxiliaris vis Maaler 220
d; der turteltauben art ist, wer ir pluot nimt auʒ dem rechten flügel und tuot eʒ dem menschen in sein krank augen, den ist eʒ hilfleich. Megenberg 226, 2; Galiênus spricht, daʒ der eʒʒeich gar hilfleich sei den dingen, diu hitzig nâtûr habent, und gar schedlich den, diu kalt nâtûr habent. 352, 35; ein nützliche speisz, die der heilung fast hülflich ist. Paracels.
chir. schr. 23 C; honig genossen ist auch hülflich und bekompt wol dem presthaften halsz. Bock
speiskammer 25; hülfliche arznei. Butschky
hd. kanzl. 646;
noch jetzt in Tirol hilflich,
was hilft, a hilfiige kost. Fromm. 6, 148; das sei dem konig der ern gedankt, der mir sein hilflich gnod hat ferlihen. Rosenblut
in den fastn. sp. 1148.
Meist in formelhaften fügungen verwendet; so verbunden mit einem adjectiv gleichen sinnes: also folget, das die taufe alle leiden und sonderlich den tod, nützlich und hülflich machet, das sie nur dienen müssen der taufe werk. Luther 1, 186
b; ehe denn er dem könige Jerobeam so rehtig und hülflich war. 3, 198
b; förderlich und hülflich sein.
br. 4, 212; wolt ich ihnen hülflich und räthlich sein. Götz v. Berl. 93; wiewol ein philosophus mag erkennen, dasz alles das, so hilflich und beihendig ist dem zergenglichen, auch zergenglich ist. Paracelsus
opp. 2, 6; hülflich und berathsam.
b. d. liebe 209
d; so viel in unserm vermögen steht, wollen wir ihm allezeit hülflich und beiräthig sein. Chr. Weise
unvergn. seele 114; mir hülflich und beistendig sein. H. Sachs 3, 1, 232
b; so wöll wir all die götter lobn, dasz sie uns zu dem regiment hilflich und auch bestendig send. J. Ayrer 50
c (267, 1
Keller).
in der formel einem hilflich sein: das e. w. wolte im zu seinem studio hülflich sein. Luther 6, 2
a; aber wo du imer bleibest wie vor, so kan dirs nicht hülflich sein. 297
b; ich fur mein person, kan der guten frawen durch mein schriftlich furbitte an ewern landsfürsten nicht hülflich sein. 8, 172
b; das wir sollen jedermann hülflich sein.
br. 2, 456; gegen einander hilflich, freundtlich, herzlich, willig und geneigt zuo verzeihen.
kr. d. f. 55; so hat er auch der arznei solche kraft geben, dem menschen hülflich zu sein. Paracels.
opp. 1, 312; nit anders dann wie das Hungerland mit ochsen hilflich ist. Frank
weltb. 54
b; so man allen nicht hülflich sein kan.
Rein. fuchs (1650)
s. 275; Maria und sant Anne wöllen mir hilflich sein in allen meinen dingen. Uhland
volksl. 132; so wil ich bei dem vatter mein dem könig dir auch hülflich sein. H. Sachs 3, 1, 21
b; den nechsten sönd ir hilflich sin.
trag. Joh. B vij; denn er allein kan hülflich sein. B. Ringwald
geistl. lieder D 2; das ihnen gott wolt hülflich sein.
evang. G 2
b; nicht herrschen, auch nicht dienen; freund- hülf- und tröstlich sein, disz ziemet sich den weibern, gibt ihrem ruhme schein. Logau 3, 223, 27; denn euch (
nymphen) gaben die götter, was sie den menschen versagten, jeglichem der euch vertraut, tröstlich und hülflich zu sein. Göthe 2, 130.
ähnliche fügungen: so bin ich demnach ganz gutwillig und vorbereit e. l. mit allem meinem gut, land und leuten, gelt, und schatz hülflich zu erscheinen.
Amadis 53; meine zehren werden den eurigen hülflich erscheinen. Butschky
kanzl. 901; disem nach geruhen e. gn., mir mit einem milden subsidio hülflich zu erscheinen. 124; es lief alles hinzu ihr hilflich beizuspringen.
Simpl. 3, 351
Kurz; warumb stundst ir nit hülflich bei. H. Sachs 3 (1588) 2, 196
b; vergasz damahlen nicht der gnadenreiche got mir hülflich beizustehen. Weckherlin 63; lasz sich dein heil doch hülflich zu mir neigen. Opitz
psalmen s. 226; wer verleumdung hört, ist ein feuereisen, wer verleumdung bringt, ist ein feuerstein: dieser würde nichts künnen thun und sein, wolte jener nicht hülflich ihm sich weisen. Logau 2, 166, 38; dasz sie ihn hülflich woll der todsgefahr entschütten. Birken
östl. lorbeerh. 76; hilfliche hand: weil ihnen die Holländer und Brabänter hülfliche hand leisteten. Micrälius 3, 369; er wolle ihr mit hülflicher hand beistehen, nach seinem geringen vermö
gen. Schuppius 489; mein bitten, der herr wolle mir darinnen hülfliche hand leisten. Butschky
kanzl. 299; man mus von dem himmel hülfliche hand flehendlich erwerben. 677; durch ihre hülfliche hand spielet die natur mehr in diesen flüchtigen geschöpfen (
blumen), als in edelgesteinen. Lohenstein
Arm. 2, 427
b; da hat ein armer dem andern die hülfliche hand geboten. Scriver
seelensch. 2, 230; dasz viele gelehrten ... einander hülfliche hand bieten und gemeinschaftlich arbeiten. Mattheson
vollkomm. capellmeister vorrede 9; ohne zweifel hatte er auch dem kaiser Philipp in der kurz vorher unternommenen belagerung von Braunschweig hülfliche hand geleistet. Möser
osn. gesch. 3, 7; wenn uns geschäfte zerstreuen und hülfliche hand leisten sollen. Hippel 4, 430; hülfliche hand,
subsidium quod magistratus magistratui praestat, wenn ein magistrat dem andern hilft. Frisch 1, 440
c.