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Grünerde

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Grünerde

Bd. 8, Sp. 464
Grünerde, Mineralien von seladongrüner, ins Schwärzlichgrüne und Olivengrüne übergehender Farbe und von meist feinerdigem Bruch, wesentlich wasserhaltige Eisenoxydsilikate mit noch 3–7 Proz. Eisenoxydul, 4–10 Proz. Kali, auch etwas Tonerde und Magnesia. Man unterscheidet: G. im engern Sinne (Seladonit), derb, mandelförmig, als Überzug, Härte 1–2, spez. Gew. 2,8–2,9, fühlt sich etwas fettig an, findet sich am Monte Baldo bei Verona, auf Cypern, in basaltischen Mandelsteinen Islands und der Färöer etc., häufig als Zersetzungsprodukt von Augit und Hornblende. Glaukonit bildet kleine, runde, wie Schießpulver geformte, sehr häufig auch als Steinkerne von Foraminiferen erscheinende Körner, die in Ton, Mergel, Sandstein eingewachsen oder zu lockern, leicht zerreiblichen Aggregaten (Grünsand) verbunden sind. Glaukonithaltige Kalke (Grünkalke) und Mergel kennt man im silurischen Gebirge Schwedens und Rußlands, auch sind sie weit verbreitet in der Kreide (so im untern Plänermergel Sachsens und Böhmens, in der Kreide von Rouen); noch verbreiteter sind die Grünsande und Grünsandsteine in der Kreideformation Frankreichs und Englands, in der Kreide Westfalens, bei Regensburg, in Mähren und Böhmen, in New Jersey. Grünsande kommen auch im Tertiärgebirge vor, soz. B. im alpinen Eocän, im sogen. Nummulitengebirge und im Samland, wo sich in ihnen der Bernstein findet. Nach Ehrenberg erscheint in den Kreidegesteinen die G. häufig als Ausfüllungsmasse von Foraminiferenschalen. In Südengland und New Jersey wird Grünsand der Kreideformation wegen seines Gehalts an Kali (6–7 Proz.) als wirksames Dungmittel verwendet. Man benutzt die G. (Steingrün, Veronesergrün, Veroneser Erde, französisches Grün etc.) schon seit der Römerzeit hauptsächlich als Anstrichfarbe, auch in der Öl- und Wassermalerei und ihrer Beständigkeit wegen in der Freskomalerei. Die veronesische G. ist hoch spangrün und ziemlich fest, die cyprische apfel- bis spangrün und weicher, die polnische lauchgrün und mit Sand gemengt, die Tiroler und böhmische mattgrün.
2045 Zeichen · 23 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grünerde

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    -erde mineralfarbe ( Veroneser grün ), seladonit Pansner franz.-dtsch. miner. wb. 14 ;

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grünerde

    Goethe-Wörterbuch

    Grünerde a Kieselerde mit großem Anteil an Eisenoxid, Kali, Ton- u Talkerde (teils Seladonit, teils Glaukonit) N13,419,2…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grünerde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grünerde , Mineralien von seladongrüner, ins Schwärzlichgrüne und Olivengrüne übergehender Farbe und von meist feinerdig…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gruenerde

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Zerlegung von gruenerde 2 Komponenten

gruen+erde

gruenerde setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „gruenerde". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gruenerde/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „gruenerde". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gruenerde/meyers. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gruenerde". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gruenerde/meyers.
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