Halfen,
Halfer m.: 1.
haləfə, –fən, doch auch
-fər bes. Bo, Köln, Bergh, Dür, Erk; Pl. wie Sg. oder
-fənts Verbr. Rip (südl. Orte Aden-Kaltenborn, Prüm-Ihren, kurköln. Teil von Neuw) im Geb. grösserer Höfe, Sol (sonst NBerg Bed. 1 c), SNfrk (nördl. Orte Kemp-Burgwaldniel
-ǫ-) ursprüngl. Halbmann, –winner,
d. h. einer, der von dem Grundherrn ein Gut gegen den halben Ertrag bewirtschaftete; die Abfälle (Stroh udgl.), der Ertrag der Viehzucht verblieben ihm ganz; er musste die Kosten der Bewirtschaftung ganz bestreiten; heute: a. Pächter eines grösseren Bauerngutes;
mer han enen H. op usem Hoff setze. — b. Besitzer eines grösseren Bauernhofes, der oft früher wirklich einem Halbwinner vom Grundherrn übergeben war. so dass der Nachkomme dieses, der
H. des Ortes, jetzt Besitzer des
Halfeshoff ist; Grossbauer
(ene schwere, decke H.) schlechthin Allg.;
Ongerh. Gutsverwalter als Stellvertreter des Gutsbesitzers Bergh. RA.:
Su deck wie ene H. Dür.
He brück (neckt,
s. bräuten)
den H. er trotzt zu seinem eigenen Nachteil, bes. gebraucht, wenn Kinder aus Trotz nicht essen wollen Köln.
Me darsch (darf)
net hirode Halfesch Döchter, Müllesch D. on Pastursch Köchennen weil sie nicht zu sparen gelernt haben Eusk-Billig.
Du sis (siehst)
us öm de Mul wie H. Krem (Mutterschwein)
öm de Arsch zu einem Kinde, das sich im Gesicht beschmutzt hat Rheinb-Miel. — c. Mieter;
enen H. em Hus han; bi dem Mester als H. wonnen Gummb, Elbf (selten), Sol, Wermelsk, Remschd, Düss-Hilden. —
d. übertr. dicker Kerl Dür, Verbr. — 2.
-fər, Pl.
-ərə uMos;
-fən Sg. u. Pl. mMos, Saar bis
ca. 1890 Fährmann, der mit seinen Pferden ein Schiff flussaufwärts schleppt, vor der Einführung der Dampfschleppschiffe auf der Mos, an der Saar noch heute; die Saarhalfen, meistens Bauern aus dem Kreise Saarbg, trugen einen niedrigen, schwarzen Hut mit breiter Krempe u. einer schmalen, buntfarbigen Schnur; im Hute führten sie eine blau-, rot- oder weissgestreifte baumwollene Mütze mit, welche sie über den Kopf zogen, sobald sie den Hut ablegten; um den Hals hatten sie ein rotes, baumwollenes Halstuch gebunden, u. auf dem Leibe trugen sie ein grobes, hanfleinenes Hemd; die kurze Jacke war von grauem oder weissem Tirtei oder starkem Leinen, die Hose dagegen von dicker, weisser Leinwand; über der Jacke trugen sie einen noch kürzeren, blauen Kittel u. über der Hose bis übers Knie reichende Gamaschen; hatte ein Schiffer zur Bergfahrt
H. notwendig, so liess er sie ins Wirtshaus kommen, um sie zu heuern; dabei wurde Wein aufgetischt, der aus
einem Glase getrunken wurde; beim Fahren war es Gebrauch, dass jeder
H. morgens beim Aufbruch Branntwein, um 10 Uhr ein halbes, mittags u. abends ein ganzes Quart Wein erhielt; ausserdem bekamen sie, wenn eine gefährliche Stelle glücklich passiert war, den sog.
Welleswein; während der Fahrt sass der
H. auf einem der Pferde, wobei er die Beine auf der rechten Seite herunterhängen liess; die lange Peitsche gebrauchte er zu oft unbarmherzig, sein
Joho, j.! schreiend.