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Hausmann

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Adelung
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Hausmann

Bd. 2, Sp. 1033
Der Hausmann, des -es, plur. die Hausleute, in einigen wenigen Fällen, die Hausmänner, ein Wort, welches nach der verschiedenen Bedeutung der Wörter Haus und Mann auch in einem verschiedenen Verstande gebraucht wird. 1) In den großen Häusern einiger Städte ist es eine anständige Benennung eines Hausknechtes, oder desjenigen Bedienten, dessen vornehmste Pflicht es ist, auf die Reinigkeit und Sicherheit des Hauses Acht zu haben, S. Hausknecht und Hausmeister. Es hat alsdann im Plural die Hausmänner. 2) Das Hausgesinde, die Bedienten, werden zuweilen im Plural die Hausleute genannt. Was wird er uns Hausleuten vermacht haben? 3) Im gemeinen Leben wird es auch sehr oft für Hausgenossen gebraucht, d. i. für diejenigen Personen, welche mit einander in einem gemeinschaftlichen Hause wohnen, so wohl im Verhältniß gegen einander, als auch in Beziehung auf den Eigenthümer des Hauses. Unsere Hausleute, welche mit uns in Einem Hause wohnen, ingleichen, welche bey uns zur Miethe wohnen. Mein Hausmann, mein Miethmann, der bey mir zur Miethe wohnet. Hingegen führet, 4) doch gleichfalls nur im gemeinen Leben, der Hausherr oder Hauswirth, besonders wenn er von keinem vornehmen Stande ist, oft den Nahmen des Hausmannes; daher die Hausbesitzer, oder solche, welche eigene Häuser haben, in einigen Gegenden auch Hausleute heißen. 5) In engerer Bedeutung sind auf dem Lande einiger Gegenden Hausleute diejenigen, welche zwar ein eigenes Haus haben, aber nicht so viel Acker dabey besitzen, daß sie Zugvieh darauf halten könnten, und auch Hausgenossen und noch häufiger Häusler heißen, S. diese Wörter. 6) In einigen Niedersächsischen Gegenden bedeutet Hausmann und im Plural Hausleute, einen jeden Bauer; vielleicht so fern dieses Wort in den ältern Zeiten einen jeden Vasallen bezeichnete, der zu dem Hause, d. i. zu der Familie, oder auch zu dem Schlosse des Lehens- und Eigenthumsherren gehörte. S. Hausmannskost. Alle Ministeriales der mittlern Zeiten werden daher im Deutschen auch Hausgenossen und Hausleute genannt. Im Wallisischen ist Hwsmon ein Ackermann, ein Bauer, im Schwed. aber ist Husman ein Knecht, ein Leibeigener, Huskart aber ein Bedienter, Vasall. 7) Besonders sind im Herzogthum Schleßwig die Hausleute eine Art Landleute, welche in den Marschländern und auf der Insel Femern wohnen, ihre Ländereyen und Höfe mit dem nöthigen Eigenthume besitzen, und vor den eigentlichen Bauern sehr vieles voraus haben. 8) Am häufigsten bedeutet Hausmann und im Plural Hausleute, Personen, welche keine eigenthümlichen Häuser haben, sondern bey andern zur Miethe wohnen, wo es so wohl von solchen Einwohnern geringern Standes in den Städten, als auch, und zwar am häufigsten, von solchen Leuten auf dem Lande gebraucht wird; S. Hausgenoß und Häusler. 9) An einigen besonders Niedersächsischen Orten führet auch der Thürmer oder Thurmwächter den Nahmen des Hausmannes; vielleicht so fern er als ein Dienstmann angesehen wird, welchem der Thurm zu seiner Wohnung und Behausung angewiesen worden; S. die vorige sechste Bedeutung. Daher wird an solchen Orten auch derjenige Thurm,[] welcher von einem Thürmer bewohnet wird, im gemeinen Leben der Hausmannsthurm genannt. Die Fäminina die Hausfrau und Hausmänninn sind in keiner dieser Bedeutungen üblich. Soll das weibliche Geschlecht besonders bezeichnet werden, so sagt man die Hausmannsfrau oder die Frau des Hausmannes. Nur in der vierten Bedeutung, so fern es den Hauswirth bezeichnet, kann im Fäminino die Hausfrau gebraucht werden. Dagegen kann der Plural Hausleute auch Personen beyderley Geschlechtes bezeichnen.
3586 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hausmann

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Hausmann , des -es, plur. die Hausleute, in einigen wenigen Fällen, die Hausmänner, ein Wort, welches nach der versc…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hausmann

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Hausmann , Joh. Friedrich Ludwig, geb. 1782 zu Hannover, später braunschweig. Berg- u. Hüttenbeamter, 1811 Prof. der Min…

  3. modern
    Dialekt
    Hausmannm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Haus-mann m. : 1. 'der Mieter einer Wohnung', -mann [ LA-Gommh ]; 'Untermieter' [ PS-Geisbg ]; vgl. Hausleute . — 2. 'Ha…

  4. Sprichwörter
    Hausmann

    Wander (Sprichwörter)

    Hausmann 1. Auf den armen Hausmann kommt alles. 2. Zuletzt ein Hausmann schlaffen soll, soll sein Sach gelingen wol. – S…

  5. Spezial
    Hausmann

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Haus|mann m. (-[e]s, ...männer) om de ciasa m. , ciasarin (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hausmann

10 Bildungen · 9 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von hausmann 2 Komponenten

haus+mann

hausmann setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hausmann‑ als Erstglied (9 von 9)

Hausmannisch

GWB

hausmann·isch

Hausmannisch ‘H-es System’: vom Mineralogen JFLHausmann geschaffen B36,260,20 Berzelius 3.1.23 K Cornelia Winkelmann C.W.

Hausmannīt

Meyers

Hausmannīt ( Glanzbraunstein ), Mineral, Manganoxyduloxyd Mn 3 O 4 mit 72,03 Mangan und 27,97 Sauerstoff, findet sich in tetragonalen, oft v…

hausmannschaft

DWB

hausmann·schaft

hausmannschaft , f. art und weise eines guten hausvaters: wil ich den hohen schulen in Teutschland rathen, dasz sie etliche lehrer der hausz…

hausmannskost

DWB

hausmann·s·kost

hausmannskost , f. nahrung wie sie ein hausvater gewöhnlich für sich und die seinigen bereiten läszt: ein gemeiner soldat ( erhält ) desz ta…

hausmann als Zweitglied (1 von 1)

gotteshausmann

DWB

gottes·hausmann

gotteshausmann , m. , pl. ungebräuchlich, dafür -leute ( s. d. ). 1) im obd., vor allem alem. der zu einer geistlichen grundherrschaft, beso…