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hermelin

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hermelin

Bd. 10, Sp. 1113
hermelin , n. mustela erminea. 11) das wort ist eine verkleinerungsform zu harm (sp. 481) und gegen diese letztere wegen der kleinheit des thieres oft angewendet worden; bis ins 16. jahrh. übrigens in verschiedenen formen, je nach der mundart: mygale härmli, hermelen, hermlin, hermlein, hermelchen Dief. 360c; salemon hermel, hermelchin, hermelein, hermlin 508a; mustela silvestris vel rustica, ein marder, hermelchin. Alberus Ss 4b; in unseren landen so bergechtig und rauch ist, söllend die wisele alle summerszeit braun oder rotlecht sein: winterszeit aber weisz, als dann söllend sy hermely oder hermlein genennt werden. Forer thierb. 149b; der mützer oder härmle, mus araneus, sorex. Maaler 295a; da komen zobeln, mardern, lüchsz, wolf, otter, byber, iltisz, füchsz, werk, hermlen, lasten, vielfrasz, bern, und lassen sich irn meister lern. B. Waldis Esop 4, 34, 43; vergl.härmel und härmelchen sp. 482. die beispiele erhärten, dasz man unter dem worte bis zum 16. jahrh. verschiedene einheimische glieder der gattung mustela verstand, am häufigsten das wiesel in seinem weiszen winterkleide (es heiszt noch im 18. jahrh. in Düringen verderbt hälmichen. Göchhausen not. venat. 1741 s. 60), dessen pelz man als köstliches futter schätzte: si truoc ein mantellîn dar obe, daʒ was vil guot scharlachen rôt. dar ûʒ ein liehtes fuoter bôt ie wîʒen unde blâwen schîn: daʒ was durchliuhtic hermelîn. Engelhart 3102; ein syden rock mit mösch und hermel underzogen. Murner geuchm. y iiijb. dies pelzwerk zu tragen galt, wenigstens seit dem 15. jahrh., als vorrecht der höchsten personen, und es ist dasselbe, was in der Augsburger reichspolizeiordnung von 1548, tit. 13, § 3 neben zobel als höchstes futter aufgeführt und schon grafen und herren anzuwenden verboten wird. diese ausgezeichnete verwendung des pelzes, dessen stelle an kleidungsstücken und kopfbedeckungen überdies eine fest bestimmte war, wird auf die versteinerung der namensform in der weise eingewirkt haben, dasz sie nach dem 16. jahrh. sich den veränderten formen der diminution entzog und bei der alten stehen blieb. dadurch aber trat das wort nach und nach überhaupt aus der reihe der diminutiva heraus, sein geschlecht wird schwankend masculin (man denkt an pelz), es wird im sprachbewustsein als ein fremdes angesehen und, wie ein solches, hermelín betont: doch muszt du fliehn den hermelin der junge busen verhüllet. Hölty 194. 22) dasz im mittelalter auch das sibirische wiesel, mustela erminea, und dessen pelz in den deutschen landen als eine besonders kostbare nebenart des einheimischen wiesels gekannt, und wiewol selten gebraucht ward, ist gewis, und geht schon aus der beschreibung des betreffenden pelzwerks hervor: ein ort lie sich dar inne (im schilde) spehen, daʒ was mitalle wîʒ hermîn, dar ûʒ diu kleinen zegellîn des hermelînes lûhten, diu swarz geverwet dûhten sam ein schînât unde ein kol und ûf daʒ ort gesprenget wol beide wider unde für. Konr. v. Würzburg turnei 599; auch ist der zobel als köstlichstes pelzwerk geschätzt und mit hermelîn zusammen genannt: declachen hermînvil manegiu man dâ sach, und von swarzem zobele. Nib. 1764, 1. doch fällt auf, dasz naturgeschichtliche werke noch des 16. jahrhunderts, z. b. Forers thierbuch, dieser wieselart nicht gedenken. ausdrückliche bestätigung der kenntnis bringt erst das 17. jahrh., zunächst Stieler, der, immer noch unsicher, gewährt: das hermlein, mus muscoviticus, sarmaticus, mustela scythica, alias vehe, doch neben: ein belz von hermlein, rheno ex mustela alpina. 830; später sicher Steinbach: das hermelin, pellis murina Russorum pretiosa, muris pontici pellis. 1, 739. seit dieser zeit findet man auch in sammelwerken ausführliche nachrichten über dieses thier und seinen pelz (vergl. z. b. Hübners handlungslex. 1712 878). jetzt bezeichnet hermelin nicht nur das thier und seinen pelz: kleine weisze spitzen (auf den knospen der pfirsiche) .. die, wie ein weiszer pelz von hermelinen zum schutz der zarten blühte dienen. Brockes 2, 33; auch das aus letzterem gefertigte kleidungsstück: und um seine schulter spielet ausgeplüscht ein hermelin. Herder zur lit. 5, 93 (Cid 15); oft als symbol der würde: mit dem hermelin bekleidet werden (als fürst). in den fürstlichen wappen ist hermelin und gegenhermelin (schwarz mit weiszen flecken) angebracht. Weber ars heraldica (1696) s. 39. 33) hermelin, übertragen auf ein pferd von sehr bleichgelber farbe; ferner auf eine conchylienart, conus capitaneus. Nemnich. 44) hermelin für kamille, s. oben hermel.
4541 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    HERMELÎN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    HERMELÎN s. HARM.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hermelînn.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    hermelîn , hermelen , harmelîn , -en , vgl. 2 harm, n. , 1. Hermelin, großes Wiesel, Mustela erminea. 2. Hermelinfell, P…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hêrmelīn

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Hêrmelīn , des -es, plur. die -e, Diminut. das Hermelinchen. 1) Eine Art Wiesel, welche ganz weiß und nur an der äuß…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hermelin

    Goethe-Wörterbuch

    Hermelin a die Wieselart (als Fabelfigur) [ nach Reinekes Sieg üb Isegrim ] Seine Freunde waren nun auch der Marder, die…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hermelin

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hermelin , großes Wiesel (Putorius Erminea) , ein zur Gattung Iltis gehöriges Raubthier, in Europa und Asien, besonders …

  6. Sprichwörter
    Hermelin

    Wander (Sprichwörter)

    Hermelin Wenn das Helmli 1 im Frühling weisse Farben trägt, so schneit's noch mal; erscheint's im Herbst weiss, so schne…

  7. Spezial
    Hermelin

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Her|me|lin (Mustela erminea) n. (-s,-e) ‹zool› ermelin (-s) m. , picia belora f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hermelin

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von hermelin

hermel + -in

hermelin leitet sich vom Lemma hermel ab mit Suffix -in.

Zerlegung von hermelin 2 Komponenten

herm+elin

hermelin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hermelin‑ als Erstglied (11 von 11)

Hermelinchen

GWB

hermel·inchen

Hermelinchen Spottname für Amor 1) [ Teufelchen von Amor: ] O wie das Kaninchen, | Das H., | Sich windet, sich ziert! 14,243 Zu Faust I Zwei…

Hermelinfelle

Meyers

Hermelinfelle , die weißgelben bis reinweißen Winterpelze des Hermelins, die aus Sibirien und Rußland in den Handel kommen. Nach den Gegende…

Hermelinkragen

Campe

hermelin·kragen

○ Der Hermelinkragen , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Kragen von Hermelin. »— wenn er ihn trotz seines Purpurmantels und Hermelinkragens ei…

hermelinmantel

DWB

hermelin·mantel

hermelinmantel , m. : ( der doge von Venedig ), im längsten goldenen talar, mit dem hermelinmantel. Göthe 27, 129 .

hermelinpelz

DWB

hermelin·pelz

hermelinpelz , m. 1 1) pelz des hermelins. 2 2) eine conchylienart, conus mustelinus. Nemnich 2, 1190 ; auch hermelinschwänzchen.

hermelinus

MLW

* hermelinus (e-, har-, -mil-), -a, -um. ( theod. vet. hermilî(n), hermelîn, harmilin) 1 adi.: a muris silvestris similis, qui muris silvest…

hermelinwiesel

DWB

hermelin·wiesel

hermelinwiesel , n. : die behaarten bälge des im nördlichen Europa, in Norwegen, Lappland, Sibirien und in Canada lebenden hermelinwiesels, …