Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
froma
Mons. Frg., Notker, Otfrid, Priestereid:
‚Nut-. – Mhd. vrum(e), vrome sw., st.m., st.f.
zen, Gewinn, Erfolg, Vorteil, Hilfe, Unter-
stützung, Glück, Seligkeit, das Gute, Vortreff-
lichkeit, Besitz, Habe, Frucht, Erntegut, aug-
mentum, auxilium, bonum, effectus, famulatus,
fortuna, fructus, municipatus, ops, patrocinium,
praemium, profectum, salus, spes, suffragium,
usus‘
‚Nutzen, Gewinn, Vorteil‘, nhd. veralt.
Fromme m. (vgl. die Wendung zu Nutz und
Frommen
‚zum Vorteil gereichen‘), schweiz.
fromm
‚Vorteil, Gewinn, Nutzen, Heil‘,
schwäb. fromme
‚Nutzen‘, bair. frum
‚Vorteil,. Aus dem Substantiv entwik-
Nutzen, Frucht‘
kelt sich seit mhd. Zeit im prädikativen Ge-
brauch das Adj. mhd. vrum(e), vrome, nhd.
fromm (vgl. die syntaktische Entwicklung des
nhd. Adj. ernst aus dem Subst. Ernst). Beim
Adj. wurde die im Grundwort liegende Bedeu-
tung des
‚Hervorstehenden, Tüchtigen‘(in
ethischer Hinsicht) im 16. Jh. u. a. durch den
Einfluß der Bibelübersetzung Luthers weiter
zurückgedrängt – Luther verwendete fromm in
religiöser Hinsicht für integer, iustus (deum co-
lens
‚gottesfürchtig‘; vgl. Dietz, Wb. zu Luthers
dt. Schriften I, 719).