Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
grübelen swV.
2 ‘(geistig) bohrend nach / in etw. suchen, etw. intensiv untersuchen, erforschen’
3 ‘krabbelnd, tastend nach etw. suchen, greifen’
4 (jmdm.) diu ôren ‘kitzeln’ , hier übertr. ‘sagen, was jmd. gerne hört’
1 ‘in etw. graben, bohren’ der minneste finger der nehât ambeht ander / newane sôs wirt nôt daz er in daz ôre grubilet, / daz iz ferneme gereche swaz iemen spreche Gen 147 2 ‘(geistig) bohrend nach / in etw. suchen, etw. intensiv untersuchen, erforschen’ man [soll] nicht alleine ein cinvaldegen lut der wort vornemen, sundir man sal ouch grobiln nach deme vorborgenen sinnen, der undir den worten bedackit ist Cranc Vorr. Joel 316,3; under drîzigen ich niht vinde / drî, die gerne lernen / und nâch der künste kernen / grübeln wöllen in der jugent Renner 17425; KvWPart 7352; wan wir müezen manic kristenlîchiu dinc glouben, daz man weder gesehen, noch gehœren mac. man sol ouch niht ze vil grübelen in dem hôhen kristengelouben PrBerth 2:77,7. 2:235,9 3 ‘krabbelnd, tastend nach etw. suchen, greifen’ swer bûwet gein himel hôhe gibel / und ûf der erden als ein wibel / tac und naht nâch guote grübelt / und ein pfunt ûf daz ander schübelt, / der ist ein irdisch nagemûs Renner 21907 4 (jmdm.) diu ôren ~ ‘kitzeln’, hier übertr. ‘sagen, was jmd. gerne hört’ meister, die diu ôren grübeln / und von der wârheit wenden ir [der Welt] ôren Renner 22472 (vgl. 2 Tim 4,3 prurientes auribus, eigentl. ‘je nachdem, wie ihnen die Ohren jucken’). – diese Bedeutung sonst nur in jüngerem unpers. Gebrauch ‘jucken, kitzeln, kribbeln (in der Nase, in den Händen, im Magen usw.)’ (vgl. DWB 4,1,6,613 unter 2), mhd. aber für ReinFu S4,1884 (vgl. den App. in ReinFu (S) ) wahrscheinlich.
MWB 2 959,5; Bearbeiter: Plate