Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
glesten swV.
1.1 allg.
1.2 übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit
1.3 unklar, ob hierher
2 tr. ‘etw. zum Strahlen, Leuchten, Glänzen bringen’
1 intr. ‘glänzen, strahlen, leuchten’ 1.1 allg.: ich sihe den morgen-sternen glesten KvWLd 15,1; ich sihe in [den Tag] durch diu wolken glesten [...] diu naht ist gar dâ hin gescheiden KLD:BvL 2:1,3; daz ist der feurein himel, dar umb, daz er glestent [l. glestet?] und scheint mit wunderleichem grôzem glast BdN 55,13; der schein der glest gegen dem tag, / daz iz allez sichtig was Suchenw 11,62; vil manic liehter schîn / von viure gegen im glaste Wig 6679. 7176; von der sunnen / ein cleinez stræmelîn dar în, / daz glestir ûf ir hiufelîn, / ûf ir kinne und ûf ir munt Tr 17578; schol ich daz viur / iht fuͤrhten und entsitzen / daz da mit glantzen glitzen / glestet uz dem schilde WhvÖst 4827. – von himmlischem Leuchten: diu gotheit kan lûter sîn, / si glestet durch der vinster want Parz 466,21; dô die engel quâmen / und den stein abe nâmen, / dâ schein ein lieht vaste, / daz uns in diu ougen glaste KvHeimUrst 912; WernhMl 6788. – von leuchtenden Farben und glänzenden Materialien: sît ich êrst gesach ir mundes rœte glesten / sam die bluot ûz esten SM:Ro 4: 2,9; ûz rœte rôt dâ glestet, / in brûner brûne purpervar der meie sich nu gestet KLD:HvW 5:1,7; KLD:KvH 3:4,3; von Rivelanze Ardân / brâhte manegen ritter snel. / er kêrte, dâ daz pantel / gleste ûz hern Gârels vanen PleierGar 14823; Parz 792,27. – Part.: ez wart ein truͤbe, vinster, dick. / manig sere glestendir blick / durh die riehinde dicke [...] schein RvEWchr 4475; ein phellel glestende als ein viur Wh 360,16. – subst.: biz daz der lûter morgenrôt / sîn glesten wünniclîche bôt KvWPart 2186; des helmes glesten nu zergat Suchenw 10,252; Parz 196,11; Daniel 6593; JvFrst 9890 1.2 übertr. auf strahlende Schönheit, Vollkommenheit: die geste / stuonden für si diu dâ gleste, / diu Orgelûse was genant Parz 630,10; si bat mich ir tschantieren / von der linden esten / und von des meien glesten Tannh 3,71; du solt in êren glesten SM:Pf 1: 2,14; KLD:BvH 11: 5,1. – subst.: diu wîse und diu klâre [die Herzogin] / mangem herzen was ze vâre, / daz twanc ir liuhtic glesten UvEtzWh 4339. – sprichw. (?): tugent sol glesten / den friunden und den gesten KLD:BvH 13: 4,8 1.3 unklar, ob hierher: swie selten [...] si ir vil sconen lip gepadet oder gedwuͦge unde swie ubel ir gewasken ware ode gelest Konr (Sch) 259,16 2 tr. ‘etw. zum Strahlen, Leuchten, Glänzen bringen’ dar nah waz ie der vrowen vliz, / die sih wolten gesten / und ir varwe glesten OsterSpM 3,68;
MWB 2 825,63; Bearbeiter: Helmich