Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)
- Anchors
- 2 in 2 Wb.
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- 1
flarre , f. mhd. vlarre und vlerre, auf ahd. flarrâ und flarriâ, oder flarâ, flariâ weisend, nhd. neben flarre, flärre, flerre auch blarre, plarre, plärre, plerre (2, 66), nach dem wechsel zwischen f und b, wie flach und blach, falz und balz; Stieler 99 schreibt neben blerre, flerre zugleich flerpe, flörpe. mehrere bedeutungen, 11) die vielleicht älteste von ejulatus, ploratus nicht aufzuweisen, doch aus dem verbum zu schlieszen, vgl. auch geblärr, geplerr. 22) rictus, os ringens, weil der heftig weinende den mund verzerrt, ein breites maul zieht. diesen sinn legt Schambach 271a dem nd. flarre ausdrücklich bei. 33) vulnus grave patens, wie die vorstellung des mundes und der wunde sich begegnet, Calderon sagt 'wunden sind münde, die nicht lügen'. die wunde reiszt das fleisch, wie der mund das gesicht auf, und die wunde verzerrt fleisch und haut, zerfetzt sie: mhd. si slahent im eine vlerren ûʒen über sîn wengel. Neidhart 167, 13; oder ër slah mir schier grôʒer vlarren vier ûʒ dëm diehe. MSH. 3, 191b; dëm slah ich tiefe vlarren ûf dën zant. 199a; Engeldie vrumt Engelmar ein vil wîte vlerren durch sîn schœneʒ wange ûf den zant. 224a. die flarre wird in oder durch die wange und aus dem fleisch geschlagen, so dasz zahn und knoche fletscht. Schmeller 1, 590 hat flarr, flärre, plärre für breite, unförmliche wunde, narbe und entzündete stelle, Stalder 1, 377 für breite wunde, derben schlag, Dähnert 122 für lange, breite narbe von schnitt oder hieb; he hat en flaar upt oog, hat einen flatsch übers auge bekommen und sieht nun schlecht. Schütze 1, 321. 44) risz überhaupt, flarre ein risz in leinwand oder zeug, so dasz fetzen und lappen niederhängen, nd. flirren un flarren, allerlei lumpen und fetzen. Schütze 1, 321, auseinander gezerrte lappen. 55) flärre ein groszes, breites stück brot oder kuchen. Stalder 1, 377, wofür man auch flatsch und fetze hört. 66) eine verschüttete, verzerrte flüssigkeit, ein breiter klecks, bei Stürenburg 45b kohflarre, kuhfladen, was die kuh fallen lassen, dahin geflerrt hat. östr. der flarn, ein breiter, weicher kleks. 77) flarr, area, areola. Schönsleder P 2a, gleichsam ein breiter platz, fleck, wie auch Stalder 2, 514 nachholt, ein altes groszes haus oder dach, welches übel unterhalten ist. wir nennen das was sich breit in den weg stellt, spreizt. unnöthigen platz einnimmt, ein geflärre, geflärr oder flarre. die anlaute von flade, flander, flans, flarre, flatsch, flatter haben ähnlichkeit und kuhflade kann mit kuhflarre ganz zusammen fallen, da nd. aus d häufig rr wird.
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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15.–20. Jh.
Neuhochdeutschflarre
Grimm (DWB, 1854–1961)
flarre , f. mhd. vlarre und vlerre, auf ahd. flarrâ und flarriâ, oder flarâ, flariâ weisend, nhd. neben flarre, flärre, …
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modern
DialektFlarref.
Westfälisches Wb.
Flarre f. [ Tek Ravensbg] (aus Rinde oder Weiden- bzw. Haselnußzweigen hergestellte) Flöte. Flahn maken ( Bie Gh ). ⟨ Fl…
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Kompositum 3
Sackgasse 2
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit flarre
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