Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Hascherl
Hascherl
1haschen Vb. ‘schnell (er)greifen, zu fangen suchen’, mhd. erhaschen ‘ergreifen’ (14. Jh.), frühnhd. (omd.) haschen ‘ergreifen, (nach vorausgegangener Verfolgung) einfangen’ (16. Jh.) setzt wie schwed. (mundartlich) haska ‘nachlaufen’ ein germ. ōn-Verb voraus, das, wenn *hask- aus *hafsk- hervorgegangen, als Intensivbildung zu der unter -haft, haben und heben (s. d.) angeführten Wurzel ie. *kap- ‘fassen’ gestellt werden kann. Das vornehmlich omd. Verb gelangt durch Luther in die Literatursprache. – Häscher m. ‘Gerichtsdiener, Büttel’ (16. Jh.), heute zuweilen noch geringschätzig ‘von einer Instanz (zu einem bösartigen Zweck) beauftragter Verfolger’. Hascherl n. südd. öst. ‘bedauernswertes Wesen’ (19. Jh.), bezeichnet eigentlich ‘das zu Ergreifende, Erhaschende’, also das einzufangende Kleingetier oder das im Einkriegespiel einzuholende Kind, doch versehen mit einem Mitgefühl, Zuneigung oder Zärtlichkeit ausdrückenden Deminutivsuffix.