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glasig

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

glasig

glasig

Glas n. ‘durchsichtiger bzw. lichtdurchlässiger, harter, spröder Stoff’ sowie daraus gefertigte Gegenstände wie ‘Trinkglas, Brille, Sanduhr’ (vgl. Stundenglas) u. dgl. Ahd. glas ‘Bernstein, Glas’ (um 800), mhd. glas ‘Glas, daraus hergestellter Gegenstand (Fensterscheibe, Spiegel, Brille)’, asächs. glas, gles ‘Glas’, mnd. glas ‘Glas, Trinkgefäß, Stundenglas’, mnl. nl. glas, aengl. glæs, engl. glass setzen germ. *glasa- ‘Bernstein’, anord. gler ‘Glas’ (mit grammatischem Wechsel) germ. *glaza- voraus, das mit von den Römern als germ. Bezeichnung des Bernsteins überliefertem (ablautendem) lat. glēsum (Tacitus), glaesum (Plinius) und (zusätzlich zum Ablaut grammatischen Wechsel aufweisendem) germ. *glēza- in asächs. glēr, mnd. glār ‘Harz’, aengl. glær ‘Bernstein, Harz’ sowie air. glass ‘grün, grau, blau’ auf eine s-Erweiterung ie. *g̑hlēs-, *g̑hləs- der Wurzel ie. *g̑hel(ə)- ‘glänzen, schimmern’ (s. gelb) zurückgeht. Die Germanen bezeichnen das von den Römern in Form von Perlen und Ringen eingeführte Material mit dem ihnen geläufigen Ausdruck für den ebenfalls als Schmuck getragenen ‘Bernstein’. Vgl. Ostberg in: Beitr. z. Erforsch. d. dt. Sprache 3 (1983) 269 ff., aber auch Meineke Bernstein im Ahd. (1984). Aus Stundenglas verkürzt ist Glas ‘Sanduhr’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Seemannssprache ‘halbe Stunde’ nach der früher auf Schiffen üblichen ‘halbstündig ablaufenden Sanduhr’, im Nd. seit Ende des 16. Jhs., wohl Übernahme von nl. glas, wie der dem Nl. entsprechende Plural Glasen erkennen läßt; ins Hd. gelangt diese Verwendung im 17. Jh. Dazu glasen Vb. ‘die halben Stunden mit der Schiffsglocke anzeigen’ (19. Jh.). – verglasen Vb. ‘mit Glasscheiben versehen, glasig werden’, mhd. verglasen; auch ‘mit Glasur überziehen’ (15. Jh.). glasieren Vb. ‘mit einer Glasur versehen’, spätmhd. glasieren. Glasur f. ‘glasartiger Überzug auf Metall und Töpferwaren, glänzender Überzug auf Backwaren, Zuckerguß’ (Anfang 16. Jh.), gebildet zu Glas unter Einfluß von Lasur (s. d.). Glaser m. ‘Glasarbeiten ausführender Handwerker’, ahd. glaseri (11. Jh.), mhd. glasære, glaser, (md.) gleser. gläsern Adj. ‘aus Glas bestehend, hergestellt, spröde, zerbrechlich’, spätmhd. gleserīn; daneben älteres gläsen (bis 17. Jh.), ahd. (8. Jh.), mhd. glesīn. glasig Adj. ‘wie Glas (aussehend), starr, spröde’ (15. Jh., geläufig seit 18. Jh. aus bergmännischem Gebrauch bei Goethe); daneben glasicht (bis Anfang 19. Jh.).
2417 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glasigadj, adv

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Glasig , adj . u. adv . Glas enthaltend, in sich haltend, aus Glas bestehend 

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    glasig

    Goethe-Wörterbuch

    glasig einmal Großschr von glasartiger Beschaffenheit, Erscheinung a fachspr zur Charakterisierung vulkanischer Gesteine…

  3. modern
    Dialekt
    glasig

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    glasig , gläsig [klêsik Hi. Heidw. Su. ; klâsi Z. ; klâsik Roppenzw. bis Dü. ] Adj. gläsern: Fënsterschiwe n , Knöpf, Hë…

  4. Spezial
    glasig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gla|sig adj. 1 (glasähnlich) de spidl, vidré (-rá, -rada) 2 (starr) fis (fisc, fissa) 3 (durchsichtig) trasparënt (-nc, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glasig

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von glasig

glas + -ig

glasig leitet sich vom Lemma glas ab mit Suffix -ig.

glasig‑ als Erstglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „glasig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glasig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „glasig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glasig/pfeifer_etym. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „glasig". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glasig/pfeifer_etym.
BibTeX
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