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gezitter

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gezitter n.

Bd. 7, Sp. 7174
gezitter, n. , zu zittern (s. d.). 11) die sippe ist in der älteren sprache kaum belegt (vgl. dagegen anord. titra, tremere); in dem einzigen althochd. zeugnisz ist nur die körperbewegung erfaszt, nicht auch die gemüthsregung, die darin ausdruck findet: zitterondemo gange, lapsanti gressu, Einsiedelner glossen zu Prudentius (psych. 319) s. Steinmeyer-Sievers 2, 523. für trepidaverunt timore (psalm 13, 5) hat Notker noch bloszes sîe forhton (Luther: fürchteten sich); aber schon die Windberger psalmen des 12. jahrh. führen ein: dâ citreten si mit vorhten 42 (Trebnitzer psalmen: beweten si von vorchten). die mittelhochd. zeit ist überhaupt reicher an zeugnissen, namentlich für die kennzeichnung des inneren ausgangspunktes der bewegung (s. mhd. wb. 3, 1138 ff.); sie läszt neben dem verbum auch adjectiv- und substantivformen belegen, nicht nur den subst. inf.: dâ was citern unde glîen. Tundalus 51, 47 u. a. s. Lexer 3, 1139 sondern auch das hauptwort ziter, zitter, vgl. ein zitter und ein frost Reinfried v. Braunschweig 13746 u. a.; vorhte zitter 8653 u. a. s. Lexer 3, 1138. formen mit praefix sind hievon nicht bezeugt. 22) unsere form kennzeichnet sich vielmehr als junge bildung zum verbum, in die buchungen erst bei Campe eintretend 2, 372. die ältesten litterarischen belege fallen desgleichen in den übergang vom 18. zum 19. jahrh. auslautendes e ist nirgends bezeugt. 2@aa) ausschlieszliche kennzeichnung der bewegung. 2@a@aα) am mensehen: standen die blühenden jüngling erfahren im bildenden tanze; und mit gemessenen tritten entschwebten sie. aber Odysseus sah voll stiller bewunderung die fliegende eile der füsze. Voss Odyssee 8, 264 (1780; das rasche gezitter der füsze 1806; vgl. geschwinder verkörung der füsz Schaidenreisser [1537] 33a); singeln sagt man von dem unangenehmen nervenprickel und gezitter in entschlafenen gliedern Lenau an E. v. Reinbeck 185 Schlossar; der ritter ... liesz den harnisch um sich legen, trat in die schweren eisenschuh', nahm helm zu haupt, zur faust den degen ... ach, John, du armer alter ritter! es geht durchs eisen ein gezitter. dein fleisch ist morsch, die muskel bebt; dein muth ist, was an dir noch lebt. K. Immermann Tristan und Isolde I (werke 13 s. 113); dazu vgl. für kleidungsstücke und gebrauchsgegenstände, die von menschen bewegt werden: federbuschgezitter Freiligrath s. w. 1, 277; eingesungen von harfengezitter. Schiller Elysium s. th. 4, 2 sp. 476. 2@a@bβ) besonders ergiebig ist hier die übertragung auf naturerscheinungen, namentlich lichtreflexe. 2@a@b@11)) wie durch kleine fenstergitter spielt die sonne mit gezitter durch der zweige flechtenhaus. Wilhelm Müller (frühlingskranz: kinderfrühling) 263 Hatfield; vgl. sonnengezitter Mügge rom. 3, 1, 98; in diesem gezitter zwischen finsternis und zwielicht Ganghofer der mann im salz, s. gartenl. 1905; die espe rührt lieber gleich alle ihre blätter, dass ein gezitter von grün und silber wird, das die länge lang nicht auszuschwingen vermag Stifter 1, 237 Sauer; vgl. mondgezitter Tiedge Urania 1, 184; 2@a@b@22)) schlaf ein, mein liebchen, schlaf ein, leis durch die blumen am gitter säuselt des laubes gezitter, rauschen die quellen herein. Eichendorff 1, 140 (1883); ausgezürnet hatte das gewitter; wie versenkt in einen sanftern traum ruhte die natur, und im gezitter kühler schauer tropfte jeder baum. Tiedge (Abälard an Heloise) 2, 139; nun ging ein freudiges gezitter, ein fremdes säuseln, ein getön, wie ein melodisches gewitter im wilden wald um thal und höhn. (geburt der freude 3) 5, 18; keine wolke zieht durch die luft, kein schatten über die erde, und das ohr verniMt nur das geschrill der heuschrecke, das in seinem eintönigen gezitter ganz zu der zitternden mittagshitze stiMt (Herm. Masius haidebild) s. Körner, der praktische schulmann s. 323. 2@a@b@33)) woher dies hässliche gezitter doch der erde. Freiligrath s. w. 5, 266. 2@bb) als ausdruck der inneren regungen des menschen wird das subst. im gegensatz zum verbum weniger beobachtet, vgl.: die unschuld einer taube jagt todesschrecken ihm ins ohr, ihn fasst ein prassendes gezitter. Tiedge (Urania 5, 450) 1, 140; ich sinke um in diesem angstgezitter, ich trage nicht das lächeln dieser augen. Tieck 1, 318; vgl. theil 1 sp. 361; legt sie die hand, darin der splitter, zur schärfe, und die andre preszt sie auf des herzens krampfgezitter. K. Immermann Tristan und Isolde I (werke 13 s. 163); vgl. andererseits: dieses leise berühren unserer hände, dieses freudengezitter soll dir allein sagen können? Veit Weber sagen der vorzeit (Wolf) 2 (1790) 77.
4596 Zeichen · 91 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GezitterDas

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Х Das Gezitter , des — s , o. Mz . ein anhaltendes Zittern. Sah das rasche Gezitter der Füß'. — Voß.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gezitter

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von gezitter 2 Analysen

ge- + zitter

gezitter leitet sich vom Lemma zitter ab mit Präfix ge-.

Alternativen: ge-+zitteln+-er

Zerlegung von gezitter 2 Komponenten

gezit+ter

gezitter setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gezitter‑ als Erstglied (1 von 1)

Gezittereiß

PfWB

gezitter·eiss

Gezitter-eiß m. : ' trockene Hautflechte im Gesicht ', Geziddeʳsch [ HB-Lu'thal ]; vgl. Zitter(eiß) . — Der zweite Wortteil abgeschwächt aus…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gezitter". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gezitter/dwb?formid=G15690
MLA
Cotta, Marcel. „gezitter". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gezitter/dwb?formid=G15690. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gezitter". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gezitter/dwb?formid=G15690.
BibTeX
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