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gradation

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gradation f.

Bd. 8, Sp. 1683
gradation, f. , vereinzelt auch in der schreibung gradazion Heinse s. w. 5, 202 Sch.; J. v. Soden Psyche (1801) 10, die vielleicht an ital. gradazione anknüpft. zufrühest im 16. jh. belegbar, scheint das wort erst mit der zweiten hälfte des 18. jhs., vielleicht unter einflusz von frz. gradation, eigentlich sprachläufig zu werden. heute nicht mehr geläufig. 11) im sinne von 'steigerung'. 1@aa) allgemein: dasz da ein gradation ist, die da exaltiert quintum esse Paracelsus opera 2, 380 Huser; es wird sich vielleicht ein andermal gelegenheit finden, diese gradation von bedeutenden zu mahlerischen, von mahlerischen zu pantomimischen gesten, ihren unterschied und ihren gebrauch, in beyspielen zu erläutern Lessing 9, 199 L.-M.; dasz sie sich selbst mit gutem grunde zutrauen könne, ihn, durch die gehörigen gradationen zu einem zweyten und vielleicht standhaftern Alcibiades zu machen Wieland Agathon (1766) 1, 168; diese allmähliche gradation des affekts ... ist das meisterstück, der triumph der kunst Gerstenberg schlesw. lit.-br. 121 lit.-denkm.; gradation in absicht auf den werth und stoff der ausführung. 1) erstes modell allenfalls in gips abgegossen, 2) in thon ausgeführt, 3) in marmor ausgeführt Göthe I 48, 246 W.; will man aber für die möglichkeit jener philosophisch genannten verfassungen ... die höchste gradation von gerechtigkeit ... forderen: so heiszt dieses nicht nur auf unmöglichkeiten bauen Haller restaur. d. staatswiss. (1816) 1, 268. 1@bb) in besonderer anwendung. 1@b@aα) für 'klimax' als rhetorischen begriff: gradation, ein auffsteigung von eim wort in das ander: als bey dem heyligen Paulo. wir wissen das trübsal gedult bringt, die gedult aber bringt erfarung, die erfarung aber bringt hoffnung, die hoffnung aber laszt nit zu schanden werden Simon Roth dict. (1571) G 7b; das beyspiel ist die gradation, deren gegentheil, das anticlimax, welches in ernsthaften gedichten ein grober fehler ist, und zum bathos gehöret, in der komischen heldenpoesie vortrefflich wird Dusch verm. schr. (1758) 16; gemeine leute fangen, wenn sie zierlich reden wollen gerne mit 'sondern' an oder brauchen die wörter 'theils' und 'entweder' ohne die dazugehörigen. n. b. auch 'vielmehr' wo gar keine gradation statt findet Lichtenberg aphorismen 151 Leitzm. 1@b@bβ) älter vereinzelt in direktem anschlusz an 1gradieren, vb. (s. d. 1 b α): also gleich in solcher arth, begegnet auch den glasern: vnd jhres gleichen den goldschmiden: den mntzern, die solch zusAetz, schmeydigkeit, flsz, gradation, cement vnd dergleichen suchen vnnd machen Paracelsus opera 1, 658 Huser. von gradieren 1 a her bei Fischart, jedoch nicht im anschlusz an Rabelais oder älteren französ. sprachgebrauch: ferner giengen sie publicas lectiones zuhOeren, die solen (= solennen) actus mit jhrer gegenwart zuehren, zu den doctormalen, magistrirungen, promotionen, gradationen, degradationen, disputationen, quotlibeten, comOedien Fischart Garg. 296 ndr. 22) 'abstufung, abschattierung, allmählicher übergang, abgestufte veränderung': allein der geist und die sinnen versanken durch eine unmerkliche gradation in den vollständigen grad von unempfindlichkeit Füeszlin v. d. gesundheit (1768) 25; der hintergrund ist ... ein leuchtendes hellbraun, das ... sich durch unmerkliche gradationen immer mehr bräunt Europa (1803) 2, 98 Schlegel; schon ganz frühe gesellt sich daher zu dem lebendigen reichthum der fantasie, zu der ritterlichen heldengrösze des romantischen gedichts eine leise ironie ... und auch unser Wieland ... hat zwar die gradationen dieser launichten mischung fast in jedem seiner romantischen gedichte verschieden ... anzuwenden versucht, ist ihr selbst aber in allen durchgängig treu geblieben Fr. Schlegel s. w. (1846) 5, 132; sie (die bisherige art der bündniskriege) war eine halbheit, eine anomalie, denn krieg und friede sind im grunde begriffe, die keiner gradation fähig sind Clausewitz vom kriege (71912) 639; der hochton ist die spitze des tons und nur einer, der tiefton als gegensatz das auf und absteigen zu und von jenem, also nothwendig von unerfaszlicher gradation Jac. Grimm briefw. 1, 235 Leitzm.; durch das wort berge irre geführt, das wir im deutschen sehr unbestimmt gebrauchen, wo der ausländer ... die gradationen derselben (wie coteaux, collines, montagnes, hillocks, hills, mount) unterscheidet Ritter erdkde (1822) teil 1, 72; kaum hatte ich diese worte gesprochen, ... so stürzte unser wagen plötzlich und ohne alle gradation ... von einem steilen abhang herab Pückler briefw. u. tageb. (1873) 2, 353; wie bei der anlage eines kolorits die lokalfarben lieber blasser als dunkler angelegt werden, weil dieser blaszre ton leichter vertieft und dunkler gemacht ist, während der dunkler angelegte nicht mehr gemildert werden kann, so wähle man bei der ersten ausführung eines dramas den grundton lieber der prosa oder der ruhe, der heiterkeit näher, als ferner; man erhält dadurch gröszre möglichkeit, mannigfaltig zu sein; man hat eine ungeheure breite der gradation des tones vor sich O. Ludwig ges. schr. (1891) 5, 479; gewisz, fürsten und vornehme so gut wie finanz- und geschäftsleute aller zeiten haben aus prachtliebe und machtlust heraus gesammelt — der gradationen sind hier ebenso unzählige J. Schlosser präludien (1927) 408.
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    Neuhochdeutsch
    Gradatiōn

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Die Gradatiōn , plur. die -en, S. Steigerung.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gradation

    Goethe-Wörterbuch

    Gradation Steigerung, Abstufung; einmal zur Bezeichnung einer Antiklimax (bei Geldgeschenken) [ betr Vertonung von Scher…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gradation

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gradation , lat.-deutsch, vom lat. gradus , Schritt, die Abstufung, bezeichnet in der Logik das Aufsteigen vom niedern B…

  4. Spezial
    Gradationf

    Dt.-Russ. phil. Termini

    Gradation , f градация , ж

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