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grammatisch

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grammatisch adj.

Bd. 8, Sp. 1807
grammatisch, adj. , seit dem 16. jh., im 17. und frühen 18. jh. dafür meist grammatikalisch (s. d.). vereinzelt in latinisierter form: das er nicht grammatice geredet Orsäus nomencl. method. (1623) 308. 11) gelegentlich im rückgriff auf die urbedeutung von gr. γράμμα 'buchstabe, schrift': sie sollen ziphra oder zalbuchstaben, nicht mehr lesebuchstaben sein, nicht grammatisch, wie man sie in der schule lieset, sondern arithmetisch, wie man sie jnn der rechenschule lieset (1543) Luther 53, 597 W. auf ähnlicher linie liegen gebrauchsweisen bei Novalis, z. b. 'auf sprache und schrift bezüglich': überall liegt eine grammatische mystik, wie mir scheint, zum grunde, die sehr leicht das erste erstaunen über sprache und schrift erregen konnte (die wilden völker halten die schrift noch jetzt für zauberei) schr. 3, 350 Minor, als übertragung der bedeutung 'buchstabenmäszig, schriftartig', im sinne von 'zeichenhaft': sollten die gebärden wirklich grammatisch, symbolisch oder ausdrucksvoll sein? ich glaube nicht, dasz sie es sein sollen, aber sie werden es sein, wenn sie natürlich im idealischen sinne, produkte der idealischen assoziation der innern und äuszern gliedmaszen sind. sie gehören zum ressort der tanzkunst ebda 2, 230. 22) nur älter im bereich grammatik 1, auf das ältere unterrichtswesen bezüglich. grammatische klosterschule, dasselbe wie grammatistenschule (s. d.): eintweder von den mindern vnnd grammatischen klosterschulen (württemb. 1559) bei Nyström d. dt. schulterminologie (diss. Helsinki 1915) 34. 33) sonst durchweg zu grammatik als einem begriff der sprachtheorie und sprachpraxis, s. grammatik 2. 3@aa) soviel wie 'sprachlich, von der sprache, vom wort her', besonders in der beziehung auf den eigentlichen wortsinn eines textes, seine wortphilologische interpretation oder übersetzung: es sind grobe grammatische schwermer (die übersetzen: 'das ist eine figur meines leibes' statt: 'das ist mein leib'), die andern sind doch subtile philosophische schwermer (die übersetzen: 'das bedeutet meinen leib' statt: 'das ist mein leib') Luther 19, 498 W.; uns sind freilich ausgaben vom Horaz bekannt, wo auch jede ode in sechserlei sinn, grammatisch, poetisch, rhetorisch, moralisch und wie weisz ich mehr? durchgenommen sind Herder 5, 303 S.; vgl. 307; 12, 123; ein grammatischer streit über das wort as soll ... Irnerius ... auf die pandecten aufmerksam gemacht haben Eichhorn dt. staats- u. rechtsgesch. (1821) 2, 185. geradezu 'wörtlich, buchstäblich': eine übersetzung ist entweder grammatisch, oder verändernd, oder mythisch Novalis schr. 2, 125 Minor; und denke ... an deinen traurigen freund, der es dir von ganzer seele und ganzem herzen ist, und dir im grammatischen sinne gerne einen tropfen herzblut schicken würde, wenn es überhaupt möglich wäre Stifter s. w. 17 (1916) 42. 3@bb) das einer sprache zugrundeliegende formen-, begriffs- und regelsystem im ganzen oder in einzelheiten bezeichnend: das, was zur grammatischen bildung derselben (der sprache) gehört Gerstenberg schlesw. lit.-br. 306 lit.-denkm.; Adelung versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen wörterbuches der hochdeutschen mundart (1774) titel; die redetheile und grammatischen formen sind ausdrucksweisen ... des urtheils Schopenhauer w. 1, 610 Gr.; mein vater auf ewig hin nennt er ihn; und wagt sogar nicht die grammatische person zu ändern Herder 12, 292 S.; in den Dravidasprachen stoszen wir bereits auf keime zur unterscheidung eines grammatischen geschlechtes Peschel völkerkde (1874) 487; hier (bei Pausanias) gab ... die trennung der grammatischen konstruktion leicht veranlassung Brunn kl. schr. (1898) 2, 4; denn wie lange ist es her, dasz unsere sprache dem barbarischen entwachsen und grammatisch wie nach der rechtschreibung leidlich geordnet ist Th. Mann Faustus (1948) 783. im blick auf das regelrechte oder regelwidrige: freilich sprach sie nicht immer grammatisch richtig Storm s. w. (1899) 3, 4; Wallisius sagt ... zwar seinen englischen poeten nach, dasz sie die grammatik sehr aus den augen setzten: und ein gebohrner gelehrter Engländer, hat mir solches insonderheit von Milton bekräftiget; dessen vornehmste schönheiten in grammatischen schnitzern bestünden Gottsched crit. dichtkunst (1751) 312. 3@cc) 'ins gebiet der grammatik gehörend': die vergleichung so vieler critischen anmerkungen über grammatische dinge Gottsched dt. sprachkunst (1748) 6; Fr. G. Klopstock grammatische gespräche (1794) titel; unter allen grammatischen (kunstwörtern) ist dieses noch eines der treffendsten und schicklichsten Adelung lehrg. d. dt. spr. (1782) 2, 35; und (ich) gehe dann, nachdem die grammatischen untersuchungen im druck vollendet, nach Berlin (1867) W. Scherer an K. Müllenhoff briefw. 72 Leitzm.; wir (Goethe u. Riemer) lasen sie (die 'lehrjahre', zum zweck der gesamtausgabe) miteinander von a bis z, wobei ich mich durch den hinweis auf manchen feineren grammatischen zweifelsfall ... entschieden nützlich machen konnte Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 88. hierher im rahmen eines bildes: sezieren sie ihn (den namen Kreisler) mit dem grammatischen anatomiermesser, immer herrlicher wird sich sein innerer gehalt zeigen ... sie können nicht wegkommen von dem worte kreis E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 63 Gr. 44) vereinzelt dem übertragenen gebrauch grammatik 4 entsprechend, von der vorstellung des grundlegenden, elementaren aus; hier etwa soviel wie 'notengetreu': erst übe man sich (als klavierschüler) im grammatischen vortrage und treffe die musikalischen pulse aufs genaueste ... dann übe man sich im vortrage selber Schubart ästhetik d. tonkunst (1806) 293.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grammatischadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    grammatisch , adj. , seit dem 16. jh., im 17. und frühen 18. jh. dafür meist grammatikalisch ( s. d. ). vereinzelt in la…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    grammatisch

    Goethe-Wörterbuch

    grammatisch a zu Grammatik a: sprachkundlich; meist neben ‘kritisch, rhetorisch, ästhetisch’ uä; auch idVbgn ‘g-e Ader’,…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grammátisch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Grammátisch , der Sprachlehre gemäß.

  4. Spezial
    grammatischadj

    Dt.-Russ. phil. Termini

    grammatisch , adj грамматический , п

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Zerlegung von grammatisch 2 Komponenten

gramma+tisch

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grammatisch‑ als Erstglied (4 von 4)

Grammatischer Wechsel

Meyers

grammatisch·er·wechsel

Grammatischer Wechsel ist eine Eigentümlichkeit der deutschen Sprache und der germanischen Sprachen überhaupt, wonach im Auslaut einer und d…

Grammatisch-Kritische

GWB

Grammatisch-Kritische zu grammatisch a Mit demselben [ Riemer ] manches Grammatisch-Kritische und Ästhetische verhandelt Tgb 23.7.24 Georg O…

Ableitungen von grammatisch (1 von 1)

ungrammatisch

DWB

ungrammatisch , adj. adv. : da dieselbe ( sprache ) sehr arm und ihre grundlage ... ganz u. ( grammatisch unentwickelt ) geblieben ist Fr. S…