götzenopfer,
n. 11)
heidnisches opfer. Luther
verdeutscht mit dem zu götze D 1
gebildeten kompositum gr. εἰδωλόθυτον,
einmal auch substantiviertes ἱερόθυτον (
1. Kor. 8, 1)
des neuen testaments. er bezieht das wort damit prägnant auf das heidnische speiseopfer, das den göttern dargebracht und von der kultgemeinde gegessen wird: das jr euch enthaltet vom gOetzenopffer vnd vom blut, vnd vom erstickten
apostelgesch. 15, 29; etliche machen jnen noch ein gewissen vber dem gOetzen, vnd essens (
die speise) für gOetzenopffer, da mit wird jr gewissen, weil es so schwach ist, beflecket
1. Kor. 8, 7;
offenb. 2, 14; 20
u. ö. im anschlusz an die Luther
-bibel lexikalisch für idolothytum, z. b. Frisius
dict. (1556) 643
a; Maaler
teutsch spr. (1561) 188
d; Steinbach
dt. wb. (1734) 2, 156.
literarisch in gleicher beziehung namentlich im 16.
jh.: den szo dich jemandts ... söhe zcu tisch sitzen im götzen hausz, wirt nitt sein gewisszen ... vorursacht, das götzenopffer zcu esszen? (1522) Egranus
ungedr. pred. 80
Buchw.; es wird gleichwol daneben auch gesetzt und auffgelegt, das sie sollen gotzen opffer, blut versticktes vnd hurerey meiden (1528) Luther 53, 650
W.; dienten dem abgott Baal, das gOetzen opffer schmeckt jn wol Burkard Waldis
d. psalter (1553) 192
b; (
die christen) welche in den heydnischen götzen-tempel, das jenige fleisch, so vom götzenopffer überblieben, ... haben helffen verzehren Dannhawer
catech.-milch (1657) 1, 203.
jünger in einem allgemeineren sinne von den den göttern dargebrachten opfern: etliche (
Brahmanen) ... haben nichts, als was ihnen ... am götzenopffer zukömpt Olearius
verm. reisebeschr. (1696) 81; wo sind ihre (
der zum götzendienst abgefallenen juden) götter nun? der schutzgott, dem sie sich vertraueten? die ihre fetten opfer assen und soffen ihrer götzenopfer wein Herder 11, 465
S.; (
der papst) erklärte ... zauberwesen, götzenopfer und zweiweiberei sträflich Zschokke
s. ausgew. schr. (1824) 29, 150.
die opferhandlung: darnach reisete er (
bischof Gottfried) auch durch Schlesien auff und nider, ... vnd schaffete die gottlosen ceremonien der götzenopffer ab Rätel
Curäi chron. (1607) 384; er sahe in der ferne eine proceszion von heidnischen landleuten, die ihm zu einem götzenopfer zu gehen schienen Kästner
verm. schr. (1772) 2, 119; es verstand sich von selbst, dasz die von den abgöttern zum wahrhaftigen gott bekehrten heiden an den götzenopfern ihrer heidnischen volksgenossen sich nicht mehr betheiligten Besser
bibelstunden 3 (1877) 748. 22)
in älterer sprache vereinzelt götze D 2
entsprechend, von falschen christlichen gebräuchen: wie dann auch unser flaischmeyden götzenopffer ist, welches wir ausz menschen-gepot und nicht ausz gottes-gepot meyden Hans Sachs 22, 71
lit. ver. 33)
übertragener gebrauch begegnet selten: seitdem, dasz uns der wahn die augen zugekleistert, und hochmuth, samt dem geitz, des hertzens sich bemeistert, so giebt der tolle mensch den frey-gebohrnen sinn, sein allerbestes pfand, zum götzen-opffer hin Canitz
ged. (1727) 90; die schöne Richilde hatte oft jahre vorüber gehen lassen, ohne den spiegel über ihre schönheit zu befragen; jetzt liesz sie keinen tag vorbei. sie genosz verschiedene male das vergnügen, ihrer gestalt ein götzenopfer zu bringen Musäus
volksmärchen 3, 56
Hempel. —