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Hafer I

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Eintrag · Rheinisches Wb.

Hafer I

Bd. 3, Sp. 57
Hafer I Rhfrk -aw- an der Nahe, Wend, Birkf, Ottw, Saarbr, in Saarl mit Ausn. w. Ittersd Karling Guising KerprichHemmersd u. innerh. Rehling Pachten Diefflen Nalb Düppenw, wo -āw- herrscht; im Hunsr -āw- n. u. w. Simm-Mörschb Schnorb Argenth Reisw Tiefenb Mengerschd Ravengiersbg; an der Saar weiterhin von NSaarl aus -āw-, –ā:w- bis Saarl-GrHemmersd Siersd, Merz-Haustdt Hargarten Oppen; innerh. einschl. Saarl-Fürw Eimersd, Merz-Ficking, Saarl-Fremersd Biring -·ə.-; n. Merz-Mond Mechern Menning Merching Rissenth bis einschl. Saarbg-Büschd Tünsd Taben Rodt Hamm OZerf Hentern Lampaden nach O. zum trier. Hochw. hin -:w- [Merz-Stdt -·ə.-; Merz-Mettlach Keuching Saarhölzb -ō-]; innerh. einschl. Saarbg-Eft Orscholz Kessl Sinz (ausschl.) -ū·ə.w-; n. u. w. einschl. Saarbg-Sinz Faha Meurich Cahren -:w-; n. Saarbg-Freudenbg Castel Serrig Irsch u. ö. Trassem Saarbg Ayl nach Trier, Bitb zu -·ə.w-; Trier bis Bernk, Wittl, Bitb, WDaun, SPrüm -w-, –ō-; SODaun, uMos von Zell bis Koch-Urschmitt Weiler -ǫw-; dann uMos, Neuw, Altk -aw-; OBerg -ā(ə)v-; Rip, NBerg, SNfrk -ā:v-; Eup -av-; Klevld -āw- Sg. t. f.: 1.a. Saathafer, avena sativa, zunächst in Fuder- u. Somh. unterschieden; dann Frih- u. Späth. (Hunsr); deitsche H. (Straussh.) der gewöhnliche H. mit allseitwendiger Rispe, Fahneh. (Kletschenh.) russischer H., avena orientalis, mit einseitwendiger Rispe (Hunsr); je nachdem er in den vorherigen Kleedriesch oder in den Kartoffelacker gesät wird, Kleedriesch-, Kleelands- oder Erpelsh., dazu Gabel-, Weiss-, Klotz-, Klungel-, Rispenh., Schilf, Even, Erenkorn (s. d. W.). — H. wird meist in die Felder gesät, die nicht gut gedüngt sind oder nicht gedüngt werden können; häufig in Stoppelrübenfelder (Krutlänger, deshalb Krutlandsh. genannt Kemp); H.land mott dep (tief) gebaut werde, andersch hät me Las met den Dreck (Unkraut) Geld-Kevelaer; schmal un dief, hat de H. lief Prüm-Stadtkyll KlLangenf, Bernk-Neunk, Trier-Schleidw; früher wurde jedes H.feld tief gepflügt und gleichzeitig (von sechs Mann auf ein Pferd) gegraben Erk-Elmpt; ausgangs März et Feld emgemacht, def fahre, got (eggen), nass säe Zell-Mastershsn; ein H.feld muss so platt sein wie en Denn (Tenne) durch Walzen Trier-Mehring; op jedem Plätzche moss ene Perdstrett gewes sen MülhRh-Holweide. Im Spätherbst oder Winter wird das H.feld gebaut; wenn die Birken treiben, wird gesät, u. die Saat noch eben geschloff ganz flach untergepflügt Mörs-Wallach; wann de Hegge grün worre, mott de H. geseit worre Klev-Asperden; wenn de Bärken (Birken) ütlope, dann mott H. gesät werde Mörs-Wallach; äs et Lof (Laub) utlöpp (ausläuft, –schlägt) oder de Bösch bongk (bunt) werde, mott de H. gesät werde Kemp; in de Märt (März) wörd H. en Garst (Gerste) gesäjt Klev-Goch; am (im) Frihjohr, wann mer de H. siet, da soll mer se firmeddes (vormittags) sieən; f. as de Bodem mieh ficht (feucht), on de H. hat et ger ficht Prüm-Steinmehlen; wenn't wendstell es, es gut H. seie Geld; bei Stell va Wengk (Wind) es got H. siəne auch übertr. gesagt bei plötzlich eintretender Stille Aach, Verbr. RA.: Pannestelzcher (wenn die Bachstelzen wiederkommen), ka mer H. sijen Trier-Gilzem. — Seist dow in de Märt de H. te fruhch (früh), krieste ok gen Körn genug Geld-Pont. Für St. Görg muss die Kleedrieschh. gesät sin, sos friss St. Görgesperd se op er gerät schlecht Jül-Boslar, Dür-Golzh, Bo-Mehlem, Sieg-Scheiderhöhe, Aden-Herschb; Gergendag soll de H. all gesät sein; de mer dann noch sät, os fir dem sei Perd Daun-Tettschd; St. Georgi Perd tritt de H. en de Erd Eif; Georges P. kret noch vell H. Schleid-Dotteln. Et es aller Sachen Rot (Rat), nor kene dicke H.sot Bernk-Hundh. Sät man den H. bei jungem Licht, da geht er aus der Bocks heraus Bitb-Fliessem. Manichen versät sein H., ihr er zum Acker kemmt Mos. Den hat de H. dönn gesiht hat dürftigen Bartwuchs Malm-Dürler. Et Kuər (Roggen) soll mer ennerkehren on de H. soll mer ennerschmeren bei nassem Wetter Merz-NLosh Nunk; et K. engereden (eingesiebt), de H. engekneden Saarl-Hüttersd, Neuw-Etschd; K. engestabt (eingestaubt) un H. engeklabt (-gekleibt) Ottw-Schiffw [auch entstellt: H. onnergereden, Wess (Weizen) onnergekneden Bernk-Neunk; det K. engeschmert, de H. engekehrt Siegld-Freudenbg]; de H. muss mer unnerklenne Goar-Pfalzf; die H. muss gequatscht were Birkf-Bundenb; Bocket (Buchweizen) en der Melm (Mog), H. en der Schlim Heinsb; de H. as e Gek, de wesst (wächst) ger am (im) Drek Saarbg, Bitb, Daun, Rees-Brünen; Koren (Roggen) en der Mölm (Staub), H. en de Schlik Geld-Leutherheide; de Wess an (in) de Moll, et Kor an de Scholl, de H. an de Pull (Pfuhl) Trier-Welschbillig; de H. sicht (sät) mer an (in) de Puhl (Pfuhl, nasser Boden), dohingent dat Wöld (Buchweizen) an de Stepp Prüm-Leidenborn. De Sunne schint, de H. kint (keimt) Gummb-Bergneustdt. De Flass (Flachs) geht met de H. op Geld-Aldekerk. Aprelsh. os Gugucksh. Koch-Laub; Maih. göft Streuh. Mettm-Dornap. H. moss fas sen; mer soll se zehnmol ege (eggen), d. h. oft Schleid-Scheven; e (egge) mich on wälz mech got! Gummb-Harschd; bau mich, wie de wells, äver eg mich jet stolz! Bo-Mehlem, Rheinb-Wald; egg mech, dat dogt (taugt)! Kref-Fischeln; du egs mech net ze vill MülhRh-Overath; et is egal, wie's de mich leggs (legst), wennste mich mär got decks Heinsb-Höngen (eggs Rees-Elten); de H. hät et gern schleit (schlecht) gebaut on got gəegt Sol. De H. mott geschlep (geschleift, gewälzt) werde, wenn se geəl wörd oder se sich weg (wegt) Kemp; sie wird gewalzt, wenn se aus der Melch es Westerw. Breckste mich för Sönt Jann den Nock (Nacken), dann föll ich dich in den Herres (Herbst) de Sock die Saat soll gewalzt werden Geld-Leutherheide, Nfrk; kneckste mech de Nack, dann föll eck dech de Sack Geld, MGladb, Dür, Bergh. Dat geht wie et H. wälzen sehr schnell Waldbr-Hurst. H. mott (muss) sibbemol versupe er verlangt viel Regen Grevbr-Wickr; soll de H. föran krupe (kriechen, gedeihen), mott se em Mai dreimol versupe Düss-NCassel; wenn't völ regent, steck se de Tong (Zunge) ut schiesst sie in den Halm Klev-Üdem; wenn et in't Heuj regent, wäss (wächst) de H. Mörs-Budbg; doch rent et dem Wesch (Krautwisch zu Maria Himmelfahrt) en dat Maul, werd de H. faul Zell-Mastershsn. Zenner Veckt (Vit, 15. V.) kennt der H. entzeckt zur rechten Zeit der Regen Prüm-Ihren. Wann et Hei (Heu) kreischt (bei Regen), da lacht de H. WBitb. Gehannsdag de Morge besieht de Bur de H.; es se net gerode, es se och noch net verdorve Sülzt; Jehansdagmorge is de H. gewunne ore verlore Kreuzn-Pferdsf; de H. es bes Gehannsdag net gerot (geraten) on net verdorf Goar-Morshsn; de Gehannsnat (-nacht) steht de H. eam Bedat (Bedacht), of se H. soll gean oder Hawerchen Merz-Nunk; vor Gehannsdag Häwwerchen, no G. H. Wend-Steinb; sint Jann drett (scheisst) of frett (frisst) H. es entscheidet sich, ob es viel oder wenig H. gibt Rees. Wann zint Vincenz schwenk der Hot, gerit de H. allzick (-zeit) got Köln. Lorenzwöngk (-wind) let (lässt) döcks (oft) nit et Sotgut an de H. Kemp. Kemmt de H. en de Schore (Rispen), brecht se aus alle Knore (Knoten) Bernk-Immert. Fängt de H. an se fese, fänge de Wäle (Heidelbeeren) on se räse (reifen) Bernk-Cleinich. Wenn de H. onfängt ze faulen (fohlen), dann fängt det Kore on ze mohle (ka mer et K. m.) Bernk-Hilschd Schönbg Immert. Et es beəter (besser), dat de Renger (Rinder) (Köh) derno sprengen, äls dat de Vögel derno sengen man soll den H. ernten, auch wenn er nicht ganz mürbe ist Kref-Fischeln, Sol. Vom frühen H. sagt man: die frihen Veəl (Vögel) brauche bei de späde keine Ferere (Federn) ze lehne Birkf-Schwarzenb. Koren (Roggen) notripe, H. dotripe (-reifen) Gummb-Dümmlinghsn Berghsn. Wenn de H. hert de Senseklang, da geht se rechten on de Gang Bernk-Talling. Beim H.säe on H.mähe schläft mer geren am längschte weil man in der Zeit sehr müde wird Saarbr, Birkf. Dähste (tätest) doch dat Kore säe, Michelsdag es more schon; dähsde doch de H. mähe, os steht lan (allein) im Feld Goar-NGondershsn. De Enten len (legen Eier) vom H.sän bes H.mähn Merz-Nunk. Vor de 24. Augost mott de H. af sin, anders helt se Bartholomäus fort Klev-Cranenbg. Batelemä, wer Kore hot, der sä, wer H. hot, der rech, wer Äbbel hot, der brech Wend-Baumholder. Wenn de Bardemi on de 1. September schi Werrer ös, dann drönkt der Westerwäller Bauer en Flasch Weng (Wein), dann kreir er noch reife H. Altk-Bachenbg. Wenn de Hochwäller de H. roppen (Zeit der H.ernte), eassen de Muselaner Weinzoppen Trier-Geisf. — Dat Korn moss mer om Denn usdresche, de Wess on de H. om Strüh Sieg-Höngesb; H. mott op ene Sten gedarsche werde Viersen. Dresch du net renlich Kor un H., mach net, dat de Scholdmann dech kret am Krage! Prüm-Ormont. — De H. es en de Schodden (Schouen, Schnadden, Schna, Schnar, Schnodden, Schnoren, Schnojen, Fesen, Feseln; s. d. W.); de H. fängt on se fesen Bernk; de H. geht in den Busch Wippf; de H. as gut geschod sie hat Rispen entwickelt Trier-Mehring. Der Waass (Weizen) bleht, der W. bl., de H. geht en Schode, mei Modder sät (sagt), mei Vadder sät, ech därft mech net bestode (heiraten) Neuw-Dierd. — Krankheiten des H.; de H. hat et Für (Feuer, Wurzelbrand) bei der jungen Hafersaat Kemp, Klevld, — de Rött (Röte) Mörs-Vinn Neuk; de H. es gesteken wenn er bald nach dem Aufgehen weisse Spitzen hat Mettm; de Wurm (Maiwurm Sülzt, Mehlworm Trier-Braunshsn) es en de H. Koch-Weiler; daher Wormh. Wittg; de Brand (Schmett Klevld, daher Schmetth.; Rost Wittg) es en de H. Pilzkrankheit, welche die reife Saat befällt Allg.; de Brandstöbb (-staub) es en de H. Neuw-Heimb; se es brandig Siegld, — brandschodig Mosfrk; schwatte (schwarze) H. Geld, Verbr.; de H. es zweizüchtig reift ungleich Wippf-Bechen; de H. geht net aus der Bocks (Hose) heraus wenn er klein bleibt Bitb-Fliessem; de H. ös en de Stock geschlage Kemp; man nennt ihn dann Kitzh. Schleid, Dür; de H. es befallen das H.feld liegt an einigen Stellen darnieder Gummb-Berghsn; de H. es alt (schon) om Hückel (Garbenstand) am wassen (wachsen), dann güt et grüne H.hückeln ebd. — Der H. wird gemäht mit Getreidesensen verschiedener Art, je nach Landschaft, im Rhfrk, Mosfrk, LRip durchweg auch mit einer Sense, die verschieden ist von der Roggensense; bis zur Ahr kennt man nur die Korbsense, an der ein Bogengestell mit Tuch- oder Drahtauffangvorrichtung oder Rechengestell angebracht ist; erstere dient zum Roggenschnitt, letztere zum Hafer(Gersten-)schnitt; wird die Rechensense auch zum Roggenschnitt verwendet, so hat sie zwei Griffe statt eines Gr. bei der H.sense, 3 Eisenzähne statt der 4—5 längeren Holzzähne der H.sense; die Hafersense heisst Räff, H.räff Nahe, Hunsr, uMosel, Mayf, Aden, uAhr; H.rechen Saarbr, Ottw; H.rechen, –korb Merz, Saarbg; H.flaus, –korb, –geschiər, Ewerkorb, Iwerrechen Trier bis Bernk, WEif; Räff, H.gesetz, –gestell, Ewegeschiər Aden; H.gestell Neuw; n. der Ahr, n. Neuw (wo auch Sicht), wo Roggen, Weizen u. lange H., Gerste mit dem Sicht (Sech, Seit) (s. d.), der Schlagsense, gehauen wird, ist für kurze H. die Bügelsense, H.gereid, –gesetz, geschiər, –gestell (Evergeschiər Schleid, Röz Schleid-Floisd, Jül-Stetternich, Fumm Schleid-Reifferschd, Flaster Rheinb) gebräuchlich, u. zwar bis Bergh, Dür, Jül, Aach, auch in Düss-Ld (H.seit oder H.gestell); auch Heinsb verwendet bei niedrigem H. die Sense, u. an der Ruhr ist die Schwad mit Weidenbügel in Gebrauch, von östlichen Erntearbeitern eingeführt; im Berg, wo das Sicht früher galt, ist jetzt die gewöhnliche Grassense geläufig, vereinzelt mit Bügel oder in Waldbr, Wippf mit Ginsterstrauch; Sieg, MülhRh verwendet (nicht allg.) das H.gestell. — Während n. der Ahr, Neuw für Roggen, Weizen, hohe H. u. Gerste das Sicht ohne Auffangvorrichtung mit Madhoch (-holt, Piek, Dingel) gilt, ist südl. davon die Roggensense stets mit Auffangvorrichtung (meist Tuch oder Drahtnetz) versehen; sie wird auch bes. genannt, im Geb. der Räff heisst sie Korräff; auch Beihauer, Flatsch Kreuzn; Plätsch Wend, Zell; Blinder-, Flindermaus, Flipp, Flubbert, Flatsch, Flitsch, Flutsch, Plätsch Simm; Flaus Saar, Trier bis Bernk; dazu Korrechen, Flutsch Saarl; Flatsch Merz; Korgeschiər Trier; Plätsch Wittl; Batsch, Wolf Bitb; Flätsch, Fluder, Plätsch Bernk; Bätsch, Flutsch, Gezau Prüm; Korflapp Aden; Fruichtgeschiər Schleid. — Während man den Roggen mit der Roggenkorbsense beihaut (widermäht, flaust), so dass die geschnittenen Halme sich gegen die stehende Frucht legen, u. eine Frau mit der Sichel diese abrafft (aflegt, dervonholt) u. zu Garben hinlegt [beim Sicht besorgt dies der Mäher mit dem Maddhoch, Piek], wird der H. weggemäht (H. schroden Prüm, Schleid; H. enhaue Schleid); er fängt sich im H.korb vor den Zähnen (Spessen) u. wird, nachdem der Sensenschwung vollzogen ist, ausgeworf of Maden (Maren, Schladen); auch geht wohl noch ein Kind mit einer Bohnenstange vor dem Mäher her u. drückt das Getreide zum Mähen nieder, de Bitz leden (leiten) Schleid-Dreiborn, de H.halen Gummb-Rebbelr. — Veralt. aber noch hier u. da im Berglande geübt, ist das Schneiden des H. mit der gezahnten Sichel (Raffsichel); im Kleinbetriebe schneiden bes. die Frauen noch den H. mit ihr. — Verschieden ist auch die Aufstellung der H.garben von der des Roggens (Weizens); noch vielfach wird der H. nach dem Schneiden nicht sofort in Garben gebunden, sondern bleibt in Maden (Gängen) liegen zum Rezen (Rösten); er wird dann, wenn er trocken ist, mit dem Rechen geschor (geschert, gescharrt), in Kloən (Klauen), Gelecker ofgescherrt (jede Garbe hat drei Kl.), of Schorre gerecht (s. d. W.) u. erst kurz vor dem Einfahren in Garben (ein Band um die Spitze) gebunden u. sofort aufgeladen; so noch hier u. da an der Nahe, im Hunsr, Mos von Trier bis Bernk, NEif, Aden. — Auch stellt man den H. noch in einer einzelnen Garbe auf, die dann am unteren Ende verbreitert wird, indem man sie auf den Boden staucht, opstucht; man nennt diese Einzelgarbe Stuche, Windstuche Siegld, Altk, Waldbr, Pickel Lennep-Lüttringhsn, Wesch Schleid-Dreiborn; diese Art noch verbr. Siegld, Waldbr, Altk, Neuw, Prüm; auch in Aach-Gressenich wird der H. gekarst zu 1 Garbe senkrecht, unten ausgebreitet. — Auch die veralt. Aufstellung zu drei (vier) Garben, die dann an den Rispen zusammengebunden werden (oft noch 1 G. als Hut) ist noch bezeugt aus Waldbr, Grummb, Wippf (im OBerg bes.), MülhRh, Sieg, Siegld, Altk, Neuw, Schleid, Monsch, Prüm, Wittl, Bernk; man nennt diese Dreistellung Hückel, Hüchel OBerg, Siegld, Wellhäufchen Waldbr-Rossel, Säukasten (zu 4) Schleid-Waldrf, Schöppchen Neuw-Lorschd, Klobben (zu 4) Gummb-Harschd, Männchen Monsch-Rohren, Krieger Prüm, Schleid, Malm. — Verbr. ist dann die Art der Aufstellung, dass man den H. kastet (guppt), indem man 9 Garben (5 über Kreuz, 4 in den Lücken) in Kegelform hinstellt u. noch 3 G. als Decke quer drüber, mit Ähren gegen Windrichtung, legt, zunächst 2 u. oben drauf 1 Verbr. an der Saar, Trier, WEif, Birkf, Simm, Zell, Goar, uMos, Mayf, Neuw; doch findet man 5 (7) G. u. 3 als Hut [5 + 1 oder 3 + 1 Wend, Meis, Kreuzn; 6 = 1 Mitte, 4 drum, 1 Hut Zell]. — In Kreuzn werden dann noch vielfach 10 G. nicht aufgestellt, sondern aufeinandergelegt. — Im Geb. des Sicht (Rip, Nfrk), wo Roggen u. Weizen in Kegelform aufgestellt werden, zu Husten, stehen die H.schobben meist zu 5 Gegenpaaren schräg einander gegenüber in Reihen, auch zu 12, 6, 4, 8; aber auch Rundformen sind nicht ausgeschlossen; im Nfrk bildeten früher 4 G. = 1 Gast; jetzt meist 10—12 (6—8) [12 Schobben = 1 Schilling Waldbr; 12 Schobben = 6 Böngel = 1 Kupp Waldbr; 12 Schobben = 6 Böngel = 1 Kupp Grevbr; 10—12 = 1 Tiele Ess]. — De H. so me van der Sonn weg dreschen sofort vom Felde weg Gummb. — Masse; en Sack H. = 100 Pfd. Allg; e Strich H. Birkf. — Der H. bildete früher die Hauptnahrung der Menschen, zubereitet als H.Brei (s. Brei, Breimehl), der so dick gekocht wurde, dass der Löffel aufrecht drin stehen blieb, vor allem war der H.brei das Morgengericht; Kartoffel u. Kaffee haben ihn verdrängt; der H. wurde vor dem Mahlen im Backofen gedörrt, indem 6—10 Viertel in den Ofen eingeschoben wurden, dort 24 Stunden dörrten, einige Male mit der Kratz aufgerührt wurden. RA. über den H. als Menschennahrung sind noch geläufig: Hensch (Buchweizen) on H., Hensch on H., Koren os mer lewer Eif (o. O.). Dat es sin H. sein Lieblingsgericht; das liebt er, tut er gern, gefällt ihm Heinsb-Lümb. Der hat H. in de Knoche er ist stark Saarbr, Allg. Der hät ken H. mih en de Knen (Knien) Köln-Widdersd. Häje H. in de Kneje? zu einem Kind, wenn man es an den Knien kitzelt Geld-Schravelen. Hej dritt (scheisst) de H. ganz von einem kränklichen Menschen Mörs; dann dritts dow de H. ällig wenn man sich anmasst, ein schweres Stück Arbeit zu verrichten Mörs-Neuk. H., H., rit (reisse); do sett er ene en dritt; H., H., rit, do sett er ene en schitt! MGladb. — Noch ist der H. das Kraftfutter für die Pferde. RA.: H. zieht de Koar (Karre) Trier, Bernk; H. mutt de Kar trecke Kemp. Der Fuhrmann het H. en de Schwepp (Peitsche) Rees-Drevenack. Et Perd treckt nit, äver de H. Sol. H. on Weck, do fure (füttern) de Bure de Perd met deck Rees-Elten. E P., dat kän H. kreit, schafft net Merz-Losh. Dat P. schleck de H. ganz eraf es ist mager Köln-Merh. Wer arbeit wie en P., es och der H. wert Köln. De H. ziert et P., dat P. ziert den Mann NBerg. Va schwerer Ärbet on liəchter H. frecken de P. Aden-Hümmel. Den duht, wat e P. fer de H. duht Trier. He es so bang, wie en P. för en Spend H. Mörs, Rees. Dat P., dat de H. verdinnt (verdient) (drescht Wermelsk-Tente), dat kregt se nit Klev, Allg.; net all P. bərdienen de H., die se kriən Bitb. Dat P. krit lang H. Schläge mit der Peitsche Rip, Allg.; dem seng P. kreən och mih l. H. wie korz Bitb. De let (legt) och dem P. de Zedong en de Krepp, dann kann et lese, wat de H. kos Köln-Frechen. De H. us de Perdsköttele lese nicht schaffen Schleid-Hellenth. Jonge Jonges voll Tässegeld (Taschen-) en jonge P. voll H., dat konne sej nit all verdrage Klev. Hi, ha, Räss-che (Rösschen), dat Perdche setzt (steht) em Schläss-che (Schlösschen), moər wollen mer H. dreschen, moss dat P. Spetze fresse Koch-Laub, Mosfrk. Tönneken, T. op den Drag (Tragbahre), morgen es et Sonndag, öwermorgen es den Dag, wo dat Perdschen H. mag Mörs. Übertr. auf Menschen: De H. steckt öm er ist übermütig Kref, Allg. Dem Gaul hon se de H. hoch gelet (gelegt) er ist mager Rhfrk. Dem Übermütigen muss me de H. hiher hängke Mosfrk, Allg. — Von anderen Haustieren. RA.: Dat geiht so flott, we de Hehner H. pecken Bernk. En Mäke (Derne) darf nich so lange stille stohn, as en Houhn en H.korn opnemmt. En Huhn frässt irschter en Zentner H. wie en Perd Trier, Schleidw. Dat strickt, do kinne de Gäns H. dorich fresse Simm. Bester, dat de Köh dəvon (vom H.) sprönge, äs dat de Föərsch (Frösche) dervon quake Viersen. En Gesecht maken, äs wenn gej de H. üt de Kern gefreten hett Rees-Ringenbg. — RA. allg. Art: De H. fühlt sek an wie Ris (Reis) so schwer u. dick Gummb. Hät den Bur noch Heu on H. genug, so hät en ok Tits genug. Gerdrut (17. III.), de Plug, de mott den Hof herüt; ös äwer noch H. on Heu genug, hät ok de Plug noch Tits genug Mörs. Wenn un aber, Heu ös ken H. zum Plänemacher gesagt Daun-Beinhsn; wenn en aber ös belleger as H. Mörs. Me micht, dat H. un Sprau beisamme bleiwe Bernk-Bollenb. De Uərssen (Ochsen) deien (drücken) de H. op de Speicher, an de Perd schläfen (schleifen) se eröm (wiederum) herof ein Ochsengespann stellt sich weniger kostspielig Bitb-Seimerich. We noch op den Knian (Knien) kitzelig es, de kann ken H. dregen Elbf. Iəm (einem) en der H. hüəden (hüten) in seinen Bereich kommen, etwa beim Liebchen. Haber die Zocker! Fluch Ottw-Aschb. — Volksgl. H. gehört vielerorts in den Krautwisch. Wurde der erste H. gesät, so warf der Sämann die drei ersten Handvoll H., die er aus dem Sack nahm, nicht aufs Feld, wenn er auch die Bewegung dazu machte, sondern steckte sie in seine Tasche; zu Hause legte er in seine Stube einen Reifen von Weidenholz u. streute die mitgebrachten drei Handvoll H. in den Reifen hinein; die Hühner durften den H. auffressen, u. vor dem Habicht waren sie sicher oNahe 1830. Ein Mädchen, das die Liebe eines Burschen gewinnen will, bestreicht sich ganz mit Honig u. wälzt sich dann im H. herum; ein anderes Mädchen kratzt diesen H. sorgfältig ab; jene lässt dieses Getreide mahlen, backt davon Brot oder Kuchen, was sie dem Burschen zu essen gibt NBerg. Wenn in den H.blättern sich ein B zeigt, so bedeutet es ein Blutjahr Koch, — Krieg Bergh. — b. schwarte H. Taumelmolch Gummb-Berghsn. — 2. übertr. a. scherzh. Schnaps; H. hole gehn Ottw-Uchtelfang, Gummb-Hesselb. — b. Schläge; H. kriən (gen) (s. lange H.) Kreuzn, Saarbr, Bitb-Mettend, Neuw; ech setz dir gleich H.! Siegen; trecken (trocken) H. Trier-Mehring. — c. zehnter Gang im Fangsteinsp. mit Ball Bitb-Ernzen.
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    Dialekt
    Hafer I

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Hafer I Rhfrk -aw- an der Nahe, Wend , Birkf , Ottw , Saarbr , in Saarl mit Ausn. w. Ittersd Karling Guising KerprichHem…

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Zerlegung von haferi 2 Komponenten

haf+eri

haferi setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „haferi". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/haferi/rhwb?formid=H00504
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Cotta, Marcel. „haferi". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/haferi/rhwb?formid=H00504. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „haferi". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/haferi/rhwb?formid=H00504.
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