Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
giuden
2 ‘(vor Freude, Übermut, Hybris o.ä.) laut sein, schreien; übermütig, ausgelassen sein’ (nicht immer eindeutig von 1 abzugrenzen)
3 ‘Verschwendung treiben, vergeuden’
1 ‘prahlen, großtun, sich wichtigmachen, angeben’ schallen und geuden sint mir swære: / man seit des phlegen tavernære WälGa 304 u.ö. (vgl. gesamtes Kapitel); die wip entuͦnt nit alz di man, / der mit worten manger guͤdet MinneR 410 165; geuden giengen sî gelîch / hiwer an einem tanze Neidh WL 19:4,1; PrBerth 1:83,35. – wir mugen wol alle stille swîgen dâ hêr Liutolt sprechen wil: / ez darf mit sange nieman giuden wider in KLD:RdF 3:1,8 subst.: wâ nû, ein junger degen? / wie ist dîn grôz giuden hie sô balde gelegen! RosengD 419,4. 535,2; dins giudens mich gar sere bevilt Frl 5:116G,17; Hadam 341,3; Er 9066. 2386. – mit Präp. von bzw. Pron.-Adv. dârvon bei Teichn und Suchenw ‘von etw./ jmdm. überschwänglich, rühmend sprechen; mit etw. angeben’ so mŭg wir von dir [Maria] gewden / dein sun dir ist mit frewden / geporn, des hab immer danch Suchenw 41,925; mich gruest oft ein czuchtig man, / der betwingt mit seinem gruez / daz ich von im gauͤden muez Teichn 47,98. der hat schoner vrawn gruez, / daz man von im gauden muez / untz an den urtaegleichen tag ebd. 377,18; der leicht nie bejait chain er, / der gauͤt aller maist der van ebd. 316,33. 587,105 u.ö. 2 ‘(vor Freude, Übermut, Hybris o.ä.) laut sein, schreien; übermütig, ausgelassen sein’ (nicht immer eindeutig von 1 abzugrenzen): daz si an vroudin wurdin laz, / daz si icht dorftin goudin / mit ummegezigin vroudin PfzdHech 316,33; mit den [Rittern] er wolde wesin geil / unde in wirtschaft goidin NvJer 7867. – Part.-Adj.: nû kômen zuo im sâ / die bêheimherren alle, / mit geudundem schalle Ottok 91054. – refl.: ir wellet euch gaͤwden [ exultate Ps 31,11] PsMb 30 (Glossar). – subst.: von Herzelauden der werde was gescheiden, / die sunder vreude gauden dar umbe sit erstarp von herze leiden JTit 6002,2; von disen mæren viengen sie / sô grôze fröude, daz nieman / grœzer fröude nie gewan, / [...]. / an berge und in die welde erhal / ir giuden unde ir grôz gebraht KvWTroj 49151. 8576; sich huob dô giuden unde braht / in den herbergen überal. / si triben hovelichen schal KvWTurn 242; mit geuden und mit schrîen / tribens al ze grôzen braht. / si kômen bî tac und bî naht / in daz lant gestrichen / und wuosten freislichen Ottok 4434 u.ö. 3 ‘Verschwendung treiben, vergeuden’ daz gelt man ir zu mal verbot. / si hatte loube doch an brot / zu gebene armen luden. / hi mide si nu guden / glicher wise alse e began Elis 8030; swer niht hât wan der hiute, / der giudet mêr dann ein man, / der tûsent marc geleisten kan EnikWchr 27513. – subst.: ainem ieglichem ist ring [fällt leicht] geuden und geitigkait ze üben und schwär ze wehabenn [behalten] und zewehalltenn milltigkait HvHürnh 4,7; der frouwen er [ meister Cunrat ] zu male verbot / beide penninge unde brot / zu gebene armen luden, / daz si nu leize ir guden Elis 8046
MWB 2 810,14; Bearbeiter: Helmich