gesäsz,
n. sedes, podex, subligaculum, ahd. gisâʒi, gesâʒe,
sedes, domicilium, tabernaculum, territorium Graff 6, 304,
mhd. gesæʒe,
älter nhd. gesäsze, gesasz,
gesesz,
mnd. gesate,
besitzthum, gesete,
sitz, stuhl Schiller-Lübben 2, 75
a. 79
b,
nd. gesete,
die baustätte etwas zu bauen Frisch 2, 283
a,
sitz, wohnhof, wohngut Dähnert 149
b,
mnl. ghesate,
gebäude, wohnstätte, hof Oudemans 2, 557.
zu sitzen,
wie das einfache säsz
und das fem. sasze (
s d.).
vgl.gesesz. 11)
sitz, wohnsitz, wohnung, gebäude, niederlassung, lagerung. 1@aa)
im allgemeinen: ahd. trohtîn habet sîn gesâʒi in dero fluoti. Notker
ps. 28, 10
Wiener hds.; in gezelte gesâʒʒe habeta. 77, 60
St. Galler handschr.; ih zimberôn dîn gesâʒʒe,
aedificabo sedem tuam. 88, 5; die fruosten arbeite sluog er in Chamis kesâʒʒen,
primitias laboris eorum percussit in tabernaculis Cham. 77, 51;
mhd. von ir hûse sî (frouwe Armuot) flôch, Rîcheit sich zir gesæʒe zôch.
Erec 1585. 1@bb)
von fürsten, residenz, palast: dô Priamis gesêʒʒe wart zufurt (
zerstört). Herbort von Fritslar 18129; es (
Nürnberg) ist die aller geschicktest stat zu gesesz eines kaisers.
städtechron. 3, 51, 4 (15.
jahrh.); Newgarten das grosz ist vor zeiten der reuszischen fürsten gesäsz und haubtstat gewest.
fontes rer. austr. I, 1, 116; Ratispona, jetzo der bairischen herzogen gesäsz und sitze. Aventin. 1, 165, 2
Lexer; Pentesileia, so am mer in der stat Alophen gehaust und ir küniglich gesäs gehabt. 4, 186, 13; diser Ott hat sein fürstlich gesas in der römischen stat Pontes Oeni. 1, 50, 30; Osterhofen, da etwan ain küniglich pallatium, hof und gesäs gewesen ist. 5, 101, 34; paut im an der Iser ein fürstlich gesäsz diser herzog Ot. 351, 21; ich hab wol verstanden, wie du so ein kostliches gesäsz und kirchen lassest bauen.
Fortunatus (
Augsburg 1530) k. 1@cc)
wohnsitz von prälaten: aldar (
nach Wollin) des bischops gesete hentholeggen. Kantzow
chron. 27
Böhmer; gesäsze der prälaten. Krenner
bair. landtagshandl. 16, 130 (
von 1507). 1@dd)
rittersitz: dasz hie grosz höff jenhalb der Pegnitz und umb die stat seind gewesen, in den grafen und edelleut ire gesesz hetten.
städtechron. 3, 113, 7 (15.
jh.); die sloʒʒer und gesAeʒʒ Lamund, Muffa und Pontered.
monum. habsb. 1, 223 (
von 1477); ein gesass oder vesten newlich geseczet oder die man durch unordenlicheit willen zuprochen hat.
fontes rer. austr. II, 20,
nr. 135 (
von 1459); die da ir frei gesass haben oder hoff, die schollen geben ein mr. von einem lehen.
ebd.; (
die fürsten auf einem kriegszug) gewonnen om zwei gesesse an, nemelich Scharffinbergk das slosz unde Sulza das gesesse. Rothe
dür. chron. c. 797; wir reten (
ritten) denselbin tagk widdir gein Wiczeleuben uff das erbare gesesse usz und yn. Hans von Waldheims
betfart im jahre 1474,
ms. zu Wolfenbüttel, 1
b;
schweizerisch auch das einfache säsz,
vgl. Stalder 2, 301: damit kam das alt burgsäsz in abgang. Stumpf 2, 37
a. 1@ee)
landgut, bauerngut: Äll Kössin git (
giebt) ain pfund haller uszer irem hof und gesAesz ze Wessingen.
monum. zollerana 1,
nr. 426 (
von 1393); hus, hofraiti und gesäsz.
urk. von 1421
bei Schm.
2 2, 330; iij fs. (
giebt) Glauberger von syme gesesz.
einnahme- und ausgabeverzeichnis des klosters Marienborn in der Wetterau von 1465; wie derselb Calandrin ein sein klein gesesz (
poderetto) nit ferr von unser statt hett, das im zu einer heimstewr zu eim weib geben ward.
Bocc. 76, 163
a (489, 17
K.); ich weisz ein gsäsz in einem dorff in Düringen. B. Waldis
Esopus 4, 80, 77
Kurz. 1@ff)
wohnsitz, wohnhaus in einer stadt: hûs und palas und swaʒ dâ (
in Troja) gesêʒis was. Herbort 16217; daʒ sie (
mönche) daʒ gesæʒʒe koufte hant, daʒ genemmet ist des alten Mentzen sæligen gesæsze und daʒ gelegen ist bi uns ze Esselingen in der höwegassen, und daʒ sie daʒ selbe gesæsze suln han unde besiczen eweclich in allem dem rehte, alse anderiu iriu gesæsze. Mone
zeitschr. 18, 376 (
von 1315); das hus und gesesze in der Vargassen, das da heiszit zum Hachinberge, und czwei kleine huser. Kriegk
bürgerth. 2, 421 (
Glauburger urk. von 1335); es sol menglichen das hor (
koth), das vor seinem huse und gesäsze uff dem pflaster ligt, ... an ainen huffen schüffeln und söllen es dann der statt karren usz füren.
städtechron. 5, 146
anm. (
Augsburg, anfang des 15.
jh.); in meinem husz und gesæsz an dem weinmarckt gelegen.
Augsb. stadtb. 274, 11
Meyer (
von 1445); dasz er dasselb gesæsz mit sein selbs aigem guot wesenlich und pawlich halt. 21; ich han meine heuser, das ist das gesasz an der Sachsengassen und mein haus bei dem obern schlachhaus auf der gant behept (
bekommen).
städtechron. 5, 134, 16 (
mitte des 15.
jh.); daʒ tachwerk an dem turn zwischen des thumbrobstes gesäsze und des techantz. 5, 215
anm. 2 (
von 1456); das selbig gesesz oder geheus.
Bocc. 3; stallung und garten und gesäsz, die Plankenmülin genant. Birlinger
schwäb.-augsb. wb. 190
a. 1@gg)
besitzthum, besitz überhaupt: der künig gap ime ouch sin selbes gesesse zuo Kircheim mit allen zehenden, nützen und zuogehörden. Königshofen
in städtechron. 9, 632, 14; husz, wurd unde gantze gesate.
Oldenb. urk. von 1447
bei Schiller-Lübben 2, 75
a; der ir (
königin) darzu sei gemesz an der gepuirt und dem gesesz.
Theuerdank 8, 34. 1@hh)
land als wohnsitz eines volkes: dô sach man sich dî Tartren gar mit irre menige vil rêʒe irhebn ûʒ irme gesêʒe. Jeroschin 22123; Gesäsz,
name eines dorfs im fürstenthum Bayreut, bei Pegnitz Frisch 2, 283
a,
vgl.Gossensass, '
Gothorum sedes',
tirol. dorf südlich vom Brenner. 1@ii) gesäsz,
alpenweideplatz mit obdach für menschen und vieh Schm.
2 2, 330,
wie schweiz. säsz Stalder 2, 301;
ferner das maiensäsz,
in der Schweiz und in Vorarlberg die voralpen, wohin die kühe im mai getrieben werden, auch mai, maienberg, vorsasz
genannt 2, 193,
östr. die maiensasse Schottky 217,
eine alpe bei Schwangau heiszt das vorgesäsz;
bair. hochgesäsz,
hochalpe Schm.,
tirol. auch kurzweg das gsass Schöpf 581,
vgl. dazu das norweg. säter,
bergweide-niederlassung. 1@kk) lustgesesse,
lustgänge, gartenlust, topiarium Henisch 1558. 1@ll)
das lager, sowol hof- und fest-, wie heer- und kriegslager: diu gezelt und ouch diu hüttenspien man an daʒ gras anderthalp des Rînes,dâ daʒ gesæʒe was.
Nibel. 1455, 2; zû velde die Cristen leiten sich ûʒ irn gesêʒen wol hin dan.
Ludw. kreuzf. 6588; doch ir gesêʒe hinder sich sie heten besatzt werlich. 6592; das gesesse (
vor Tyrus) bevall er (
der auf einen streifzug ausziehende Alexander) ze hant einem fürsten, was Berdix genant. Lamprecht
Alexander 1096
Basl. bearb.; do dis die burger sohent, do noment ir etwie vil die strenge an ir helse und gingent in daʒ gesesze für den kunig und ergobent sich und die stat. Closener
in städtechron. 8, 66, 5; es was ouch in dem selben gesässe (
der belagerer) aller rat (
vorrat) und spysz von win und brot. Etterlin 24
b (49
Spreng);
mhd. auch die belagerung: und hieʒ in daʒ künden, daʒ in gesæʒe lac er mit al den sînen.
Gudrun 726, 1; die Crîchen hetten manige list zu dem gesêʒe erdâcht und hetten vur die stat brâcht mangen und ebenhœ, geschutze, phedelere. Herbort von Fritslar 14135. 1@mm)
die mit einem hause angesessene, in einem hause wohnende familie, das hausgesäsz,
s. d.: daʒ der juden doit vurleben (
todt blieben) binach als umb hondert huisgesesz.
Limb. chron. 79, 9
Wyss; als iglichs huszgesesz in den gemelten funffzehen dorffern unserm gnedigsten herrn von Mentze jerlichs ein hune und drei kumph habern zu geben schuldig.
weisth. 1, 551 (
Mittelrhein, von 1489); item sol aus der gemeinden jder hausgesess einen taglohner schicken, korn zu schneiden. 2, 339 (
untere Mosel, abschrift von 1561,
das masc. ist wol nur fehler des abschreibers). 1@nn)
der ort, wo thiere sich niederlassen. 1@n@aα) gesäsz
oder läger,
erhöhter gedielter stand für das vieh im rindviehstalle, am rande mit einem vertieften gange für die auswürfe der thiere, im Elsasz. Martiny
wb. d. milchwirtschaft (1891) 11
b. 1@n@bβ) das gesäsz,
eine höhlung mitten im gewürchte, der ort, wo die bienen im stock am häufigsten beisammensitzen Overbeck
bienenwb. (1765) 36,
in Niedersachsen Jacobsson 2, 65
a. 1@oo)
im garten der ort, wo die gewächse stehen, das gartenbeet: purtzelkraut wächst häufig in solchen gesäsen, welche man mit altem mist wol gemistet hat. Sebitz
feldbau 187
u. ö. 22)
platz oder vorrichtung zum sitzen, stuhlsitz. 2@aa)
sitz im allgemeinen: ein stein, darauff unser herr Jhesus sasz, wann er prediget, und die gesäsz der aposteln. S.
Frank weltb. 167
b; da sein die heuser bei der thür gebawt mit einem steinen schür (
vordach), mit gsessen, zwifach, dreifach hoch. B. Waldis
Esopus 4, 59, 15
Kurz; (
ich) asz allzeit aus höltzem gfesz; ein eichen bret war mein gesesz. 69, 98;
noch im Erzgebirge und in der Oberlausitz das gesäsze, gsêsz,
platz oder vorrichtung zum sitzen Göpfert 30. Anton 1, 11. 2@bb)
sitz im himmel: daʒ der mensch besæʒʒe daʒ himelische gesæʒʒe.
leben Christi in Haupts
zeitschr. 5, 19 (12.
jh.); dar über (
im himmel) hat gepauwen gott selber dein geseʒʒe. Suchenwirt 41, 1505. 2@cc)
kaiser-, könig-, papststuhl: doch warde vergessen, das seiner maj. (
kaiser Friedrich III) kein sunder gesesz oder gestule mit tebichen gezirt zubereitet warde.
städtechron. 10, 517, 28 (
Nürnberg, von 1471); der königstuel und gesesz sol dein und nicht eins andern sein. Luther 1, 90
a; protocolle, die einen für das römisch gesäsz citiren (
hier zugleich richterstuhl). Fischart
groszm. 61;
die besetzung eines bischöflichen stuhls: herre Cone von Falkenstein erzebischof von Trire was ein vurmunder des stiftes zu Menze unde zu Coln, bit so lange daʒ si qwamen zu recht gesasze.
Limb. chron. 65, 18
Wyss. 2@dd)
stuhl überhaupt: daʒ volc im (
Petrus) dô machen lieʒ ein gesêʒe, kathedram (
zum lehren).
passional 657, 91
Köpke; er sach einen richter sitzin ûf sîme richtgesêʒe (
tribunal). Jeroschin 22473; der stul oder sessel oder gesesz ist in der spize des himels septentrionalis. Regiomont.
kalendarius 1512; nim den patienten, und setze jhn gegen dem liecht auff ein bequeme gesesse. Bartisch
augendienst (1583) 148; das gesäsze,
sella, sedile Steinbach 2, 582. 2@ee)
das gestühle, die gesamtheit der sitze: gesidelt und gestulet, geziert was das gesêʒʒe. Suchenwirt 25, 125; gröszerer arbeite bedörffende wercke, die gesäsze am groszen zircke (
die reihensitze im circus zu Rom). Rihel
Livius (1596) 50; gesäsz für sechs personen,
hexaclinon Aler 911
b. 2@ff)
sitz zum speisen, speisetafel: dô si quômin als he saʒ ûf sînir burge dô he aʒ und si an deme gesêʒe sâhen sîn gevêʒe daʒ iʒ was von holze.
md. schachbuch von 1355 210, 26
Sievers (
zeitschr. f. d. alterth. 17); dô trûgin dî truchseʒʒin kost an daʒ gesêʒe in silberim gevêʒe. 231, 5. 2@gg) gesäsz,
bank Hederich 1089. 2@hh)
sitz im wagen: setze dich auf das hinterste gesäsz,
nimm auf dem letzten wagensitze platz Frischbier
pr. wb. 1, 229
b. 2@ii)
derjenige theil des stuhles oder sessels, auf welchem man sitzt, der sitz: der stuel hatte sechs stuffen, und waren lehnen auff beiden seiten umb das gesesse.
1 kön. 10, 19.
2 chron. 9, 18; stüle, daran das gesäsz von ried gemacht ist. Ludwig 750; das gesäsz des stuhles ist mit blutrothem tuche belegt. Winkelmann 5, 175; die lehnen des stuhles erheben sich auf sphinxen, welche auf dem gesäsze liegen.
ebenda. 2@kk) gesäsz,
der sitz am sattel Jacobsson 2, 65
a. 33)
der sitztheil des körpers, der hintere: geses,
anus et nates Henisch 1558;
mhd. von des gesAeʒʒes adern. Schmeller
2 2, 330,
vgl.sezzun, sezzom,
nates Steinmeyer-Sievers
ahd. gl. 1, 285, 33; salbe daʒ gesæʒ vaste mit der salben.
arzneib. d. 12.
u. 13.
jh. 2, 15
d Pfeiffer; dasz er ranndt seinen widertail (
gegner) zuo der lincken seit ins gesesz hinein.
Theuerdank 85, 65; der teuffel macht mir (
des nachts) allerlei seltzame gedancken, bisz so lang ich mich ermuntere und sage: küsse mich auffs gesesz. Luther
tischr. 214
b; wiltu uns ja fressen, so bitten wir dich, du woltest unten am gesesse anheben.
werke 1, 421
a Eisleb.; hett die windeln am gesäsz kleben. Fischart
Garg. 129
b (234
Sch.); nichts kälter dann eisz, wann eins mit bloszem gesasz drein sesz.
groszm. 36; das wakklent äntengsä
s. dicht. 3, 92, 207
Kurz; so kam man mir übers gesäsz (
der schulmeister mit dem stock). 286
b (539
Sch.); wie wolt ich bei euch gsesz gnug nemen (
für alle die schläge, die mir da drohen)? J. Ayrer
schöne Melus. 326
c (1632, 20
Keller); o weib, o weib, du listigs bildt, kein wolf im wald ist nit so wild, der viel schaf und lämmer frasz, als mich nur gestoht (
kostet) dein maul und gsasz. Körner
volksl. 243,
d. h. die schlemmerei, '
das essen das vorn hinein und hinten aus geht'; mancher eilt vom werk, wie ein katz, die ein blas mit erbsen vorm gesesz hett gebunden. Lehman
floril. 1, 183; ihr müst legen küssen, pfühle ewren (
hofdamen) unter jhr gesäsz.
Venusgärtlein 116 (83, 13
neudr.); das gesicht stund ihn auf dem rücken und der forderleib war ihr hinter bis über das gesäsze gedrehet. Riemer
polit. col. 266; bis ihr ein dorn in das gesäsze, deutsch: in den podex fährt. Günther 972; hinten an dem gesäsze des Laocoons. Winkelmann 5, 119; wir zählten manchmal zum spasze einander die striemen auf dem gesäsze.
F. X. Bronner
leben 1, 86; ob er gleich hoden hat wie erbsen, und gesäsze so flach wie deine backen. Klinger 3, 176; diesen traf, da er jetzt im verfolgenden lauf ihn ereilet, rechts hindurch ins gesäsz Meriones, dasz ihm die spitze, vorn die blase durchbohrend, am schambein wieder hervordrang. Voss
Il. 5, 66, traf hinten rechts ihm ins gesäsz. Bürger 159
b.
der unterleib überhaupt: ich hab ein gut gesesz, darinn ein bronn, bscheint nit die sonn.
Garg. 90
a (155
Sch.); einer jungfrawen gsäsz. 242
a (455
Sch.). 44)
kleidungsstück, welches das gesäsz (3)
deckt. 4@aa)
hose, die von der hüfte bis an oder über die kniee reicht, gesesz,
femorale Dasypodius V 5
d,
feminale E 6
c. J 8
a, das gsäsz,
halbhosen, subligaculum Maaler 194
d, gesäs,
niderkleid, bruch Henisch 1527: die frawen (
in Arabien) tragen hosen (
beinstrümpfe) mit gsäszen wie die schifleut, von leinin oder baumwollin tuoch. S. Frank
weltb. 187
a; hatten hosen ohne gesäsz, bunden solche an die hemder. Paullini
zeitk. lust 2, 678; dasz jhr euch nicht lang aufnestelten, sondern das wammest mit dem gesesz verbunden uber die blosz kerb hosen streiffeten. Fischart
groszm. 33 (569
Sch.); durchzogene hosen oder gesäser von seiden und taffeten zeug. Messerschmid
lust. narrheit (1651) 53; viel gattungen der hosen, der gesässer, der röcke. 151; zurissene hosen und kothigt gesässer. 157; dann ich (
schneider) hab gar kein kleider mehr, allein zwei hem, ein gsesz, ein scher. Ayrer 1867, 19
Keller; des Aristotelis gesäsz uber das hirn zihen. Fischart
bienk. 252
b,
bei Marnix 247 broecke; hoffieren sie schon nicht gar ins gesesz, so sind doch jre koppen und fürtz von gewürtz krisamssaur räsz.
Gargantua 44
a (68
Sch.); wann es regnet am nechsten montag, nach dem der mon ein new gesäsz angezogen hat (
d. h. nach dem neumond), so darff er demselben zu lieb den gantzen monat ausz regnen.
groszm. 20 (558
Sch.); in ein latzgehorntes vernestelt geses schlifen.
Garg. 112
b (201
Sch.); vil tragen spanische gesesz, die doch den Spaniern gönnen alles bösz. 21
a (24
Sch.); ein liddern gesesz,
bracha scortea Alberus
dict. J 2
a; hirschengesäsz,
caligae cervinae. Melander
jocoseria 1,
nr. 748; ain sametes gesäsz. Schm.
2 2, 330 (
von 1593); die männer hatten zu stümpfen stammet oder särge oder scharlach, zu gesäsen und wammast zendeldort, toppeltaffat.
Garg. 281
b (531
Sch.); blodergesäsz,
pluderhose Binnaert 252
b; er sei beklait mit ainem weisz zwilhen ploder gesäsz.
tirol. urk. von 1574
bei Schöpf 581; hat d' hôsn (
beinstrümpfe) weit unt', hat 's gsaszl weit obn.
tirol. reimspruch bei Fromm. 3, 195. 4@bb)
der hintere theil der hose, der das gesäsz (3)
deckt, im gegensatz zum vorderen, dem latz: welchs ist närrischer oder nötiger, dasz der mantel den latz deck, oder das gesäsz? Fischart
Garg. 117
a (210
Sch.); ein ballen tuch, darausz möchten sie jhnen latz und gesäsz machen. 157
b (291
Sch.); sie nam auch des mans hosen her, .. sucht in dem gsäsz, sucht in den stümpfen, sucht umb den latz.
flöhh. 819
Sch. (2, 44, 1587
Kurz); (
der bauer) zog ab sein bruch sampt dem gsesz, bald zu bruten darüber sasz. H. Sachs 2, 4, 68 (9, 290, 13
Keller); das futter an den hosen hinden am gesesz. Kirchhof
wendunm. 98
b;
auch der entsprechende theil des hemdes: das gesäsz an einem hemde. Ludwig 750. 55)
technisch. 5@aa) gesäsz
oder bank
eines glasschmelzofens, das massive mauerwerk, auf dem die glashäfen stehen. Röhrig
techn. wb. 282
b. 5@bb) gesäsz,
der unterste theil der grenzsteine, worauf der stein ruhet. Adelung. 5@cc)
bei den büchsenmachern gesäsz,
auflage, decke des pfannendeckels eines steinschlosses Röhrig 49
b. 66)
die art, wie etwas sitzt oder liegt: gesesz, gesas,
situs Dief. 539
b. 6@aa)
die lage der dinge: dô marcte daʒ gesêʒe der junge ritter.
passional 489, 68
Köpke. 6@bb)
westfäl. gesät,
n. das passendsein eines kleides, der gute sitz Woeste 77
b.