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grämig

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grämig adj.

Bd. 8, Sp. 1787
grämig, adj., älter auch gremig und ohne umlaut gramig, wie noch mundartlich (s. u.). neben den mit anderem suffix gebildeten grämlich, grämisch, auch gramhaft (s. überall dort) nur spärlichen gebrauchs, aber im ganzen sprachgebiet bekannt; modern etwas auflebend. zur lexikalischen verzeichnung s. unter grämlich. 1) älter, bis etwa 1600, im sinne von 'feindlich, feindselig': und (wir sollen) vliehen ungemuote zagen die wîbes êre grämic sint und eiter in den zungen tragen Winsbekin 44, 6 Haupt; vnd (man) also der sache ohne gremige thetlichkeiten abhelffen möge (Erfurt 1451) bei Haltaus 751; das si sich bei k. mt. aines verlusts und ungenedigen gramigen gemüts ... hochlich besorgen müssen (1527) polit. correspond. d. st. Straszburg 1, 975; grämig so gram ist, haissant, odiatore Hulsius-Ravellus dt.-frz.-it. (1616) 144b. moralisch abwertend: es wasend dy grämigen gsellen pösz gnug drob und wolten nur über dy pfaffen (Regensburg 16. jh.) städtechron. 15, 185. mnd. 'zornig': worden de borgher gremich uppe den rt (15. jh.) bei Schiller-Lübben 2, 143a. auch 'grimmig': als gremyge leven vnd rasen hunde ebda. dazu das subst. gramicheit, f. 'erbitterung, hasz' ebda 139a. noch mundartlich: gramig erzürnt Hertel Thür. 108; jrmmig böse, erzürnt Liesenberg Stieger ma. 147. so auch nl. grammig woordenboek 5, 560. 2) in der bei grämlich (s. d. B), grämisch (s. d. 2) schon früher auftretenden bedeutung 'mürrisch, unfroh' scheint grämig seit dem späten 19. jh. wieder literaturfähig zu werden, nachdem es mehrere jahrhunderte hindurch nur ein spärliches lexikalisches leben geführt hatte: ich bin sonst kein grämiger bursche, aber zu allerseelen werde ich menschenscheu Rosegger schr. (1895) II 11, 195; vgl. III 5, 125; das erste war, dasz der Steffel mit seinem grämigen gesicht ... sich in die runde wendete, zu sehen, ob alles vorhanden Rosegger schr. (1895) I 3, 246; (er) wurde grämig und bitter, bevor das alter gekommen G. Frenssen Bismarck (1914) 425.
2010 Zeichen · 52 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grämig

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Grämig ,

  2. modern
    Dialekt
    grämig

    Nachträge (Rheinisch)

    grämig -ə- Sieg-Fussh Adj.: griesgrämisch.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit graemig

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Ableitung von graemig

gram + -ig

graemig leitet sich vom Lemma gram ab mit Suffix -ig, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von graemig 2 Komponenten

gra+emig

graemig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — graemig kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

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APA
Cotta, M. (2026). „graemig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/graemig/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „graemig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/graemig/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „graemig". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/graemig/dwb.
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