grensing,
grensig,
grenseling u. ä., m., name mehrerer pflanzen. 11)
am häufigsten als grensing,
und zwar 1@aa)
meist für potentilla anserina, gänsefingerkraut, vgl. Grassmann
nr. 190;
vom ahd. an bezeugt: grensinc
potentilla diutisca 2, 188; Diefenbach 324
c. 450
b;
nov. gloss. 299
b; Bock
kräuterbuch (1539
ff.) 1, cxlij
b;
potentilla vel portentilla, grensing, bei den alten schwerlich zufinden Ryff
confect buch (1548) b v
b;
genserich oder grensing Camerarius
kräuterbuch 759; griensing, gänserich,
potentilla Wirsung
arzneibuch, register; auch mnd.: contra fluxum sanguinis nym potentilla dat ys grensynck Schiller-Lübben 2, 144; wortelen .. van grensinghe ghewaschen unde ghedroghet unde up de tene gelecht, dat vordrift den worm van den thenen
ib.; auch die mlat. glossierung mit nymphaea meint dieselbe pflanze, so bei Diefenbach 381
a. 642
c (
aus nymphaea verderbt sind kympha 119
c und kymphta 639
c); grensinc,
nimphea, clavus Veneris Graff 4, 333 (12.
jh.),
auch diese bezeichnung nicht selten Diefenbach 126
b;
nov. gloss. 96
a;
synonym mit potentilla ist auch ercularis, -arius Diefenbach 207
b. 641
a;
excularis (
l. ercularis) Schiller - Lübben 2, 144
aus Wolfenbütteler mscr.; seltener erscheinen die bezeichnungen ros marinus Diefenbach 500
b und inguinaria 298
c,
die mlat. anscheinend beide potentilla meinen können; vereinzelte nebenform grensring
argentaria Staub-Tobler 2, 783 (15.
jh.); 1@bb)
für verschiedene ranunculaceen, hahnenfuszgewächse: flammula Diefenbach 238
b (
nach Pritzel-Jessen 326
der mlat. name für ranunculus sceleratus)
; holli wassersemden, hannenfusz, grensing, swefelprech 279
b (
auch hier weisen die parallelen bezeichnungen auf ran. sceler.)
; bei Nemnich
für ranunculus flammula nach Staub-Tobler 2, 784;
auf ranunkelarten, besonders ran. flammula, weist ferner die gleichsetzung mit brennkraut, -wurzel Heinsius 2, 528
a;
für atragena bei Oken
naturgesch. 3
2, 1152; 1@cc)
für achillea millefolium, schafgarbe (
anscheinend nur md. und nd.)
: millefolium magnum, genserich, grensing, grosz garb Er. Alberus e e 4
a; gränsing
schafgarbe Weber
öcon. lex. (1829) 202; = schâpgarbe;
eine art heiszt wite grensing Schambach
götting.-grubenh. 68
a (
im benachbarten waldeck. aber für potentilla Bauer-Collitz 41
a);
im selben sinne gransinc Pritzel-Jessen 6; 1@dd)
für agrimonia Diefenbach 19
b (
nach Pritzel-Jessen 13
agrim. eupatoria, odermennig, ackerkraut)
; häufiger mit argemone glossiert: inguinariam herbam quidem argemonen vocant .... grensing oder genserich Bas. Faber
thesaurus (1587) 409
a; grensing
argemone Kirsch
corn. 2, 158
b.
da das mittelalter agrimonia und argemone vermengte (Diefenbach 19
b),
brauchte argemone an diesen stellen nicht nothwendig eine besondere pflanze zu meinen; an sich aber bezeichnet papaver argemone den wilden mohn, und so versteht es sicher Frischlin:
argemona, kornrosz, wild gremsing
nomencl. cap. 31;
vgl. argemone wilder grensing Sturmius l 2
a; 1@ee)
ganz vereinzelt für endivia: grensing vel gensetzungen Diefenbach 202
a;
nach Pritzel-Jessen 98
in derselben bedeutung auch gennsing. —
die form gensing
für potentilla nach Grassmann
nr. 190
anscheinend ganz gewöhnlich; schon ahd. gensinc Graff 4, 220;
aber doch wohl erst volksetymolog. umbildung von grensing (
die gänse fressen die pflanze gern). grensing (
mit grense, grensel)
zu grans
vorsprung, spitze, gran
spitze, granne? 22)
theils durch dissimilation (
vgl. kuning, pfenning
u. a.),
theils durch einwirkung anderer pflanzennamen auf -ich (Wilmanns 2, 378)
entstehen aus grensing
die formen grensig, -ich;
bedeutung wie unter 1: grensich wird auf lateinisch anserina, potentilla, tanacetum agreste, agrimonia sylvestris ... genennet Kräutermann
blumen- u. kräuterbuch (1751) 195;
p(r)otentilla grensih, -ich, -ig, gränsich Diefenbach 450
b. 643
c;
Rimtilla (
l. Potentilla) 498
c;
nimphea nov. gloss. 264
b;
ros marinum 320
a; grensich
anserina Bock
kräuterbuch (1539
ff.) 1, cxlij
b; grênsick
pot. anserina Frischbier
preusz. 1, 252;
unklar ist: doma grensich Diefenbach 189
c. 33)
nicht selten ist grenserich,
entstanden durch vermengung von grensing
mit dem synonymen genserich (
vgl. das nebeneinander von grensing
und gensing,
o. 1): grenserich
potentilla Diefenbach 450
b;
anserina Bock
kräuterbuch (1539
ff.) 1, cxlij
b; grenzerich, grenserich, grensing
agremone, agrimonia sylvestris: anserina vulgo, et ingvinaria, aliis potentilla, tanacetum agreste Henisch 1740;
vgl. genserich oder grensing Sebiz
feldbau (1579) 58; grensing, gänserich Staub-Tobler 2, 783;
dazu gänserich
th. 4
1,
1, 1277;
nebenformen: gremsrich
kympha (
statt nymphea, s. o. 1) Diefenbach
nov. gloss. 90
b; grenerich Grassmann
nr. 190. 44)
die form grenseling
könnte auf einwirkung von grensel
beruhen, das ja seinerseits zuweilen die bedeutung von grensing
angenommen hat: grenseling
als name für clematis erecta, potentilla anserina, ranunculus flammula, atragena (
also durchaus im sinne von grensing) Sanders 1, 625
b; grenselinck Diefenbach 450
b; grenslich
ib. 55)
composita: grensingkraut, n.: etliche haben den glauben, wann sie grensingkraut in die schuo legen, der fluss sol davon gestilt werden Bock
kräuterbuch (1539
ff.) 1, cxlij
b; grensingkraut
in der Harzgegend für potentilla anser. Pritzel-Jessen 304; grensekrud
in derselben bedeutung brem. wb. 2, 540; Berghaus 1, 609
b. —