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gesuoch

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MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

gesuoch stM.

Bd. MWB 2 614, Sp. 3
gesuoch stM. Verwendungsschwerpunkt ist der Gewinn (vgl. 1), inbes. durch Verleihen von Geld (nur in dieser Verwendung durchgehend belegt vom 9.-17. Jh., alle anderen überw. im Mhd., vgl. DWB 4,1,2,4272.4277). 1 ‘Gewinn’
1.1 Gewinn aus dem Verleihen von Geld ‘Zins’ (oft synonym mit wuocher )
1.2 ‘Lohn, Gewinn’ (insbes. der Lohn des ewigen Lebens)
2 ‘Suchen, Aufsuchen’
2.1 Recht zum Aufsuchen von Orten mit bes. Nutzen und diese Orte selbst
2.1.1 ‘Zugangs-, Nutzungsrecht’ (überw. für Weidenutzung belegt, daneben Forst und Brunnen vgl. DRW 4,594 und DWB 4,1,2,4273)
2.1.2 übertr. auf den Ort, der aufgesucht werden darf ‘Wiese, Weideland’
2.2 ‘Auf-, Heimsuchen’ (hier: mit einem Heer anrücken)
2.3 ‘Aufspüren des Wildes’
2.4 ‘Suchen, Forschen’
3 ‘Streben, Verlangen’
   1 ‘Gewinn’    1.1 Gewinn aus dem Verleihen von Geld ‘Zins’ (oft synonym mit wuocher): gelob ich einem man gesvͦch zegebenne von sinem gvͦte, daz er mir lihet, er hat phant von mir oder niht, sin hovbet gvͦt sol ich im geben vnd den gesvͦch niht, ich hab im dann dar vmbe gesworn SchwSp 75b; der mensch solt den gesuͦch vnd wucher geben vnd halten den ayd RechtssB V41,13. V26,145; jst aver daz, daz si dem juden niht engilt die selben phenning an dem oberhalb genanten sant Merteinstage, so schol fvrbaz alle wochen gen ovf iglich phvnt vier phenning ze gesvch UrkCorp (WMU) 2111,20; StRAugsb 56,12 u.ö.; der wuͦcher ist ein slac der selen, wen da mite roͮbet der mensche sinen eben cristen sinez guͦtes, vnde waz der gesuͦch lange verboten uor Cristez gebúrte Lucid 74,9 u.ö.; Helbl 8,995; ErzIII 90,71. übertr.: so hat got so milten sin, / er leicht uns allez daz wir han / und nympt chain gesuech da von Teichn 67,56; daz [durch den Kreuztod ihres Kindes] ir vraude jamers lon / prachte mit gesûche wider GvJudenb 2085; wan mîniu pfender [ sinne, hertz und muot V 8:2,3] / ich tumber, ellender / an gesuoche noch muoz lenger wizzen, / daz ich einez nit darab erlœsen mag SM:Ro 8: 1,6    1.2 ‘Lohn, Gewinn’ (insbes. der Lohn des ewigen Lebens): swelche da [beim Jüngsten Gericht] werden vunden / beschriben in dem buche / des lebens zu gesuche / himelischer selikeit [ Dn 12,1f. ] Daniel 7290; rich gesuch [ lucrum, Phil 1,21] ist mir der tot, / got min leben ane not ebd. 1733 u.ö.; TvKulm 3884; hete er [Domenicus] icht, des was er vro, / wand er ez [...] den armen teilte / durch den ewigen gesuch PassIII 355,45; [der sterbende hl. Martin verweigert ein weiches Bett:] ‘swer ein cristenmensche wil sin, / dem vuget wol ein herin tuch / an dem ende durch gesuch / obe der erden nicht me, / dar uffe er neme des todes we / und si der erden gutes vri.’ ebd. 610,62; swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter lie, so solt du enkein gesuͦch vroͤmdes trostes [Gewinn in Form von Trost (oder zu 3)] haben Seuse 274,2    2 ‘Suchen, Aufsuchen’    2.1 Recht zum Aufsuchen von Orten mit bes. Nutzen und diese Orte selbst    2.1.1 ‘Zugangs-, Nutzungsrecht’ (überw. für Weidenutzung belegt, daneben Forst und Brunnen vgl. DRW 4,594 und DWB 4,1,2,4273): daz ich [...] han geben zwo wisen vnde den gesuͤch, der da zv gehoret, [...] Hovge meinem veteren UrkCorp (WMU) 2060,26; daz wir purger von Trostperch, und die purger von Altenmarkht den gesuch an derselben awe miteinander getailt haben UrkBaumb 233 (a. 1342); datz si dem obgenanten gotshaus ze Ranshoven seiner recht [...] swie ez di hat [...] an seinen læuten und guten, an gerichten, an vischwaiden und an allem gesuch ze holtze und ze velde [...] staͤt behalten UrkEnns 6,61 (a. 1332)    2.1.2 übertr. auf den Ort, der aufgesucht werden darf ‘Wiese, Weideland’ vmb den gesvͤch in der Raures [...] vnd umb den gesvͤch in der Ovͤmaiz [...] sprech wir also: man nem baidenthalben gemaine levte, vnd gen di auf di gesvͤche vnd sagen di, ob si ze reht in sein gevangen [eingezäunt sind] oder niht UrkCorp (WMU) 3598,15    2.2 ‘Auf-, Heimsuchen’ (hier: mit einem Heer anrücken): dî dritte sache, daz man leit / dem vleische an dî wâpincleit / ist durch offinlîchin strît, / den uns ouch der vîende nît / zûtrîbit mit gesûche [ est propter hostium apertam impugnacionem Duis. 2,9] NvJer 3164; hierher wohl auch: die rîchen lebent mit schalle, / die armen mit gesuoche Erinn 421 (vgl. die vorher beschriebenen territorialen Bestrebungen; oder zu 2 ‘Abgabe für ein Nutzungsrecht’; vgl. Anm.z.St.)    2.3 ‘Aufspüren des Wildes’ mir was vff den gesuch gach / min hunt zoch man mir nach / ich zoch hin haid vnd gevilde / vnd fur vff aines waldes wilde MinneR505 13; als einen jungen bracken, / der nie gesach wilt und doch suochet geren. / fürbaz ûf den gedingen / an den gesuoch ich kêrte / durch fröude widerbringen, / swâ ich si mit gedanken het gerêrte Hadam 25,2. 30,2    2.4 ‘Suchen, Forschen’ er [Petrus] indas grab do gieng, / und sprach ze dem gesellen sin [Johannes] / das er zuͦ im kæm dar in / umb gesechen und umb gesuͦch. / allain fundent sú dú tuͦch / dar in er [Jesus] toter was vermacht WernhMl 11961; biwilen las er [Hieronymus] iudesch hie / und drinne der propheten wort, / so las er latinesch dort; / biwilen criesch durch gesuch PassIII 505,39; do Augustinus drin gie, / do truc er sante Pauls buch, / wand er ie durch gesuch / die buch hete manigerhant ebd. 422,46    3 ‘Streben, Verlangen’ dâ er achzên jâr sô was, / daz er pflegelîchin las / und offinbâr der kunste bûch / den pfaffin durch lêre gesûch NvJer 15458; wie das der leide gesuͦch der naturen in allen [Menschen] verborgenlich wúrket und oͮch an gotte [auch in Bezug auf Gott] , so wellent si [...] iemer etwas haben und wellent gerne himelrich haben Tauler 361,13. 315,9; kinder, huͤtent úch vor disem behenden gesuͦche der naturen, das man geistlich guͦt uͤbunge tuͦt umbe keine lipliche zitlich ding ebd. 361,22

MWB 2 614,3; Bearbeiterin: Baumgarte

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gesuochstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    gesuoch stm. 1. das suchen, die nachforschung. dô trûc er sante Pauls bûch, wand er ie durch gesûch di bûch hete maniger…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gesuoch

12 Bildungen · 8 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von gesuoch

ge- + suoch

gesuoch leitet sich vom Lemma suoch ab mit Präfix ge-.

gesuoch‑ als Erstglied (8 von 8)

gesuochede

MWB

gesuochede stN. oder stF. ‘Suchen, Streben’ waz ist daz, daz den menschen jaget arg wisen zu suͦchen [den Menschen antreibt, schlechte Gewoh…

gesuocheit

KöblerMhd

gesuoch·eit

gesuocheit , F. nhd. „Gesucheit“ Q.: Herb (1190-1200) E.: s. gesuochen, *heit? (2) W.: nhd. DW- L.: MHDBDB (gesucheit)

gesuochen

Lexer

ge-suochen swv. BMZ md. gesûchen, gesôchen suchen Iw. Trist. Lampr. ; besuchen Roth. (gesôchen), daʒ er des tags nicht gesuochen möcht, bei …

gesuochwëc

LexerN

gesuoch·wec

gesuoch-wëc stm. feldweg zu gemeinsamer benutzung Oest. w. 95,39. vgl. besuochwëc.

gesuochære

MWB

gesuochære stM. auch geschuchere. ‘Wucherer’ dû weist vil wol, lihest dû im [dem armen Menschen] niht, daz er dir nihtes niht bræhte. dâ von…

gesuochærære

KöblerMhd

gesuochærære , st. M. nhd. „Gesuchrer“, Wucherer Q.: DRW (15. Jh.) E.: s. gesuchen W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 203 (gesuocherære), DRW

gesuoch als Zweitglied (3 von 3)

holzgesuoch

KöblerMhd

holz·gesuoch

holzgesuoch , st. M. nhd. Holznutzungsrecht, Holznutzung Q.: Urk (1316) E.: s. holz, gesuoch W.: nhd. DW- L.: DRW

Ableitungen von gesuoch (1 von 1)

gesuoche

BMZ

gesuoche swv. 1. suche. dô si gesuochten genuoc Iw. 60. — daʒ man gesuochen kunde Trist. 18118. daʒ ih sîne minne niemer ne gesûche L. Alex.…