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gnepfe

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gnepfe f.

Bd. 8, Sp. 640
gnepfe, f. , im schweizer. gebräuchliches verbalsubstantiv zu gnepfen; vgl.gnappe(n), f. (?), sp. 616 und gnipf, m., Staub-Tobler schweizer. 2, 673, entsprechende bildungen zu 2gnappen und gnipfen. auch in der form gnäpffen Frisius (1556), Maaler, s. u., vgl. dazu unten gnepfen, vb., sp. 641; gnepffen Frisius (1590) bei Diefenbach gl. 586c unter tolleno; gnepfi, s. u. 11) schwankende lage, schwebe, neige, zustand der labilität, auch der augenblick, in dem sich ein gegenstand (z. b. bett, stuhl, tisch) oder ein mensch beim wackeln oder vor dem umfallen befinden, s. Staub-Tobler 2, 670: der ofen sei solcher maszen im abgang und in der gnepfi, dasz ... den völligen einfall zu versehen (1717) ebda 671; gewöhnlich in der wendung auf (uf) der gnepfe sein (sin) 'im begriff stehen zu fallen', s. ebda. so auch in redensartlicher übertragung: auff der gnepff seyn vergere ad occasum atque ruinam, minitari ruinam, nutare Dentzler clavis ling. lat. (1716) 138a; es ist mit ihm auff der gnepffe res eius inclinata est ebda; vgl. dazu Paul-Braunes beitr. 51, 66. auf der gnepfe stehn u. ä.: wo es umb einen gefärlich stuond (wir sagend, wenn einer auf der gnepfe stuond) L. Lavater buoch Job (1582) bei Staub-Tobler 2, 671; zur zyt der reformation stund das ganze bapsttum uf der gnepfe Breitinger synodalreden (1616) ebda; der schreiber hätte ... nicht viel zu thun, wenn die menschen nicht ökonomisch oder physisch auf die gnepfi kämen Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 18, 149; heute noch mundartlich, z. b. von dem schwankenden zustand der gesundheit oder der wirtschaftlichen lage, s. Staub-Tobler 2, 670. 22) als bezeichnung eines gerätes oder geräteteils. 2@aa) zufrühest für eine vorrichtung zum wasserschöpfen, den brunnenschwengel: tollenon ein gnäpffen, das ist ein lang holtz, auff welchem dahinden ein schwarstein (ein stein zum beschweren) ist, damit man wasser aufzücht, als an schöpfbrunnen Frisius dict. (1556) 1313b, ebenso bei Maaler 188a mit dem zusatz hinter holtz: auf einer saul entwAeris (d. i. quer über einen pfahl gelegt); tolleno gnepffe an einem sodbrunnen (d. i. ziehbrunnen, wohl in der art des galgbrunnens, d. h. mit galgen- oder wagebalkenförmigem hebel zum niederlassen und aufziehen eines eimers, vgl. Staub-Tobler 5, 669 bzw. 666) Dentzler clavis ling. lat. (1716) 138a, auch wassergnepfe ebda lat.-dtsch. teil 788a s. v. telo und 813a s. v. tollenon; zu wasserknepfel tolleno s. teil 5, 1412; mundartlich bis in neuere zeit (19. jh.) nachweisbar, s. Staub-Tobler 2, 671. dazu gnepffbaum, wie man sie in den dörffern bey den söden (sodbrunnen) hat, ein waagbaum tollenon, genus machinae, quo hauritur aqua in alteram partem praegravante pondere Calepinus dict. ling. sept. (1579) 1553a. 2@bb) weiterhin bezeichnet gnepfe mundartlich ein fischernetz, vorrichtungen zum spannen der armbrust, zur lenkung eines wagens, zum stützen und heben einer last, s. Staub-Tobler 2, 671; wassergnepfi 'eine durch wasserkraft getriebene maschine': von der stampfi und wassergnepfi sollen jährlich 2 β bodenzins entrichtet werden (1649) ebda.
3101 Zeichen · 71 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gnepfef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gnepfe , f. , im schweizer. gebräuchliches verbalsubstantiv zu gnepfen; vgl. gnappe(n), f. (?), sp. 616 und gnipf, m., S…

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Wortbildung

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6 Bildungen · 5 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

gnepfe‑ als Erstglied (5 von 5)

gnepfen

FWB

1. ›hinken; schwanken, unsicher gehen‹.; 2. ›Übergewicht bekommen, umkippen (von Gegenständen)‹.; 3. ›(mit dem Kopf) wackeln, den Kopf auf u…

gnepferîn

Lexer

gnepferîn stf. die hinkerin; als fing. name frô Gnepferîn Ring 39,30.

gnepferīn

KöblerMhd

gnepferīn , st. F. Vw.: s. genepfærinne*

Gnepfeⁿ I

Idiotikon

Gnepfeⁿ I Band 2, Spalte 670 Gnepfeⁿ I 2,670

Gnepfeⁿ II

Idiotikon

Gnepfeⁿ II Band 2, Spalte 672 Gnepfeⁿ II 2,672

gnepfe als Zweitglied (1 von 1)

Wassergnepfe

Idiotikon

Wassergnepfe Band 2, Spalte 671 Wassergnepfe 2,671

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gnepfe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gnepfe/dwb?formid=G21405
MLA
Cotta, Marcel. „gnepfe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gnepfe/dwb?formid=G21405. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gnepfe". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gnepfe/dwb?formid=G21405.
BibTeX
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