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greitig

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

greitig adj.

Bd. 9, Sp. 94
greitig, adj. , avidus Diefenbach 61a; cupidus 163a; Martin behandelt das wort Straszb. stud. 1, 381 ff.; er irrt nur darin, dasz er es für specifisch alem., besonders elsäss. hält; auch im nd. häufig: griddig gierig, habsüchtig Wöste westfäl. 85a; gridig gierig E. Hoffmann vocale d. Lippeschen ma. 44; grittig eifrig, gierig in der Diemelgegend Vilmar 138; vgl. gridden syn geizig sein, grithüngerig heiszhungrig Strodtmann osnabr. 76 f. zusammenhang mit got. gredags hungrig, den schon Frisch annimmt, ist kaum zu bezweifeln, obgleich der stammsilbenvocal schwierigkeiten macht. Martins erklärung (mhd. grîtec nach gîtec) befriedigt deshalb nicht recht, weil sie für die nd. formen nicht anwendbar ist; denn gît, gîtec sind wesentlich obd. worte, vgl. th. 41,2, 2812. die dialecte kennen übrigens eine dem got. gredags genauer entsprechende form: rheinhess. grädig Martin-Lienhart 1, 286; schwäb. heiszgrätig geizig, naschhaft Fischer 3, 1398; gretig avidus, vorax Henisch 1741; gretiglich ib. die kürzung zu grittig ist secundär, aber alt: schon bei Ruolman Merswin nach Martin (a. a. o. 381) oft grittig; bei Keisersberg grüttig (s. u. 1); vgl. mhd. gîtec zu gittig th. 41,2, 2810; das heutige elsäss. hat neben der gekürzten auch noch die form mit langem vocal Martin a. a. o. 382. die bedeutung empfiehlt entschieden zusammenstellung mit gredags: 11) in den heutigen maa. meist vom essen und trinken: trink nit so gritig wasser in d hitz Martin-Lienhart 1, 286; vgl. Follmann lothr. 217a; gridig essen Staub-Tobler 2, 705; so auch in älterer zeit: hastu irgend zu gritig gefressen? o wehe nein — nit grittig gessen Moscherosch gesichte (1650) 374; vgl. die andern, die den sand von dem meer keuwen und in sich fressen, das sind die grüttigen, denen ist das ganze ertrich zu schmal Geiler v. Keisersberg seelenparad. 155a. 22) schon früh allgemeiner: iedoch dunket er sich niht vollen sælic dâ mite nâch gîtiger (var. grîtiger) liute site Fleck Flore 4822; daz wir durch keines guotes kraft ûf erden grîtic solten sîn K. v. Würzburg Silvester 3877; er (könig Albrecht) was gar gritig noch guote Closener in den städtechron. 8, 64, 5; nu was Chayn ain ackermann und gritig, darumb opferte er das krenkeste von sinen frühten Königshofen ebd. 239, 22; was crützes haben die gelt-greitigen Keisersberg evangelibuch 81b; vgl. den beleg unter sorgaffe th. 101, 1755; auch in der heutigen ma.: nie soll merr uf e mann so griddi sin versesse; e jedwedder will kryddi rych wäre Martin-Lienhart 1, 286. dazu greitigkeit, f., habgier: gritikeit cupiditas Diefenbach 163a; vgl. gretigkeit aviditas, voracitas Henisch 1741; morne sô versuochent ob ir sîne gîtekeit (var. grîtekeit) mit gebender behendekeit mugent schatzes gesaten Fleck Flore 4781; ein deil ist gefangen mit der sünden der gritikeit Merswin neun felsen 29 Schmidt; der (Leo) begert von gritekeit einre krone Closener in den städtechron. 1, 33, 11; fürsichtigkeit wirt genennet grütikeit Keisersberg seelenparad. vorr. 5a; die ehemalige Straszburger hs. G von Boners edelstein hat nach der ausgabe von Scherz in der 5. fabel mehrfach grittekeit (Martin a. a. o. 382).
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    greitigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    greitig , adj. , avidus Diefenbach 61 a ; cupidus 163 a ; Martin behandelt das wort Straszb. stud. 1, 381 ff.; er irrt n…

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Ableitung von greitig

greit + -ig

greitig leitet sich vom Lemma greit ab mit Suffix -ig.

Keine Komposita gefunden — greitig kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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Cotta, M. (2026). „greitig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/greitig/dwb?formid=G27347
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Cotta, Marcel. „greitig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/greitig/dwb?formid=G27347. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „greitig". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/greitig/dwb?formid=G27347.
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