Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
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gewillkürt , participiales adjectiv, vgl.: willekürn, willekurn (mhd. wb. 1, 829b. Lexer 3, 891). das verbum ist zunächst mitteldeutsch belegt: jener willekurte swaz ime dirre vor sprach. passional 133, 8; la die cristenlute mit argen listen ungemut, wand in Crist sine helfe tut, daʒ im zu rechte an in geburt. hievon han ich gewillekurt ane allerhande widertrib, daʒ ich vil sundigeʒ wib im volgen mit gelouben wil. passional 263, 84 Köpke; ebenso 135, 28 u. a. vgl. auch gewillecoren Verwijs-Verdam 2, 1909; ghewilcoeren, gewillecoren. Oudemans 2, 665 ff. die isolierung des particips geht von der engsten fassung des rechtsbegriffes aus, und hier ist man versucht, dem präfix eigene bedeutung zuzumessen, da das verbum auf die einigung zwischen widerstrebenden willensrichtungen zielt (vgl. die infinitivformen mit ge). vgl.: alszo das reich noch stundt ane konigk unde ane keiszer ... qwam (die herzogin v. Brabant) abir in Doringen unde muthe ires rechten umbe die lant zu bleiben bei den korfursten, sint dem male das si keinen konig noch richter, uf den sie mit irem ohmen dem marggraven gewillekort hette, gehabin mochte, unde disʒer tedingk wart gehalden von on beiden in der prediger kirchen zu Isenache (Dresdener handschr. gewille). Joh. Rothe düring. chron. (494) Liliencron s. 412. hieraus entwickelt sich attributiver gebrauch, der sich in zwei richtungen gliedert, je nachdem die person eines richters, über den man sich einigt, in den vordergrund gezogen wird, oder eine entscheidung, die man zusammen trifft. 11) gewillekeurt richter. Kilian 147a; disputatio juridica de arbitris necessariis, cumprimis austregis conventionalibus ac testamentariis, germanica, gewillkührten stamm- und erb-austrags-richtern. disput. unter W. A. Schoepff. Tübingen 1724; die wahre freiheit leidet nicht, sich durch andre, als seine eigne gewillkührte mitgenossen in vorkommenden fällen verurtheilen und taxiren zu lassen. Justus Möser Osnabrückische gesch. (3, 118) (1768) 247; die vertretung der zivilrechtlichen gesellschaft nach auszen regelt sich nach den allgemeinen vorschriften: der oder die gesellschafter, denen die vertretungsbefugnis beigelegt ist ... sind gewillkürte stellvertreter. C. Predari die grundbuchordn. v. 24. 3. 1897 s. 324. 22) und wir haben aus fürstlichen gnaden ihre bitte zur ehre der stadt Liegnitz und des schneidergewerkes berücksichtigt und den schneidern aus besonderer gnade das zu einem gewillekürten rechte gegeben, dass in unserm weichbilde zu Liegnitz, sowohl in den dörfern als auch andern gütern oder vorwerken nirgends ein schneider sein oder wohnen solle, der ums lohn arbeite oder schneidere, es sei denn, dass er von der stadt Liegnitz eine meile entfernt sei. Liegnitzer urk. von 1349 (abschrift von 1659) bei Schirrmacher 119 (nr. 163); gewillkürtes recht s.austräge. Westenrieder 206; so kamen ... die streitenden parteien gar oft darinn überein, dasz sie ... die entscheidung ihrer streitigkeiten ... auf eine sogenannte gewüllkürte, oder rechtliche entscheidung, nämlich auf beiderseits gewählte sühn- und schiedsrichter ankommen lassen. ebenda 31; die objective bestimmung einer sache für die wirthschaftlichen zwecke einer anderen ist maszgebend. gewillkürte pertinenzen sind dem reichsrecht unbekannt. Predari grundbuchordn. s. 20.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschgewillkürt
Grimm (DWB, 1854–1961)
gewillkürt , participiales adjectiv, vgl.: willekürn, willekurn ( mhd. wb. 1, 829 b . Lexer 3, 891 ). das verbum ist zun…
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Kompositum 2
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Gewillkürtes Recht
Meyers
gewillkuert·es·recht
Gewillkürtes Recht , s. Willkür .