Heilicht,
Heiling f.,
m.: 1.
heiliχt Sg. t.
f. Verbindung zwecks Heirat,
auch die durch die Eltern oder Anverwandten abgesprochene Einigung zur künftigen Ehe, während die Verlobungsfeier
Wingkef halen heisst;
hean as op de H. gangen (ausgangen) auf die Brautsuche;
em (einem)
en H. machen eine Braut verschaffen, eine Verbindung zum Zwecke der Eheschliessung vermitteln ohne Zutun der künftigen Brautleute;
Pitter hot dem Klos sein H. gemach; hean hat sich selwer die H. gemacht sich selbst die Braut gesucht;
en H. omstussen eine Heirat verhindern;
ech wess en neu H. ein neues Brautpaar uSaar, Hochw, Trier (
n. Mos), Bitb, SPrüm (nur in diesem Geb.) [Bernk-Neumag
Heilich scherzh. Heirat]. — 2. [Wk. III 15 gilt nur für Bed. 2;
sie zeigt, dass für diese eigenartige Feier noch geschlossene, freilich sich auflösende Geb. vorhanden sind, während grössere Räume keine derartige Feier vermelden]; das Wort reicht von Merz-Bergen, Simm-Laub Wohnr Rheinböllen, Goar-Bickenb Dörth Kratzenbg Morshsn Liesenf NGondershsn an nach
N., u. zwar
hiliχ, –leχ f. Simm, Goar [
-i- u.
-ī- Simm-Laub;
-ī- Simm-Hollerich Neuerk], Bernk-Wehlen Weiperath Wintrich [
-ī- Noviand;
-e- Graach], Zell, Koch, Kobl, May, ODaun, Aden, Ahrw, Schleid-Blumenth Dahlem, NPrüm (rip. Teil) [
-e- Schleid-Baasem, Prüm-Reuth], Malm, Monsch; rrhn. Neuw, Altk [
-ī- Neuw-Engers, Altk-Bitzen Dünnebusch Seifen;
hilχ Altk-Breitschd Horhsn];
hęiliχt, hei- f.,
m. Merz-Bergen, uSaar (Saarbg-Ockfen Orscholz Schoden Wellen), Trier-Hochw (Crettnach Lampaden Kell Mandern Tarforst OEmmel), Wittl [
hīliχ Trier-Trittenh;
hi- Saarbg-Orscholz, Trier-Heidenbg, Wittl-Bengel Luxem Platten Reil;
hīliχt Trier-Irsch, Wittl-Landschd, Bitb-Sülm;
hi- Trier-Mandern;
he- Saarbg-Schoden Ockfen, Trier-Kell Lampaden Bonerath];
heiləχ WDaun [
-χt Daun-Berling Deudesf;
heiliχ u.
-i- Gees Pelm;
-øy- Kalenborn], Prüm [
-liχt Mürlenb Ihren;
høy- u.
hiliχ Habschd Schönf Schüller Stadtkyll, Monsch];
hiliχ m. Aden [
-ī- Hümmel Lind Pitschd], Schleid [
-ī- Eicks Engelgau Hecken Heimb Herhahn Call Keldenich Nettersh OReifferschd Roggend Sistig Udenbreth Vlatten Wollseifen;
-e- Berk Schmidth], Ahrw [
-ī- Calenborn Kirchsahr Kräling Öding Ringen];
hīliχ, –ləχ m. Rip in Eusk [
-i- Billig], Rheinb [
-e- Rupperath], Bo, Köln [
-i- Urb Zünd], Bergh, Grevbr-Hülchr, MülhRh, Sieg [
hīləs Dahlhsn], köln. Teil von Neuw, WWaldbr, WWippf, Gummb-Hombg Osbghsn;
hīleŋ(k), hī:- sonst OBerg, NBerg, Ruhr [
-i- Waldbr-Dreschhsn Eckenhg Stdt, Wippf-Egen Hahnenbg Thier, Sol-Ohligs (u.
hiliχ) Gräfr Leichl; nach dem Rheine zu
hīliχ, meist
-i- Düss, Mettm],
hīliŋ Klev, meist Sg. t. kleine Feier am Abend der Ziviltrauung oder bes. am Samstagabend vor dem ersten kirchl. Aufgebot [ursprüngl. die Verlobung, die Beratung der beiden Eltern, so noch bekannt als veralt.; kleine Feier acht Tage vor der Hochzeit Neuw-Asb;
kirchliche Verlobungsfeier Kobl-Winning; am ersten Verkündigungstage u. am Tage vor der Hochzeit Gummb-Berghsn], bes. als Tag des Abschiedes aus dem Junggesellenkreis gefeiert, meist im Hause der Braut; vorher schiessen die jungen Burschen, verüben grossen Lärm mit Kesseln udgl., werfen Scherben vor das Haus, schleifen auf einem Karrenrade (
et Hilichsschleifen Aden) u. sammeln sich allmählich am Hause der Braut (des Bräutigams, der die Kosten trägt, die Braut bestreitet die Hochzeit Monsch), wo sie vom Bräutigam zu einem Trunke hereingerufen werden;
haut Owend es H.; H. halen (firen); de hät H.; die zwei hant H.; dis Johr hatte mer at (schon)
drei H.ə; bei den N. op den H. gohn; H. (an)schieten [H. kloppen Altk-Fluterschen;
de H. werd geschliff Aden-Tünsd];
die kren (kriegen)
de H.;
den H. hollen den Trunk einholen
(de Jür enhollen; s. auch
Heulbier) Verbr. in dem übrigen Geb. (also nicht WMosfrk). — Der Anführer der Burschen, den
H.sstab (
s. d.) in der Hand, spricht:
Ich habe heute Abend vernommen, es sei ein Jüngling in unsern Rosengarten gekommen u. habe uns die allerschönste Ros' oder Jungfrau genommen; dafür fordern wir, was uns vom Kaiser u. König anerkannt wurde, nämlich ein, zwei, drei Dutzend Kronentaler oder besser gesagt zwei Taler u. soviel Schinken u. Braten, als dieser Tisch tut ertragen, oder soviel Bier u. Wein, dass es für die Siebenbacher Jungen genug könnt sein! Aden-Siebenb. Lied, gesungen bei der
H.: Guten Abend, mein Kind, guten Abend, mein Schatz! Ich komm aus Lieb zu dir, mein Kind, aus Lieb zu dir, mein Kind, mach mir auf die Tür, mach mir auf die Tür. — Die Türe ist schon zu, alles schläft in guter Ruh; es wird niemand hereingelassen heute abend von den Strassen bis morgen früh. — Morgen früh hab' ich keine Zeit, sonst sehn mich alle Leut; hättst du mich hereingelassen gestern abend von den Strassen, hättst du mich erfreut! Koch-Laub.
Ich hab mein Feinherzliebchen so lang nicht mehr gesehn, ich sah sie gestern abend bei einem andern stehn. Ich tat sie freundlich grüssen, der Vater soll's nicht wissen, das hat mich sehr verdrossen. Der Vater wird's gewahr, dass jemand bei ihr war. Wart, du junges Mädchen, es wird dich schon gereuen. Wenn andere junge Mädchen zum Tanzboden gehn, so musst du, junges Weibchen, mit deinem zarten Leibchen wohl bei der Wiege stehn, musst singen: Heiapopeia, schlaf, du kleines Mäus-chen, schlaf, schlaf in guter Ruh, und tu die kleinen Äuglein zu! Koch-Haur.
Du Schönste aller Schönsten, was hör ich von dir, hör ich von dir? Willst du dich heiraten, schönes jnnges Blut, dann wirst du erfahren, was heiraten tut. Bald hast du kleine Kinder, bald hast du grosse Not; die Kinder, die schreien zum Vater: wir haben kein Brot; bald hast du kein Bettchen, bald hast du kein Geld. Ei, so höre, die schöne Trompete im Feld, die sch. Tr., die sch. Schalmei, bleib getreu du als Mädchen, ich bleibe Junggesell! Aden-Quiddelb.
Wir sind getreten in dieses Haus herein u. begehren Braut u. Bräutigam herbei; wir wünschen Euch allen einen guten Abend, die wir hier herein sind gegangen. Höret an, das ist unser Verlangen: Hier hab ich den St. Michelsstab in der Hand, unter welchem ich Euch anzukündigen habe eine grosse Strafe, die Ihr in drei Artikeln strafmässig geworden seid: Sankra, krammina et dankra, miniat banga, schütz kana. Diese Worte, welche ich auf Latein zu Euch gesprochen habe, habe ich mit der Kuchenpfanne herausgegraben u. vergleiche sie mit den drei folgenden Artikeln; ehe wir aber über diese Sache weiterreden, lasst uns anrufen den hochnötigen Beistand des Herrn Bräutigams, damit er uns mal zapfe seines Tranks! — I. Artikel: Sie sind in unsern Rosengarten eingedrungen u. haben uns das beste Röslein herausgerungen, dessen wir keineswegs zufrieden sind; dafür müssen Sie uns zur Strafe geben soviel Bier und Wein, als sieben Mühlen können treiben, u. soviel Ohmen Branntwein, als hundert Mann können vor sich scheiben. — II. Artikel: Sie sind in unsern Schafstall eingedrungen u. haben uns das beste Lämmlein herausgerungen, dessen wir auch keineswegs zufrieden sind; dafür müssen Sie uns zur Strafe geben soviel Braten u. Schinken, dass Eure Tische darunter niedersinken; o semper poma, ubo lescatorum am 11. Kapitel; so schreibt der Gänseschneider von Dollendorf an der kalten Mühle u. an der glasernen Herberge, wo et da hesch (heisst),
Ihr Jonge un Mädchen, lot (lasst)
de Döppe un Kanne net us der Hänge (Händen)
falle, domet se net zerbreche. Ehe wir über die Sache weiterreden, lasset uns nochmals anrufen den hochnötigen Beistand des Herrn Bräutigams, damit er zapfe seines Trankes. — III. Artikel: Das ist aber die grösste Klage, die ich jetzt selber sage: sie war weder Röslein noch Lämmlein, sie war der schönsten Jungfrauen fein; drum, weil wir eine Jungfrau müssen verlieren, müssen Sie mit uns akkordieren, uns bezahlen mit barem Gelde; u. derweil wir noch alle beisammen sind, müssen Sie uns zur Strafe geben 100 Kronentaler u. ½
Malter Kleingeld, das könnte uns gut tun. Nun tu ich noch wünschen dem Herrn Bräutigam über sechs Wochen ein fettes Rind u. der Braut übers Jahr ein Kind, sind's ihrer zwei, gibt's ein ganzes Hausgeschrei; nun tu ich meinen Kameraden winken, zweiundvierzig mal davon zu trinken, bis wir zur Erde niedersinken; hab ich nicht gut gesprochen, so gebet uns das Fleisch u. haltet selbst die Knochen; der Bräutigam u. die Braut daneben, sie mögen beide leben, hoch, h., h.! Bergh-Ahe. — RA.:
Wer om H. es, es der Huhzick (Hochzeit)
gewess MülhRh-NGrützenb. — 3.
helək f. Aussteuer;
et Mädje hat en fien H. Eup.