Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
geschide
2 unklar, ob hierher oder ein eigenständiges Lemma, von Kochendörffer als Part. von schiden swV. erklärt, ‘getrennt’ (?)
1 ‘gescheit, urteilsfähig, überlegt’ wer hat ouch gotes handen / und siner craft wider standen / und hatte do by vride? / nymant zwar ist so geschide, / want got ist des zu wol gelart Hiob 3100 u.ö.; Hiltbrant der was geschîde: / er nam der alten wunden war / die der von Bern het geschrôten [...] und stach im in die wunden tief JSigen 183,6; HistAE 2244 u.ö.; Hadam 432,3; Minneb 4642 2 unklar, ob hierher oder ein eigenständiges Lemma, von Kochendörffer als Part. von schiden swV. erklärt, ‘getrennt’ (?): di benanten virczen lid [Wahrheiten] , / wil man merken gar geschid, / czuͤt man uz dem gelouben TvKulm 1234; nu lestu, her, geschide / den dinen knecht mit vride [ dimittis servum tuum Lc 2,29 ] ebd. 3011 u.ö. – in genealogischen Angaben die Anzahl trennender Generationen bezeichnend (?): Job [...] waz geborn geschide / wol indem sechsten lyde [im Abstand von sechs Generationen] / von Nachor Hiob 445; der [ vurste von Brunswic ] sich dursten / let nach ern, daz im ie zam / von dem alten edlem stam: / wen her ist wol geschide / in dem virden gelide / Sente Elzebet verwar TvKulm 81
MWB 2 541,60; Bearbeiter: Richter