Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Gallwespe
Gallwespe
2Galle f. ‘Geschwulst in den Sehnenscheiden der Gliedmaßen von Tieren (besonders Pferden), Gewebewucherung an Pflanzen’. Spätmhd. mnd. galle ‘Geschwulst am Hinterbein des Pferdes’, aengl. gealla, engl. gall ‘wundgeriebene Stelle, Geschwulst’ sind vermutlich mutlich verwandt mit anord. galli ‘Fehler, Schaden’, lit. žalà ‘Schaden, Leid, Verletzung’, žalìngas ‘bösartig (von Wunden), schädlich’, air. galar ‘Krankheit, Kummer’. Sie wären dann auf eine gemeinsame Wurzel ie. *g̑hal- ‘Schaden, Gebrechen’ zurückzuführen. An Herkunft aus einer nicht-ie. Substratsprache denkt dagegen Nl. 180. Auf dem Einfluß von nicht verwandtem lat. galla ‘kugelartiger Auswuchs, Gallapfel’ beruht wohl (über afrz. gale) ahd. galla ‘Auswuchs an Pflanzen’ (10./11. Jh.), mhd. galle ‘fehlerhafte Stelle im Gestein’, nhd. Galle ‘Auswuchs an Bäumen, Schadstelle an Pflanzen, im Acker’, das daraufhin im Sinne von ‘Geschwulst, Schaden’ mit altem Galle zusammenfällt. Dazu Gallapfel m. ‘apfelförmiger Auswuchs an Blättern von Laubbäumen’ (besonders an Eichen und Weiden), frühnhd. gal(l)öpfel (15. Jh.; vgl. mhd. eichenepele Plur.). Gallwespe f. Insekt, das seine Eier im Pflanzengewebe ablegt und dadurch die Bildung von Gallen verursacht (18. Jh.).