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gätling

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gätling m.

Bd. 4, Sp. 1493
gätling, getling, m. gesell, bursch u. ähnl., das mhd. getelinc (goth. gadiliggs u. s. w. s. unter 3 ff.), im bair. sprachgebiete noch im 15. jahrh. und wol länger gebraucht, heutzutage noch in dem namen Göttling lebend (zu dem ö s. unter gätlich 2, c); weiterbildung des gleichbedeutenden gate, s. 5. 11) von bauerburschen, aber als ehrenname; eine bauerdirne erklärt: ich ... will frölich springen und mit den gätlingen raien hin und her umb den maien (maibaum). fastn. sp. 403, 2; der gettling (gen. pl.) in den gesmirbten hosen, die kunnent mit schonen frauwen kosen. Heselloher bei Schmeller2 1, 956; im 14. jh. ebenso beim Teichner, s. lieders. 2, 476. alle drei gedichte sind im neidhartischen geschmacke, und auch Neidhart selbst nennt die dorfburschen getelinge (60, 20. 74, 1. 77, 7), vgl. dorfgetelinge (177, 9 var.), während zugleich und früher das wort von kämpfern, helden gebraucht wird, z. b. im Biterolf, in der klage, im Rolandsliede, gern auch der küene getelinc (s. mhd. wb. 1, 488a); die stolzen bauern haben sich, schon nach der ersten stelle zu urtheilen, gewiss selber den heldennamen beigelegt, den dann die dichter mehr spöttisch oder geringschätzig gemeint beibehielten, d. h. das wort erscheint da auf demselben wege, den z. b. knabe, knecht, kerl gegangen sind, s. z. b. kerl II, 2 und 7, auch unser heutiges bursche ist ja von höherem ursprunge, aus dem universitätsleben. 22) auch für gesell überhaupt erscheint es gebraucht, z. b. oberrheinisch im 14. jh. von junggesellen: ein hagestolz, (d. i.) ein getling, der âne wîp ist unt ân ê. weisth. 1, 366, und als kraftwort für mann überhaupt, eben wie kerl, z. b. in dem mhd. ein verlegen getelinc, ein verloren getelinc wb. 1, 488a. ebenso altengl. gadeling, gedeling, z. b. a berdles gadling, ein bartloser bursch, a luþer gadeling, ein böser kerl, s. Stratm. 230, auch gadling, gedling allein in schlimmem sinne wie kerl, s. Halliw. 388a. 395b, der geradezu die bedeutung vagabond ansetzt (s. dazu unter gatte II, 1, a); vgl. das ags. unter 4. 33) das älteste und zwar goth. zeugnis aber gewährt vielmehr die bed. verwandter, vetter, das griech. ἀνεψιός Col. 4, 10 ist vom Gothen mit gadiliggs übersetzt. und auch bei uns erscheint diese bed. noch bis ins 14. jh.: ahd. bei Graff 4, 143 gatulinc cossofrenus (d. i. consobrinus), katilinga parentes (d. h. vettern), katalinga contribules; ebenso alts. gaduling, und noch mhd. in der rechtssprache gadelinge eder mâge, auch mit umlaut 'consanguinei, qui nêsten (die nächsten) gedelinge vulgariter nuncupantur, s. Haltaus 582, im Sachsensp. sîn nêgeste gedeling II, 31, 1, auch in der md. übers. noch getelinc, im Deutschensp. 140 aber in mâg geändert, wonach die bed. im oberd. damals schon verloren war, während das Freiberger stadtrecht noch der nêhiste getelinc braucht, s. bei Schott 3, 155. 247, an erster stelle mit der späteren var. goteling (vgl. gätlich 2, d), bei Haltaus aber götling, noch heute in dem namen Göttling. so hatten sich im 13. jh. das hd. und das md.-nd. in zwei hauptbedeutungen des im niedergange begriffenen wortes gleichsam getheilt. 44) in den ursprüngl. stand des begriffskreises weiter vorzudringen erlaubt das alts. und ags.; im Heliand bezeichnet es einmal den landsmann, volksgenossen, im pl. wie im sg., s. besonders 5214. 5216, wo Pilatus Jesu erklärt, er sei nicht 'sein geteling' (gaduling thîn), und ihn hätten seine volksgenossen ihm ausgeliefert, âgâbun thik thîna gadulingos mi, anderseits in der zusammensetzung mit dem allgemeinen mâg die eltern, gadulingmâgos 838, also die allerweiteste und die allerengste zusammengehörigkeit zugleich. zwischen beide aber in die mitte tretend ags. gädelingas von der gefolgschaft eines helden Beow. 2950, gädeling kampfgenosse u. ä. 2618, eine bed., die gewiss auch ahd., alts. und schon goth. bestand, in der bed. verwandter mitenthalten. denn wie im ags. die kampfgenossen auch als mægas bezeichnet werden, das glied einer gefolgschaft als mæg (W. Scherer zeitschr. f. d. östr. gymn. 1869 s. 105), so musz diesz unserer vorzeit überhaupt eigen gewesen sein, denn noch mhd. klingt die vorstellung nach z. b. in der Gudrun, wenn nebst den dienstpflichtigen verwandten eines königs auch seine vasallen und mannen seine mâge heiszen 34, 3. 35, 4. 37, 2. 208, 3. 820, 3 u. ö. (s. auch Rieger zur heil. Elis. s. 391a), auch sein künne 563, 2. 1303, 3, vgl. 1461, 4, wie sonst mâge unde man; das beleuchtet zugleich weiter die vermischung von künne und künde u. ä., s. V, 2636. 2664. die erweiterung auf ein ganzes volk, wie alts., liegt ebenso vor in ags. mægð f., mægburh im Beow., eigentlich magschaft. als grundbegriff tritt aus allem heraus der der engsten zusammengehörigkeit, wie sie besonders im kampfe und vor gericht sich zeigte und ausbildete, und noch in dem gätlinge unter 1 mag das von den bair. bauern des 15. jh. nachgefühlt sein, während die mhd. verwendung von helden ein nachklang jener gefolgschaft sein wird. 55) die bildung von gätling ist wie in den sinnverwandten mâgeling, frûndeling contribulis Dief. 147c gleich mâc, friunt, wie in fremdling gleich fremder, d. h. ohne für uns erkennbaren unterschied zwischen dem einfachen und dem erweiterten worte, und wirklich scheint gate selbst schon ganz gleich getelinc gegolten zu haben; s. darüber und weiteres u. gatte, besonders II, 1, a z. b. die Dieterîches gaten, d. h. er selbst mit seinen kampfgenossen, seiner gefolgschaft, wegen der form auch ebenda III, 1 gatel.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gätlingm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gätling , getling , m. gesell, bursch u. ähnl., das mhd. getelinc ( goth. gadiliggs u. s. w. s. unter 3 ff. ), im bair. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaetling

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Ableitung von gaetling

gaet + -ling

gaetling leitet sich vom Lemma gaet ab mit Suffix -ling.

Keine Komposita gefunden — gaetling kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.