fürfallen ,
s. vorfallen. 11)
vornhin niederfallen. hierauff liessen sie jre visier fürfallen.
Amadis 88; liesz sein visier fürfallen. 356. 368; derwegen liessen Amadis unnd Agraies jhre visier fürfallen. 419; newe schlösser zu gewelben unnd kisten, die (
deren deckel?) fürfallen mit einem schlüssel. Fischart
Garg. 193
b (1608 Z iiij
b). 22)
vorwärts fallen. 33)
hervorfallen, nach auszen hervortreten, zum hervorstehn hervortreten. furfallen,
procidere. voc. theut. 1482 i 6
b. 44)
vorkommen, vor augen oder vor die seele kommen, in die seele kommen. mit dat. der person. und wenn einer des nachts auff seinem bette rugen und schlaffen sol, fallen jm mancherley gedancken für.
Sir. 40, 5; demnach haben e. kö
n. w. als der weise leichtlich zu ermessen, das uns schwer fürfallen wolt, on göttlich schrifft und als die solcher sachen nicht gnugsam bericht und erfaren sind, ichts zu handeln oder fürzunemen. Luther 2, 218
b (
antwort der chur und fürsten zu Sachsen auf könig Heinrichs von Engelland schreiben); und er, wiewohl ihm solches schwer fürgefallen, dennoch diesem brief zu folgen gewilligt. Melanchthon
werke 6, 102. mir hat nichts liebers können fürfallen,
nihil mihi optatius contingere potuit. Henisch 986, 19,
vorher 18 »fürfallen, gerathen,
cadere.« drum sage mir, fällt dir ein ort beqvemer für, als, Dölitz, ausser dir, der zur entzückung besser dienet? Picander
ernstscherzh. ged. 108.
auch ohne dat., in so fern sich dieser hinzudenken läszt: ob sie (
die mönche) auch wol fahrten machen, in klöstern, stifften, klausen und kammern, wils doch wol schwer fürfallen, drauff übersich und gen himmel zu faren. Mathesius
leichpred. 2, 33
a.
an diese bedeutung knüpft sich die folgende allgemeinere. 55)
vorkommen, sich zutragen, sich begeben, geschehen: zum wenigsten wenn dazu gelegenheit fürfellet. Luther 1, 9
b; in merckhlichen fürfallennden sachen.
beschlusz des reichsreg. v. 1501 §. 1 (2, 92); fiel schon ein nötig handel für, sagt mans durch ein thürhüter
an. H. Sachs II (1591), 3, 88
a; wie aber die verenderung der herrschafft im 45. jar (= 1545) fürfiel, nam
m. Steude seliger seinen abschied. Mathesius
Sarepta (1562) 194
a; wie auch, so lang ich das pfarrampt gefüret, nicht einige verenderung einiger ceremonien ist fürgefallen.
ebenda; etlich exempel von fürfallenden händeln unnd geschäfften, die er oder andere practiciret hetten. Fischart
Garg. 173
b = 1608 X 1
d.
noch in dem zweiten jahrzehent des 18.
jahrh. bei Dentzler 2, 117
b fürfallen, begegnen,
accidere u. s. w. und auch bei Weismann 2, 135
b fürfallen. Hederich
teutsch-lat. lex. v. j. 1753
sp. 990
verweist auf vorfallen.
heute in dieser bedeutung z. b. wetterauisch fîrfann,
d. i. fürfalln.
mit ihr hängt dann wieder eng zusammen die folgende. 66)
vorkommen, zukommen, als leistung, thätigkeit u. s. w. zu theil werden, als sich begebend begegnen. mit dat. der person: auch was mehr not sein wird zum hause deines gottes, das dir furfelt aus zugeben, das las geben aus der kamer des königes.
Esth. 7, 20; meldung fürfelt.
Petr. 41
b. es sind ihm geschäfte fürgefallen,
concursu occupationum oppressus est. Stieler 422,
der eben so wol vorfallen
setzt.