Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gedanchaft Adj.
1.1 an etw. ‘an etw. denken’
1.2 mit Fragesatz ‘etw. überlegen’
1.3 ze, ûf etw. ‘auf etw. bedacht sein, etw. im Sinn haben, etw. beabsichtigen’
2 attributiv
1 ~ sîn 1.1 an etw. ‘an etw. denken’ daz ir gedanchaft / geruochtent an mîn jâmer sîn KvWTroj 21304 1.2 mit Fragesatz ‘etw. überlegen’ nû wart der kunic gedanchaft, / waz er darzuo tæte Ottok 12814; er wart darûf getrehtic / und sêre gedanchaft, / wie er die geselleschaft / möht gestôren und gescheiden / zwischen den kristen und den heiden ebd. 44941. 53762 1.3 ze, ûf etw. ‘auf etw. bedacht sein, etw. im Sinn haben, etw. beabsichtigen’ vertragen, [...] dar an gedâhte er selten; / übel mit übele gelten, / craft erzeigen wider craft: / dar zuo was er gedanchaft Tr 274; ern was dô niht gedanchaft / zerneste noch ze ritterschaft ebd. 19049; KvWPant 379. – ûf strît was er gedanchaft / mit herzen und mit sinnen gar KvWTroj 27956; KvWPart 11658 2 attributiv: der gedanchafte [in seinen Gedanken gefangene] Riwalîn Tr 841
MWB 2 202,54; Bearbeiter: Plate