gruppierung,
f.,
aufstellung, verteilung in gruppen;
seit der 2.
hälfte des 18.
jh. belegt, zuerst, wie die ganze wortfamilie, im bezirk der bildenden kunst: in ansehung der anordnung und gruppirung, besonders in der perspectivischen zeichnung, glaubt man durchgehends, (
dasz) unsere künstler die alten übertreffen Sulzer
theorie d. sch. künste (1774) 2, 737
a; die untere hälfte des blattes zeigt in ganz gleicher anordnung und gruppirung schafe, denen die lämmer weggenommen werden A. Schopenhauer
s. w. 1, 403
Grisebach; der ausdruck der leidenschaft und die ganze gruppierung (
des Laokoon) lassen dem forschenden auge nichts mehr zu beobachten übrig Schiller 3, 578
Göd.; bildlich: nicht im colorit, in der gröszern oder kleinern lebhaftigkeit der farben, sondern in der zeichnung, stellung und gruppirung der gedanken liegt das eigenthümliche einer schreibart Börne
ges. schr. (1829) 3, 4.
als fester terminus der darstellenden composition: in dieser beziehung würden die zwei hauptbestandtheile der kunst eines gemäldes die symmetrie und die gruppirung seyn Schelling
w. 1-5, 528; und schwadronirte allerhand von helldunkel und kolorit, (
von) gruppirung und motiven und idealisierung v. Gaudy
s. w. (1844) 2, 126.
das tätigkeitsmoment stärker betonend: eine übertriebene anstrengung der musceln, (
ohne) weitere bedeutung als die der gruppirung (
ist ein) mittel, wodurch die nachahmer des Michelangelo die augen zu blenden suchten D. Fr. Strausz
ges. w. 2, 270.
wenig später, wie auch gruppe, gruppieren
von den verschiedensten gegenständen und dingen, die sich innerhalb ihrer umgebung als zusammengehörig abheben, meist auf das ergebnis des (sich) gruppierens
gesehen, seltener als vorgang; gelegentlich noch mit der vorstellung des bildmäszigen: die Alpen, die nach ihrer ganzen länge (
in) einer durchaus neuen und pittoresken gruppirung wie aus dem spiegel auftauchen A. v. Droste-Hülshoff
an Levin Schücking 58
Schücking; die büschelförmige gruppirung der haare O. Peschel
völkerkunde (1874) 362; die obere gruppierung (
der mannlöcher im kessel) ist vorteilhaft Muspratt
chemie (1898) 6, 1729; die freiere behandlung und gruppirung der blasinstrumente O. Jahn
Mozart 1, 534; die unregelmäszige verbindung mehrerer crystallindividuen nennt man gruppirung Oken
allgem. naturgesch. 1, 66;
von der constitution der chemischen elemente (
vgl. gruppe
sp. 970): der kohlenstoff, welcher (
uns) in der holzfaser oder der muskel entgegentritt, kann nach der zerstörung jener körper in anderer gruppirung eine verschiedene gestalt annehmen Büchner
kraft u. stoff (1856) 13; (
abhängig) von der gruppirung der sich umsetzenden atome, von der richtung, in welcher sie sich umsetzen J. Liebig
chem. br. (1844) 160/61.
gelegentlich indifferenter, mehr als ausdruck bloszer häufung, zusammenstellung: durch belebung von naturschilderungen durch landschaftsmalerei und durch gruppirung exotischer pflanzengestalten in treibhäusern A. v. Humboldt
kosmos 1, xiii; wie fast zu erraten, läszt diese gruppirung zweier wurzeln in unzählbaren fällen einen doppelsinn zu O. Peschel
völkerk. (1874) 119. —
vom menschen im sinnlichen bereich immer mit der vorstellung des bildmäszigen: (
ein ballet) ist die darstellung einer begebenheit durch mienen und geberden, tanz und gruppirungen für das auge Heinse
s. w. 5, 277
Schüddekopf; unter passender gruppierung fällt der vorhang Nestroy
ges. w. (1890) 2, 206;
zu gruppe 4: sodasz der soldat in einem augenblick ins feld zog, wo die gliederung und gruppirung eine andere, seine officiere zum theil neu und unbekannt waren L. Häuszer
dtsch. gesch. 2, 583.
wenn gruppe 5
zugrunde liegt, ist vor allem der vorgang des gruppierens
betont; '
sonderung', '
trennung': in der sammlung und gruppirung solcher climatischen, sittengeschichtlichen, politischen daten Justi
Winckelmann 2, 2, 190; die nothwendigkeit der begrenzung und der gruppierung um einen geistigen mittelpunkt Fr. Th. Vischer
ästhetik 2, 21; endlich ward in beiden (
ländern) ein militärstaat der kern (
einer) realen gruppirung der parteien Treitschke
hist. u. polit. aufsätze 2, 222;
zu gruppe 6: keine von diesen natürlichen gruppirungen nach farbe und zeichnung des gefieders hält stich J. A. Naumann
naturgesch. d. vögel 10, 461; erst im vorigen jahrhundert wurde (
die) gruppierung der tierischen formen (
gefördert) Brehm
tierl. 1, 2
P.-L.