Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
gamen stMN.
2 ‘Vergnügen, Belustigung, Erheiterung’
2.1 allg.
2.2 ~ hân, machen
2.3 etw. ze gamene hân ‘sein Vergnügen, seinen Spaß an etw. haben’
2.4 etw. ist jmds. ~ ‘etw. bereitet jmdm. Vergnügen, macht jmdn. froh’
2.5 umschreibend
3 ‘Scherz, Neckerei’
1 ‘heitere, frohe Gemütsstimmung’ die [Ritter] alle hetten fürsten namen, / riche gültt und hochen gamen GTroj 13284 u.ö.; swelch hôhe vürste nû hât [...] êre und wirde und werden gamen Boppe 1:9,2. – alsus reyt Karlle in groessem gamen KarlGalie 13399; mit groesser blytschaff ind gamen ebd. 11024. 7728; die crichen alle sament riten / vnde stapheten in zv Troyge / mit schalle vnde mit joie [...]. / sie quamen mit gelfe vnde mit gamen Herb 1575. – dô gienc ez ûz dem gamene [...], / swer in dâ wolde widerstân, / er muoste den lîp verlorn hân StrDan 3760 (vgl. gân 3.8). – verblasst: sie vrâgten in demselben gamen / nâch des jungen kindes namen Erlös 3017 2 ‘Vergnügen, Belustigung, Erheiterung’ 2.1 allg.: Ysaac und Rebecca sament lâgen, / spileten zesamene mit chonlicheme gamine Gen 1105 (vgl. mit chonelicher wunne ebd. 1301 ). 746; der wirt [...] began sô sêre lachen [...] / und mohte sich des niht enthaben [...]. / siu [Braut] wolte wizzen dô bînamen, / wâvon kæme dirre gamen Häslein 420; [Elisabeth,] di durch milden gamen [Lust an der milte ] / den kinden brachte dise dinc [Spielsachen] Elis 3636; Dulcifl(N) 220 2.2 ~ hân, machen: wer in [Tristan] ye verriet, / der habe freide und gammen TristMönch 2094; ich weiz si [Sarah] des solich gamen hête daz si erlachete Gen 885; KarlGalie 10507 (Konjektur); der herzoge Walraben / der ervuor daz mære sân, / daz ez [das Turnieren] diu junk vrouw’ het’ getân / sô rehte wol in sînem namen, / unde hete von ir gamen Frauenturnier 324. – iron.: „ich mache dînen gamen” / sprach er „tâlank alsô grôz.” RvMunre 1312 2.3 etw. ze gamene hân ‘sein Vergnügen, seinen Spaß an etw. haben’ sînes vater [des entblößten Noah ( Gn 9,21ff.)] hônde hête er [Ham] ze gamine Gen 743; habe dir iz ze gamene Exod 1467 2.4 etw. ist jmds. ~ ‘etw. bereitet jmdm. Vergnügen, macht jmdn. froh’ ditz was aber Ysengrines gamen ReinFu K,1466; wir solten uns der sünden schamen, / nû ist ez gar der werlde gamen Freid 34,12 2.5 umschreibend: Maria [...] kúneglichen namen / gewan von spiles gamen WernhMl 1172 3 ‘Scherz, Neckerei’ die frauwe [Medea, von Jason umworben] begunde sich schamen, / doch vurtreip sie iz mit gamen / vnde wart ouch dicke vil rot Herb 728; der helt [...] enpfie di rede für ein gamen UvZLanz(K) 1071; NvJer 7922; im was al sîn nôt ein gamen UvZLanz(K) 1686; duͦrg gamen Elis 3369. – sunder ~ ‘ohne Scherz, ernsthaft’, verblasst, als Versfüllsel: sie sungen alle sunder gamen: / ‘der hie kumet in godes namen, / gebenedîet ummer sî [...]’ Erlös 4625; Elis 4350. 3769; sunder spotes gamen ebd. 3331; sunder valschem gamen KarlGalie 13638
MWB 2 70,7; Bearbeiter: Bohnert