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guhr

nhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

guhr f.

Bd. 9, Sp. 1053
guhr, gühr, f. , pl. guhren, gärung. verbalabstract. zu gären, s. d. da im ahd. und mhd. unbelegt, ist die grundform nicht sicher anzusetzen. rhein. gur, gür (rhein. wb. 2, 1497), mnd. gore, göre gärung und der sich dabei entwickelnde starke geruch, mnl. gore, göre, m. u. f., geruch, nl. geur gehen auf *guri- zurück. vgl. weiter ahd. gor fimus, ags. gor, n., kot, dünger, an. gor, n., der halbverdaute mageninhalt, mnl. goor schmutzig, kotig, faul, gore, goor schlamm, kot, fäulnis. schweizerisch gur frischer kot Staub-Tobler 2, 409; Walde-Pokorny 1, 688; Fick 33, 128 f. 11) der gärungsvorgang oder der zustand eines alkoholischen getränkes in der gährung: dieser weinkrancke habe des mosts zuviel gekostet, dasz ihm die gühr des trüben weins in den kopf gestiegen Harsdörffer gesprächsp. 2, 100; doch ein gelehrtes werk stralt, wenn der neid verschwunden, wie aufgeklärter wein nach überstandner guhr neuer büchersaal 3, 65; das bier steht in der guhr Jacobsson technol. wb. 2, 171a; dem bier eine gute guhr geben es gut ausgären lassen Adelung 2, 840. rheinisch bedeutet guhr auch die würze, den geschmack des weines und weiterhin den fleischsaft und seinen geruch. 22) eine breiige, erdige flüssigkeit, bis in die gegenwart fachausdruck der bergmannssprache: in alten zechen und verfarnem felde richten sich bergverständige leute nach der ghur, so aus den strassen (s. 2strosse) giert und treuft und sihet wie buttermilch, welche oftmals von ertz hersintert und eine maute ertz verkundschaft Mathesius Sarepta (1578) 37b; wie aber erd oder asche und das fette und efere (acerbus) wasser zu einer guhr vermenget und temperirt werde, das weisz gott allein 30b; wenn nun ein guhr oder schweblicht und quecksilbricht materien zusammentreuft oder fleuszet ders. ausgew. w. 4, 199 Lösche; und sihet, dasz ein weisze guhr oder molckenfarb wasser, wie ihr bergleut redet, erstlich auf den stempel gesiegen oder gesieffert P. Albinus meiszn. bergchron. (1590) 60; wann nemlich erde und wasser in einander vermenget, dasz eine guhr und schweflichter und quecksilberrichter same draus wird Prätorius wünschelruthen (1667) 200; guhr ist eine flüszige materie, so ausz den strossen gieret und treuft G. Junghans auszgeklaubte gräublein ertz (1680) c 3b; zudem giebts auch der augenschein, wenn man in manchen bergwercken gewonnen ertz auf einer strecken oder fellort eine zeitlang liegen läst, dasz etwan aus einer kluft eine guhr oder steinmarck darein treuft v. Rohr hauszhaltungsbibl. (1716) 405; (raseneisenstein kommt vor) theils im zustande eines schlammes oder einer sogenannten guhr Oken allg. naturgesch. 1, 363; insbesondre die mehlartige kieselguhr: wird graue kieselguhr verwendet, oder selbst weisze guhr in flammenöfen gebrannt, so bleiben kohlenpartikelchen in derselben, und das dynamit erhält dadurch eine schmutzigbraune farbe Muspratt chemie (1900) 7, 906. dazu guhrgattung, f.: um nun die farbe bei allen zufälligkeiten des glühens der guhr und für die verschiedenen guhrgattungen gleichmäszig zu haben, ist es ... üblich, dem dynamite ... ocker zuzusetzen Muspratt chemie 7, 906. —
3130 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Guhr

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Guhr , plur. die -en, von dem Verbo gähren. 1) Im gemeinen Leben einiger Gegenden, die Gährung, die Gahre; ohne Plur…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Guhr

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Guhr , Karl Wilh. Ferd., geb. 1787 zu Militsch in Schlesien, Violin-, Klaviervirtuos und Componist, war nach einander Mu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit guhr

9 Bildungen · 4 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

guhr‑ als Erstglied (4 von 4)

Guhrau

Meyers

Guhrau (wend. Gora , »der Berg«), Kreisstadt im preuß. Regbez. Breslau, an der Staatsbahnlinie Bojanowo-G., 87 m ü. M., hat eine evangelisch…

Guhrauer

Meyers

guhr·auer

Guhrauer , Gottschalk Eduard , Literarhistoriker, geb. 1809 zu Bojanowo im Posenschen, gest. 5. Jan. 1854 in Breslau, studierte zu Breslau u…

guhrweise

DWB

guhr·weise

guhrweise , adv. : bergkork ( unreinere varietät des asbests ), welcher guhrweise zu entstehen scheint und nach feuchter witterung in den kl…

guhr als Zweitglied (5 von 5)

bergguhr

DWB

berg·guhr

bergguhr , f. gediegnes, durchgedrungnes, gleichsam gährendes silber.

Languhr

MeckWBN

lang·uhr

Wossidia MeckWB Languhr n. 2. Fledermaus (vereinzelt) D. WA. 19, 3.

ringuhr

DWB

ring·uhr

ringuhr , f. schlagring alias ringuhr, annulus horarius Stieler 1650 , wol eine ringförmige sonnenuhr, s. oben ring 3, f sp. 989. Campe erkl…

schlaguhr

DWB

schlag·uhr

schlaguhr , f. uhr, welche die stunden schlägt, durch glockenschläge angibt. Jacobsson 3, 613 a , automatum campanulam, seu tintinnabulum pu…