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Gotik

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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Gotik

Gotik

gotisch Adj. ‘den Goten zugehörig bzw. sie betreffend, im Kunststil der Gotik’. Zu einem aus got. Gutþiuda ‘Gotenvolk’ als wahrscheinlich zu erschließenden got. *Gutans Plur. ‘Goten’ (weitere Anknüpfungen ungewiß; vielleicht im Sinne von ‘Männer’ zu got. giutan ‘gießen’, also auch ‘Samen ergießen’?) sind gebildet griech. Gū́tōnes (Γούτωνες), lat. Gothōnēs sowie griech. Góthoi (Γόθοι), spätlat. Gothī ‘Goten’ und das Adjektiv spätlat. gothicus; in Anlehnung daran begegnet in der Zeit des Humanismus (16. Jh.) Goten Plur. und gotisch. Das Adjektiv dient zunächst (1. Hälfte 16. Jh.) zur Kennzeichnung der Zugehörigkeit zu oder Herkunft von dem in der Völkerwanderungszeit untergegangenen Volk der Goten (gotische Sprache, gotisches Volk), steht aber auch allgemein im Sinne von ‘germanisch’ (17. Jh.). Im 18. Jh. wird gotisch auf eine Stilform bezogen und nimmt im Klassizismus unter Einfluß von frz. gothique, ital. gotico, engl. gothic den abschätzigen Sinn ‘mittelalterlich verworren und dunkel, barbarisch, roh, geschmacklos’ an. Zugrunde liegt die verächtliche Einschätzung der mittelalterlichen Bauten Italiens während der italienischen Renaissance, die dafür die Goten, d. h. die Germanen, die Barbaren, verantwortlich macht. In der 2. Hälfte des 18. Jhs. erfährt gotisch, besonders durch Goethes Schrift „Von deutscher Baukunst“ (1772), später durch die Romantiker, hinsichtlich seiner Wertung eine völlige Umkehrung von entschiedener Ablehnung zu Bewunderung und begeisterter Zustimmung; es steht seit Mitte des 19. Jhs. als ästhetische Stil- und Epochenbezeichnung, besonders für den mittel- und westeuropäischen Kunststil des 13. bis 15. Jhs. Als Kennzeichnung der aus der karolingischen Minuskel entwickelten Frakturschrift wird gotisch im 18. Jh. gebräuchlich. – Gotik f. europäische Kunstepoche (in Frankreich etwa seit 1150, in Deutschland seit 1220) im Anschluß an die Romanik bis zur Renaissance (in Italien bis Anfang des 15. Jhs., im übrigen Europa bis Anfang des 16. Jhs.), für die in der Baukunst steile Spitzbogen, Pfeiler und hohe Fenster charakteristisch sind; gegen Ende des 18. Jhs. (auch hier wohl unter Einfluß von frz. le gothique) zu gotisch gebildet mit dem auf dem fem. Adjektivsuffix griech. -ikē (-ικη) (zu ergänzen téchnē, τέχνη ‘Kunst, Geschick’), lat. -ica (zu ergänzen ars ‘Kunst, Handwerk’) beruhenden Abstraktsuffix -ik (s. Klassik, Romantik, Technik).
2394 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gotikf.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gotik , f. , stil- und epochenbezeichnung, zunächst in der bildenden kunst, dann auch für das zugrundeliegende lebensgef…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gōtik

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gōtik , die gotische Weise, namentlich in der Baukunst, gotischer (Bau-) Stil.

  3. Spezial
    Gotik

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Go|tik f. (-) gotica (-ches) f. , ert gotica f.

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Wortbildung

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gotik‑ als Erstglied (1 von 1)

gotiker

DWB

goti·ker

gotiker , m. , junge ableitung von gotik. 1 1) im engeren sinne zu gotik 1: der im gotischen stil bauende architekt oder schaffende künstler…