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grall

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grall m.

Bd. 8, Sp. 1749
grall, m. , im 15./16. jh. ablautend neben seltenerem grell, m. (teil 4, 1, 6, sp. 102) wie das seltenere grall, adj. (s. d.) neben häufigem grell, adj. (s. d.); standen also ursprünglich nur subst. grall und adj. grell nebeneinander? beachte auch, dasz gemeindt. groll nur subst. ist. zur herleitung des wortes ist das ehemals starke verb 1grellen (teil 4, 1, 6, sp. 104) zu vergleichen. wie dieses so zeigt auch grall im nd. und hd. getrennte bedeutungen. 11) im mnd. von starken unmutsregungen, die älteren bedeutungen des ablautenden, aber mehr dem hd. zugehörigen groll (teil 4, 1, 6, sp. 429) vertretend. die zeugnisse stehen meist im zusammenhang mit den seit dem ende der 80er jahre des 15. jhs. in Braunschweig herrschenden unruhen und tumulten. in der prägnanten bedeutung 'zorn' genau dem adj. grall, grell 1 und dem vb. 1grellen 1 entsprechend und mit groll II 1 übereinstimmend: van one wart nemant gespart, up wen or gral was togekart, he were here effte knecht, eyn yder man krech syn portrecht (bekam sein teil) (Braunschweig 1492) städtechron. 16, 129; se (der rat) ghinghen sampt up de smede unde dar vorboden leten, in rade so se do seten, de gyldemesters degher al (allesamt) umme oren scheel unde grAel ebda 106; unde or (der bürger) grall unde scheyl was dutte, dat de rad one des nicht verwitliket (kundgetan) hadden vor der tiit ere se de vordracht gemaket myt den fursten unde steden (Braunschweig 16. jh.) ebda 448; (der erzbischof) was eyn grave to Schrapelauwe, he wart vorschunt van sinen dompapen, dat he nige tollen, nige cise binnen Megdeborch upsattede, dar he in unwillen unde gral kam mit den borgern, so dat he mit Oene krigede unde kyvede C. Abel slg. etl. noch nicht gedr. alt. chron. (1732) 227. in dem mehr durativen sinn von 'erbitterung, hader, aufruhr' entspricht das wort groll II 2; ein einflusz von gral, m. 3 b γ her ist nicht ausgeschlossen, zumal durch vokaldehnung eine lautliche annäherung beider wörter eintreten konnte; andererseits scheint grall in dieser bedeutung auf das von gral, m. abgeleitete, für Braunschweig bezeugte vb. gralen 2 einzuwirken: so scholde alle grael unnde unwille bigelecht wesen (Braunschweig, ende 15. jhs.) in: zs. d. hist. ver. f. Niedersachsen (1863) 221; unde brachte so vele grals mangk de borger unde gramsalicheyt uppe de borgermester (Braunschweig 1514) städtechron. 16, 350; na deme dat se (die bürgermeister) rede (bereits) vul grals weren des kriges halven, so makeden se eynen nigen gral myt stemperie (aufwiegelung) ebda; nicht dat dut (zwietracht und streit in der stadt) der munte schult was, men dat was eyn anhevyngk dem volke grall to maken derjennen dede to der twidracht geneghet weren ebda 426. 22) im hd. nur in der bedeutung 'schrei'; vgl. 1grellen, vb. 2: vor laid (weil der tagesanbruch die liebesnacht beendete) liesz sy (die geliebte) ain lautten gral: obe, mein fräd die gatt ze tal, ach tag, das dich got schende liederbuch d. Hätzlerin 22b Haltaus; do schrey der jud mit lautem gral fastnachtspiele 1122 lit. ver.; solch grosse schmach vnd marter all litt er (Jesus) dultig on allen grall (1517) Kehrein kath. kirchenl. 3 (1863) 87; vnd (der ritter) stach aüf sie (die heiden) mit zornes gral Hans Sachs s. fabeln u. schwänke 3, 27 ndr.; aber als ... der graff mit seim anhang hinein kam (in das schlosz), erwürgten sie den portner, doch so liesz er ein lauten grall, das erhört der graff von Dampmartin history von Hug Schappler (Straszburg 1537 bei Bartholomäus Grüninger) 45b (der erste druck [Straszburg 1500 bei Hans Grüninger] 39c hat statt dessen schrey). hierher gehört vielleicht auch gral in einer Heidelberger hs. des 15. jhs. statt gal der übrigen hss., wenn nicht bloszer schreibfehler vorliegt: swenne man dar an (ein alarminstrument) geslg, so wart der gal (var. H gral) und der doz also wit und also groz Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 1211 Regel. mit vokaldehnung kärnt. grâl (grâlar) 'schrei' Lexer 120; krâl (krâler) 'schrei, lärm' d. dt. mundarten 3, 120 Frommann.
4083 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grallm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    grall , m. , im 15./16. jh. ablautend neben seltenerem grell, m. ( teil 4, 1, 6, sp. 102) wie das seltenere grall, adj. …

  2. modern
    Dialekt
    Grall

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Grall Koralle s. Krell.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grall

6 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

grall‑ als Erstglied (5 von 5)

Grallae

Meyers

Grallae , soviel wie Watvögel (s. d.).

grallen

DWB

gral·len

grallen , vb. , kratzen, s. krallen II 1, teil 5, sp. 1983. noch österr. gral'n ' mit den nägeln ritzen ' Castelli Wien 148 .

grallögen

MeckWB

grall·oegen

grallögen krall- hell und munter blicken: grallögen Ha Red ; wur he kralögt C. Reinh. Holtrev. VI; s. begrallögen ; schlaftrunken blicken Ha…

grallöögt

MeckWB

grallöögt Adj. zum Vor. helläugig: grallögt ut 't Finster rut grinen Camm. Bil. 107. Br. Wb. 2, 533; Dä. 159 b ; Kü. 1, 603.

Grallog'

MeckWB

gral·log

Grallog' Krallog' n. leuchtendes, glänzendes Auge: Grallog' Schö Dem ; Schw Pamp ; Johann Grallog' der Mond Ro Ribn ; Dim. im Wiegenlied: Do…

Ableitungen von grall (1 von 1)

gralle

DWB

gralle , f. , obd. nebenform zu krall(e), das durch verlust des unbetonten vokals aus koralle ( teil 5, sp. 1795) gekürzt wurde. in den älte…