Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gemelich
1.1 von Personen ‘vergnügt, froh’
1.2 von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig, lustig’
2 ‘merkwürdig, wunderlich’
3 ‘närrisch, verrückt, lächerlich’
1 ‘lustig, spaßig’ 1.1 von Personen ‘vergnügt, froh’ durch der frouwen liebe vant man [ in ] vil ofte gemelîchen Kudr 354,4; ein gebvre vil rechte riche / der saz gemeliche / bi einem dorfe vber ein velt ReinFu K,14; er [Achilles] wonte in [den Feiernden] gemellîche mite KvWTroj 16432; si wâren eteswenne / mit strîte sament gemellich [La. gemenlich ] ebd. 619; man sô guoten [...] / hân ich selten mê gesehen, / im gelîchen, / doch sô gemellîchen, / bî dem vür die swaere / bezzer vröide waere MF: Reinm 55: 2,8 1.2 von Geschehnissen, Gefühlen u.ä. ‘unterhaltsam, kurzweilig, lustig’ dô wîste man die schœnen wider in den sal. / gämelîcher sprüche wart dâ niht verdeit NibB 1673,3; diu liet diu wâren sinne rîch: / si dûhten manigen gämellîch UvLFrd 436,11; aller gemelicher schimpf / ist âne mâze ein ungelimpf KvWTroj 8927; Isengrin beiz al vmbe sich, / sin angest was niht gemelich ReinFu K,792. – allg. ‘Freude bringend’ de himelsch thron, de gemlich lon, / dat is diͤ vridlich sicherheit, / der engein bedruͤfnis zuͦ engeit MarlbRh 129,20; ob din red ist hoffenlich / vnd an boshait gaͤmenlich / so wil ich si gern vertragen Ruschart 146. – in erotischem Zusammenhang: darnach machenß ain gewett [Paar] / jeder man mit ainer zu bett / da werdent sy so gaͤmenlich / die kutten zipfel vbent sich Barfüsser 141; subst.: do begunden wir do beide ein gemellichez machen; / daz geschach von liebe und ouch von wunderlichen sachen Tannh 3,83. 11,2 2 ‘merkwürdig, wunderlich’ nv horet, wie mir geschah / gemelich geschichte Herb 2166; mit gemelichen sachen / dede hei eme machen / kleider wunderlicher var KarlGalie 600. 1177; senft als die lemper, vnchäwsch als die swein, seltzam vnd gämleich als die affen Schachzb 76,100 3 ‘närrisch, verrückt, lächerlich’ der wirt zehant so gemmelich / das er ze tode lachet sih RvEWchr 2988; daz haizent die Dürgen râsen, wenn ain mensch mit im selber redet gämleicheu dinch BdN 400,8. – subst.: wolt ir icht gemeliches han, / daz sult ir anders triben. / lat ie Marien bliben, / man sal ir denken nicht in spot! MarLegPass 22,282. – negativ ‘dumm, töricht’ diu rede [von Keie] dûhte si gemelich, / daz er sich dûhte alsô guot: / wan alsô schalclîchen muot / gewan nie rîter dehein Iw 2504; EnikWchr 248; ja rat ich das dem gemelichen poppen, / er soll sich woll behüeten SM:Go 4: 4,4. – subst.: dy gaͤmleichisten / under juden, haiden, christen Teichn 673,27
MWB 2 426,63; Bearbeiter: Diehl