Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
geißeln
geißeln
Geißel f. ‘Peitsche, Stab mit Riemen zur Selbstkasteiung’, ahd. geis(i)la ‘Geißel, Peitsche, Gerte’ (um 800), mhd. geisel (auch übertragen ‘Landplage’), mnd. geisele, mnl. ghēsele, gheisele, nl. gesel, anord. geisl ‘Stab, Stock’ und mit Ablaut langobard. gisil (Quantität unsicher) ‘kleiner Stab, Pfeilschaft’ sind als Gerätebezeichnungen mit l-Suffix zu germ. *gaiza- ‘Speer’ (s. Ger) bzw. dessen lautlicher Vorform germ. *gaisa- gebildet. Geißel wird heute nur noch übertragen (‘Landplage, Strafe’) und als historische Bezeichnung für das Instrument zur Selbstkasteiung gebraucht; in allen übrigen Verwendungen ist es weitgehend von Peitsche (s. d.) verdrängt. Die nhd. Schreibung Geißel dient zur Unterscheidung gegenüber Geisel. – geißeln Vb. ‘züchtigen, anprangern’, mhd. geiselen.