Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
flisteren
‚liebkosen, fovere‘. Trotz Kluge21 210 und
Pfeifer, Et. Wb.2 361 ist das Wort nicht von
mndd. vlisteren
‚flüstern‘, nhd. flüstern (älter
flistern) und nndl. fluistern
‚dss.‘zu trennen;
auch frühnhd. (1482) flinstern (mit expressiver
Nasalierung?)
‚liebkosen, blandiri‘gehört zu
dieser Sippe (vgl. Weigand, Dt. Wb.5 I, 564;
Splett, Abrogans-Studien 323). Der ahd. Beleg,
der in der Glossengruppe palpat, fovit, blandi-
tur : irfoalod, flistirit, flehot steht, hat hier
wohl die Bed.
‚liebkosend schmeicheln‘(vgl.
Corp. Gl. Lat. VI, 465 f.: fouet: amplectitur,
blanditur), wie frühnhd. flinstern (s. o.); auch
die mndd. Belege haben oft die Nebenbed. der
Schmeichelei oder Ohrenblaserei (vgl. Lasch-
395 bifliozan – flitarazzenS396
Borchling, Mndd. Handwb. I, 1, 748; Lübben-
Walther, Mndd. Handwb. 485). Das Wort ist
im Mhd. nicht belegt; nhd. flüstern (flistern) ist
wohl wie nndl. fluisteren aus dem Ndd. ent-
lehnt.