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grabeshöhle

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grabeshöhle f.

Bd. 8, Sp. 1600
grabeshöhle, f. , häufig auch grabhöhle; seit der mitte des 17. jhs. 11) in sachlicher, fast fachsprachlicher bezeichnung (und hier meist in der form grabhöhle) für eine in den felsen gehauene (oder auch natürliche) gruft oder ein gemauertes grabgewölbe, grab A 2 a und b entsprechend: was (hat) Abraham gedacht bey seiner zweyfachen grabhöle und derselben zweyfachen loche Dannhawer catech.-milch (1657) 6, 492; diese höhlen bestehen in unterschiedlichen gewölben ... mit so mancherlei gängen gleichsam an einander gefüget, dasz man aus einer grabhöhle fort und fort in die andere gehen kan O. Dapper Africa (1670) 92b; so brachte dieses paar (die witwe und die magd) in seiner grabeshöhle, mit seufzen und geschrey zu der entwichnen seele, ... in lauter traurigkeit bereits drey tage zu Schwabe belust. (1741) 4, 169; es sind überbleibsel von vierzehn tempeln, alle von der alten dorischen ordnung, nebst einer groszen menge in den felsen gehauener grabhöhlen und kornbehälter Göthe I 46, 186 W. speziell vom grab Christi: der überwinder (Jesus) geht aus seiner grabeshöle Schmolck s. trost- u. geistr. schr. (1740) 1, 392; da der stein über seine grabhöhle dumpf hinsank, und kein strahl des tages sich dem eingehüllten leichnam mehr nahen konnte Lavater ausgew. schr. (1841) 1, 49. 22) poetisch umschreibend für einfaches 'grab' oder 'tod', von der speziellen sachvorstellung 1 gelöst. häufig in der religiösen sprache des barock und von dort aus weiterlebend: ihr bestes fleucht die grabeshöle und schwebet bey der frommen schaar Simon Dach ged. 4, 119 Zies.; dasz ich sie lieb als meine seele, bisz in die schwartze grabeshöhle Neumark poet. u. musik. lustw. (1652) 77 denke, dasz die grabeshöle auch für deinen leib bestellt Triller poet. betracht. (1750) 5, 473; schlummre ruhig in der grabeshöle Schiller 1, 182 G. selten mit einem nach 1 weisenden konkreten einzelzug: und durch das finstre thor der grabeshöhle erblickst du schon die seligen gefilde, das himmlische verheiszungsland der frommen Uhland ged. (1898) 1, 105. im zusammenhang eines vergleichs: er schrieb an herrn Onuphrius, an die mönche ... alles war umsonst. es war wie in eine dunkle grabeshöhle gerufen Gutzkow ges. w. (1872) 2, 85. 33) in bildlichem gebrauch, wie bei grab B auf vergleich mit dem eigentlichen gebrauch A beruhend, in jüngerer sprache: ob die schläfen eingefallene grabhölen oder zarte ruhestäten sind? Herder 8, 49 S.; wer hätte iezt nicht grund zu klagen in diesem schauplatz des jammers, dieser weiten grabeshöhle (dem von krieg und pest entvölkerten Athen) Meissner Alcibiades (1781) 2, 189; die arme seele (Julia) lebend'ge leich in dumpfer grabeshöhle (in einer mönchszelle)! Shakespeare 1 (1797) 156 (Romeo und Julia V 2); und wie er sie (ein edelmann sein schuldig gewordenes weib) fortschleifte in diese grabeshöhle (eine feuchte gebirgshöhle) W. Raabe s. w. I 3, 471 Klemm.
2918 Zeichen · 44 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grabeshöhlef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    grabeshöhle , f. , häufig auch grabhöhle; seit der mitte des 17. jhs. 1 1) in sachlicher, fast fachsprachlicher bezeichn…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grabeshöhle

    Goethe-Wörterbuch

    Grabeshöhle s Grabhöhle Dorothea Kühme D.K.

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grabe+s+hoehle

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Cotta, M. (2026). „grabeshoehle". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/grabeshoehle/dwb?formid=G24757
MLA
Cotta, Marcel. „grabeshoehle". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/grabeshoehle/dwb?formid=G24757. Abgerufen 20. May 2026.
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Cotta, Marcel. „grabeshoehle". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/grabeshoehle/dwb?formid=G24757.
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  author       = {Cotta, Marcel},
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