futterhemd,
n. ,
ein aus futter,
das hier ein inneres nahe der haut unter andern kleidern getragenes bekleidungsstück ausdrückt, und aus hemd,
in so fern damit im süden Deutschlands auch eine jacke, ein mannsrock bezeichnet wird, zusammengesetzes wort. s. futter II 7)
und über hemd Schmeller 2, 195.
das wort ist um das auslautende e
gekürzt; vollständig, wie es aber schon im 18.
jh. nicht mehr häufig vorkommt, lautete es futterhemde,
und so findet es sich noch z. b. bei Hederich
und dem ihm folgenden Nieremberger,
auch bei Steinbach 1, 733,
während Frisch 1, 311
b und dann Adelung futterhemd
haben. Bedeutungen: 11)
ein bis etwa auf oder auch wol knapp über die hüften reichendes hemdartiges wollenes kleidungsstück, das zunächst unter andern bekleidungsstücken getragen wird. futterhembd,
diplois, inducula, paragauda vel paragaudes, subucula. Reyher 2 F 3
c. futterhemmet,
camisciuola u. s. w. Kramer
teutsch-ital. wb. (1678) 497
a. futterhemd,
tunica interior lanea. Stieler 821.
ebenso futterhembd, wollenhembd, camisol
bei Rädlein 316
a. die angstläuse werden gewisz dem herrn im futterhembde sitzen, dasz er so unleidlich ist. Weise
Machiavell 77, =
dem herrn läszt die heimliche angst keine ruhe. als etwas in sich widersprechendes oder gar unmögliches wird unter vielen andern dingen genannt ein futterhemd von drapd'or. Picander
ernstscherzh. ged. 1 (1727), 455, 92. 22)
ein aus leinwand oder auch aus zwilch ganz wie ein hemd gemachter bis etwa über die rippen reichender kittel ohne knöpfe oder eine solche jacke, wol zunächst als hirtentracht beim zurüsten und aufstecken des futters, überhaupt beim füttern des viehes, weshalb dieses kleidungsstück auch in den Vierwaldstätten, in welchen es aber so lang, als ein gewöhnliches überhemd der fuhrleute, ist und nach vorn an dem hals einen schlitz als ausschnitt, hinten jedoch eine kleine kapuze hat, hirtenhömmli
heiszt. Stalder 1, 133
f. Tobler 207,
wo für Appenzell, in welchem canton man fueterhemp
und im dim. fueterhempli
sagt, noch bemerkt wird, dasz unter dem schlitze, durch welchen das kleidungsstück über den kopf angelegt werde, oft ein herz zierlich eingenäht sei. Auch in Westfalen kommt futterhemd
vor: das den winter durch gesponnene garn musz gewirket und dem vater zu hemden, beinkleidern und futterhemden mitgegeben werden. Möser
patriot. phant. 1, 170 (1775
s. 87).
eben so heiszt altmärkisch eine weste fudderhemd (Danneil 58
a)
und in der sprache der Wangeroger die jacke fôderhammîn
n. (Ehrentraut
fries. archiv 1, 367
b),
alles ein beweis dasz das wort durch Deutschland hin im gebrauche war und es zum theil noch heute ist.