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glinzen

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glinzen vb.

Bd. 8, Sp. 124
glinzen, vb. , glänzen; blinzeln. fürs hd. seit dem mhd. bezeugt, vereinzelt in verschobener form, auch in einem nd. voc. des 15. jahrh., s. Diefenbach gl. 134b s. v. comare. auszerhalb des dt. im nordischen: schwed. mundartl. glinta, st. vb., 'ausgleiten', norw. mundartl. gletta, st. vb., 'gleiten, fehlen'. mit norw. mundartl. gletta, schw. vb., (< glantjan), schwed. glänta 'hervorschimmern, ein wenig öffnen', 'gucken'; ahd. mhd. glenzen, 'leuchten, glänzend machen'; me. glenten 'scheinen, blicken', ahd. mhd. glanz, adj., 'hell, glänzend', mhd. glanz, m., 'glanz, schimmer' zur basis idg. ghlend- der wurzel idg. ghel- 'glänzen, glatt sein', die auch in gleiszen, glimmern u. a. vorliegt, s. Walde-Pokorny 1, 624 ff.; vgl. auch das nomen glinz: an dem glintz, an dem steinglintz (13. jahrh.) bei Schmidt hist. els. wb. 150a. im deutschen herrscht die bedeutung 'glänzen'; die im nordischen allein begegnende bedeutung 'glatt sein' ist bezeugt nur für das abgeleitete glinzeln und mit anderm dental für glinden, ferner glinsen. mundartl. ist das verbum oberdeutsch und mitteldeutsch erhalten: Unger-Khull steir. 295b; Staub-Tobler schweiz. 2, 639; Tschumpert bündner. 606; Martin-Lienhart els. 1, 260b; rhein. wb. 2, 1275; Gerbert Vogtland 70; Hertel Thüringen 107; Jecht Mansfeld 43a; Müller-Fraureuth obersächs.-erzgeb. 1, 425b. starke flexion ist nur fürs mhd. bezeugt: glanz (3. sg. praet.) Ulrich v. Eschenbach (s. u.); schwache flexion seit dem 15. jahrh.: glintzeten (1492) histor. volksl. 326, 18 v. Liliencron; Luther w. 28, 675 W.; glintzete Moscherosch ges. (1650) 2, 797. sehr häufig ist das part. praes. 11) glänzen, glitzen, schimmern. 1@aa) von lichtquellen, bes. von den sternen: den 23. schön, nachts wunderzeichen und glintzende sterne Kepler opera 1, 462 Frisch; sondern sehen auch das gantze theil desz himmels und nicht nur die so klaar und glintzend sind, ... umblauffen J. de Acosta America (1605) 3. auch vom glanz der morgenröte: gleich als die glinczende morgenroth du tochter Syon bist gancz schon und susze Bonaventuras Maria (1516) S 3b. 1@bb) von glänzenden gegenständen, bes. von metallen; so heiszt es von den vier tieren der vision Hesekiels cap. 1: jre füsse waren gleich wie runde füsse und glintzeten wie ein hell glat ertz Hesekiel 1, 17; der prophet auch des glintzenden ertz inn diser offenbarung gedencket Mathesius Sarepta (1571) 54b; alles das auff dem tisch war, das war gülden oder silberen und ubergüldet, das glintzet gar schön C. Hennenberger erclerung (1595) 296; mit betrowung der von schaide gezognen glintzenden säblen, die kinder all zu stucken zerhawen J. Mayer wachthäusel (1607) 50; sein rüstung hell und glintzend schön gab durch den fall ein laut gethön Spreng Ilias (1610) 206a; sprichwörtlich: es ist nicht alles gold, was glintzet Lehman floril. pol. (1662) 3, 82; vgl. dieselbe redensart bei glänzen. von edelsteinen: es umbringet doch sonsten ein jeglich gelied ein glintzend köstlich steinichen J. Barth weiberspiegel (1665) H 5b; keyser Carolus 5. (hat) ... wie eine perle und glintzendes gestein unter der reye anderer tugendlicher ... regenten ... herfürgeleuchtet H. Rätel chron. Joach. Curäi (1607) 542; sonst: die glintzenden sandkörnlein (nitelae, micae sunt auri colore resplendentes ex arena) Bas. Faber thes. (1587) 546b; weiszer, glintzernder, runder, steinichter saame v. Hohberg georgica cur. 3 (1715) 451a; sie (die zähne) sind weisz und glintzen wie helffenbein C. Forer Gesners fischbuch (1598) 89a; vom glanz der augen: die augen glintzen wie einer katzen G. Edelman hochzeitpred. (1580) M 2a; ihr liecht scheinet aus ihren fewrigen augen, das glintzet als der fewerblitz J. Böhme vierzig fragen (1624) 161; in besonderer verwendung: der tod ... glinzt aus deinen augen Tieck schriften (1828) 2, 152. 1@cc) weiterhin vom farbglanz; schon mhd.: dar under lechelichen glanz ein munt durchliuhtec rot Ulr. v. Eschenbach Wilhelm v. Wenden 1509 Toischer; als bestimmendes wort zu farbe selbst: verstreichfarb, glintzende farb color quo meretrices utuntur ad obtengenda corporis vitia P. Apherdianus method. disc. (1601) 250; schwartze glintzende farbe coracinus A. Corvinus fons lat. (1646) 226; das sternkraut hat gestirnte glinzende blumen Tabernaemontanus kräuterbuch (1664) 716; aus der wurzel entspringen starke rothlechte glinzende gertlein ebda 1143; sie (die holdseligen vöglein) glintzen, trutz dem schönsten pfauen, von gold- und rubinenfarbe E. Francisci ind.-chin. lustgarten (1668) 1, 42; etliche wunderschöne pfauen, welche ... mit ihren gold, blau und meergrün glintzenden federn prangten ders. lustige schaubühne (1698) 2, 192. 1@dd) uneigentlich: da zu unser zeit der mönche wercke im bapsthum so schön glintzeten Luther werke 28, 675 W.; er (Christus) straffte aber die heuchler, die phariseer, dasz sie lange gebethe vorwendeten und auff den gassen stunden glintzen J. Böhme schriften (1620) 3, 207. 22) mundartlich wie glinseln und glinzeln, auch 'blinzeln, verstohlen schauen' Martin-Lienhart els. 1, 260b; dazu glinzi 'schieler' ebda.
5136 Zeichen · 143 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    glinzenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    glinzen stv. I, 3. BMZ schimmern, glänzen Geo. alsô glanz diu sunne Troj. 1141. vgl. glîmen, vgl. glîʒen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    glinzensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    glinzen , sw. V. Vw.: s. glinsen

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glinzen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    * Glinzen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, aber so, wie das Iterativum glinzern, nur in den ge…

  4. modern
    Dialekt
    glinzen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    glinze n [klìntsə Steinbr. ; klìnsə Str. ] 1. blinzeln. 2. verstohlen schauen: er glinzt schon e Wil hi nüwer Str. — Bay…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glinzen

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