Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gevidere stN.
2 übertr.
1 allg.: zwei schœniu vetiche hêt er [der Drache] / gelîch eins pfâwen gevider Wig 5070; anderhalp [des Flusses] was vogelsanc / und gefügel allerhande, / die man noch ie bekande, / swaz et hât gevidere UvZLanz 4005; MF:Kürenb 2:6,3; Parz 424,5; Hochz 600; Minneb 5245; Brun 10761; im stuͤnden an den ahseln sin / zwen fluͤgel viderin, / gevider daz was fluͤcke WhvÖst 3153. – ‘Flügel’ [Pystropus war in der Schlacht an so vielen Orten] als er mit gefidere / dar geflogen were Herb 7712; Ikarius [...] floug und was kein vogel nicht, / her Dedalus im smitte das gefider Mügeln 1,8. – ‘Befiederung’ des Pfeils: si erwarb eine strâle, / ich ne weiz wâ sie si nam / diu junkfrouwe lussam. / daz gevidere si abe bant, / den brief si umb den zein [Pfeilschaft] want En 10815. – als Helmzier: eteslîchem ûf dem helme daz gevider / sich rimpfen muost von starker tioste vunken Loheng 6889; WhvÖst 8308 2 übertr.: wa lieplich liep bi herzenliebe luzet [lauert] , / die minne alsam ein vederspil sich muzet: / sie reret leit unt kleidet an sich lieplich gevider in werents liep [scheue Freude] JMeissn A4:2,3; PrHess 59,403; SHort 1842; miner freuden frechs gevider / mich furt zu manchem vogel stoltz Minneb 5146; gevallen ist nu nider / dem blumel sin gevider [Blütenkleid] Daniel 1940; Spec 119,36
MWB 2 668,43; Bearbeiter: Graën