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gottgefaellig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gottgefällig adj.

Bd. 8, Sp. 1324
gottgefällig, adj. , vereinzelt mit -s- in der fuge: gotsgefellig Hedio chron. Germ. (1530) 51a; gottsgefellig Stumpf Schweizerchron. (1606) 81a; gottsgefällig Mi Mecklenb. 28. seit dem 16. jh. belegbar. 11) als religiös-ethischer wertbegriff, vorwiegend in christlichem sprachgebrauch. in der vorstellung göttlichen wohlgefallens an menschlicher haltung oder leistung und in den dahin gehörigen wendungen unter gott I C 3 b γ wurzelnd, in der anwendung aber vornehmlich mit dem charakter eines objektiven wertbegriffs im sinne von 'fromm, gut, rein' u. ä. 1@aa) als prädikat menschlicher haltungen, gesinnungen und handlungen: aber da gegen fichtet nu, das solcher gotgefelliger weg ... verworffen wird von den gottlosen Luther 19, 563 W.; an stat eines gottgefälligen morgengebets, läst diese dirne ein üppiges buhlliedlein hören Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 4, 6; so ist sie (die gottesgelehrtheit) doch nicht im stande, ihn (den menschen) zu gottgefälligen handlungen tüchtig zu machen Schwabe belust. (1741) 7, 248; wenn er (der mensch) sich seiner aufrichtigen gottgefälligen gesinnung bewuszt ist Kant 5, 263 akad.; Annunziata kniete in Santa Maria Castella und Lauro sasz im vorhof der kartause von Camaldoli, beide ohne frömmigkeit, ohne gottgefällige gedanken Werfel geschw. v. Neapel (1931) 106. in auszerchristlichem bereich: solche vorstellungen von gottgefälliger menschentugend ... brachten die orfischen geheimlehrer J. H. Voss antisymb. (1824) 1, 180. in fester verbindung: vermahnung und auffmunterung zu einem frommen, gott-gefälligen leben Dannhawer catech.-milch (1657) 6, 565; Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 150. [] besonders: zudem wir nit zwifeln, dasz es ein gottgefällig werk ist (das streben nach einigkeit) Luther br. 8, 8 W.; wer sohn und mutter neben einander einträchtig hätte sitzen sehen, ... der hätte schwören müssen, sie handelten im guten glauben ein gottgefälliges werk mitsammen ab Holtei erz. schr. (1861) 4, 151. in dieser verbindung auch spezieller, kirchensprachlich wie gutes werk: für die tradition der güter an die kirche kam noch weiter der umstand in betracht, dasz diese als gottgefälliges werk erschien Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 22; Immermann w. 6, 85 Hempel; die stickerei von altardecken, meszgewändern und ähnlichem kirchenschmuck ... ist ... ein stilles, gottgefälliges werk, das einer schwächlichen klosterfrau wohl ansteht Werfel Bernadette (1948) 424. unter gleichem aspekt: sie eilten die bräuche des verwundeten gewissens im mütterlichen schoosze der kirche abzuwerfen und die zauberin verwandelte den brudermord in ein gottgefälliges opfer J. G. Forster s. schr. (1843) 3, 176; Anzengruber ges. w. (1890) 3, 91. substantiviert: (er hat) wenig gottgefälliges an sich mercken lassen Schnabel insel Felsenburg 132, 18 Ullr. adverbial: gesetzt, dasz mancher trotzt, und sein geschlecht erhebt, wer weisz, ob er dabey auch gott-gefällig lebt? bei Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 146. modern auch mit ironisierendem nebenton: aus allen teilen des vaterlandes kamen gelegentlich schwarzgekleidete und langhaarige herren (pfarrer und missionare) herbei, um ein paar tage hier zu verweilen ... gottgefälliger gespräche, einiger nahrhafter mahlzeiten und klingender unterstützung zu heiligen zwecken gewisz Th. Mann Buddenbrooks (1945) 1, 287; der mann hiesz pastor und noch nicht kirchenrat. er schlosz die augen nicht und war auch nicht so gottgefällig sanft (wie der frühere pastor) Renn adel im unterg. (1947) 247. 1@bb) unter der voraussetzung von a gelegentlich auch auf sachbegriffe bezogen: was ist also eine reine, untadelhafte, gottgefällige religion? Lavater verm. schr. (1774) 2, 352; sie wollen den stracken lauf der heilsamen und gottgefälligen justiz hemmen? Möser w. (1842) 5, 59. 1@cc) als persönliches prädikat: die apostel Christi, die wirdigen gotsgefelligen menner C. Hedio chron. Germ. (1530) D 1a; sie (die weltleute) kamen sich nicht weniger kostbar, gottgefällig und auserwählt vor H. Hesse glasperlenspiel (1943) 2, 23. auszerchristlich: entsinst du dich des mannes nicht, ... des edelsten, des gottgefälligsten aller sterblichen (des Sokrates)? Meissner Alcibiades (1781) 4, 328. 22) als objektiver wertbegriff auszerhalb eigentlicher religiösethischer wertung; für zuständliches oder sachlich gegebenes, an dem gott gefallen hat, ohne dasz eine auf gott bezogene leistung vorauszusetzen ist, wohl nur jüngeren gebrauchs: wo wir (knaben) ... im eignen, schönen gottgefälligen flore blühten, ... einander freundschaft schwuren, theilnehmung an kummer und freuden Maler Müller w. (1811) 1, 351; Immermann w. 2, 49 Hempel; der zufall wollte es nun, dasz drauszen im garten eben eine amsel ihr reines, gottgefälliges liedchen zu flöten begann Ginzkey meistererz. (1940) 128. auszerchristlich: so wurden in die fundamente von tempeln ... teile von menschen, z. b. das für besonders gottgefällig gehaltene auge, eingegraben Ratzel völkerk. (1885) 2, 124. in scherzhaftironischem gebrauch, wohl in anlehnung an die entsprechende verwendung von göttlich (s. d. C 5 b; 6): die jugend hat ein gottgefälliges talent, gräber niederzutreten: der schulplatz ist ein alter kirchhof (1860) W. Raabe s. w. I 3, 372; als die thüre sich weit öffnete und ... der bankier Christian Gumpel, mit seinem wohlhabenden lächeln und gottgefälligen bauche hereinwatschelte H. Heine s. w. 3, 296 Elster. 33) sehr selten als bezeichnung für etwas, was in gottes belieben, in seinem freien ermessen steht, auch dies im anschlusz an gott I C 3 b γ: solichs (die fähigkeit, die mönchsgelübde zu halten) wirt allein verlyhen denen es [] von ewigkeit von got berait ist. welcher gottgfelliger ordnung, von wenigen auch wenig nach gedacht wirt vor dem ingang des klosters Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 27 ndr.; (ich) verschreibe meiner schwägerin ... für meiner verpflegung ... von 1 ten iully 1813 an bis zu meinem gottgefälligen ableben wochentlich fl 1 (1816) Bozner schreibschriften 138 Santifaller.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gottgefälligadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ◬ Gottgefällig , adj . u. adv . Gotte gefällig, angenehm, mit Gottes Willen übereinstimmend. Ein gottgefälliges Leben fü…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gottgefällig

    Goethe-Wörterbuch

    gottgefällig fromm, im relig u sittl Sinne löblich; einmal ‘G-es’ Daß Gutes und G-es immer gewesen | .. Daß weise gute M…

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Wortbildung

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Zerlegung von gottgefaellig 2 Komponenten

gott+gefaellig

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gottgefaellig‑ als Erstglied (1 von 1)

gottgefälligkeit

DWB

gottgefaellig·keit

gottgefälligkeit , f. , zu gottgefällig 1, als ein personen, handlungen oder sachlichen gegebenheiten anhaftender charakter: allerdings gieb…