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Heerschild

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Heerschild

Bd. 2, Sp. 454
Heerschild 1. Das Heerschild hebt vom Könige an.Graf, 28, 10; Lünig, I, 275. Unter Schild ist hier der Stand und Adel zu verstehen. Die Heerschilder der Alten kommen in doppelter Bedeutung vor. Einmal wurde der Stand und Unterschied des hohen und niedern Adels, wie die Ehre und der Vorzug des einen Standes vor dem andern damit bezeichnet; dann aber auch die Mannschaft, mit der ein jeder Stand dem Kaiser und dem Reiche bei Kriegszeiten dienen musste. Im obigen Sprichwort erscheint das Wort in seiner ersten Bedeutung, nach welcher Heerschild die Klassen bezeichnet, in welche der deutsche Adel eingetheilt war. Die Schildberechtigten reihen sich vorerst nach dem Stande, innerhalb des Standes nach dem Lehnsbande. Der König hat den ersten Heerschild; Bischöfe, Aebte und Aebtissinnen den zweiten; die Laienfürsten, seit sie der Bischöfe Mannen geworden, den dritten; Freiherren den vierten, schöffbare Leute und der Freiherren Mannen den fünften; deren Mannen den sechsten; den siebenten hat jeder unversprochene Mann. Versprochene Leute und Rechtlose stehen ausser dem Heerschilde. (S. Recht.) Schild und Helm bestehen in ehelicher Geburt und Frauen guter Herkunft. (Vgl. Graf, 561; Eisenhart, 42.) 2. Das Heerschild kommt vom Vater. – Graf, 57, 206. Wenn die Aeltern verschiedenen Adelsgraden angehörten, so hat das Kind den lehnsrechtlichen Geburtsstand des Vaters. Mhd.: Herschilt kumpt von deme vater. (Homeyer, I, 299.) 3. Herrschild ist ein vnterschied der Ritterschaft. – Klingen, 19b, 1; Graf, 33, 67. D.h. es bezeichnet den lehnsrechtlichen Rang. (S. Freiheit 57.) 4. So mannigfach der Heerschild ist, so vielfach ist des Lehens Frist. – Graf, 559, 57. Mhd.: Also manig der herschilt ist, also manig is der lenurist. (Köhler, II, 468, 61.) 5. So viel es Heerschilde gibt, so oft leiht ein Herr dem andern ein Gut. – Graf, 559, 56. Bis in die siebente Hand konnte der Lehnsmann sein Gut weiter verleihen, da aber die siebente Hand des Dienstmanns die niederste ist, so war für diesen eine Weiterverleihung des Gutes nicht möglich. Mhd.: Als manig hörschilt ist, als offt leyet ein herr dem andern ein gut. (Schwäbisches Lehnrecht, 22, 2.)
2166 Zeichen · 43 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Heerschild

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Heerschild , des -es, plur. die -e, ein in den neuern Zeiten gleichfalls ungangbar gewordenes Wort. 1) Ein Schild, s…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Heerschild

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Heerschild (langobard. arischild ) hieß ursprünglich der zum Zeichen des Aufgebots öffentlich aufgehängte Schild, dann d…

  3. modern
    Dialekt
    Heerschildm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Heerschild m. a. Spr. Ritterschaft: 'do unser ghnedyghe here in de Marke toch mit herschilde' (1372) UB. 18, 128; Heerge…

  4. Sprichwörter
    Heerschild

    Wander (Sprichwörter)

    Heerschild 1. Das Heerschild hebt vom Könige an. – Graf, 28, 10; Lünig, I, 275. Unter Schild ist hier der Stand und Adel…

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Wortbildung

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Zerlegung von heerschild 2 Komponenten

heer+schild

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APA
Cotta, M. (2026). „heerschild". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/heerschild/wander?formid=H00606
MLA
Cotta, Marcel. „heerschild". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/heerschild/wander?formid=H00606. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „heerschild". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/heerschild/wander?formid=H00606.
BibTeX
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