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Fierabend

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Fierabend m.

Bd. 2, Sp. 890
Wossidia Fierabend m. Arbeitsruhe am Abend, die Zeit der Ausspannung und Sammlung, in dörflicher Gemeinschaft der stimmungsvolle Abschluß des Tages und noch mehr der Woche, wenn das Geläut der Glocke die Arbeitswoche beendet; schön erfaßt und ausgedrückt von Bri. in seinen Gedichten 'Fierabend' und 'Posteljon' 1, 111; 117; vgl.: Sonn Fierabend is sonn Ort Kinnjes För wen em recht nimmt 112. Fierabend maken die Arbeit des Tages ruhen lassen. Die Feierabendstunde regelten Vorschriften; für den Hofdienst wurde sie außer der Ernte zwischen Marien und Martini, wenn die Sonne vor 7 Uhr unterging, auf den Sonnenuntergang gelegt, in der Erntezeit wurde die Arbeitsdauer auch über Sonnenuntergang ausgedehnt Bär. Ges. 3, 1, 43; eine Rostocker Ratsverordnung von 1572 setzt den Feierabend für 'Sniddeker, Timmerlude, Murlude und Deckers' auf 6 Uhr ('na sOes schlegen') fest; das Recht auf den Feierabend spricht aus: 'Feierabend hat der liebe Gott gemacht, Arbeit nah de Sünn hat der Deuwel aufgebracht' (1891) RoRostock@GresenhorstGres; Stoßseufzer: wo doch de Tit vergeiht — will gor nich Fierabend warden Wa; nach dem Essen auf dem Felde sagte wohl ein Erntearbeiter: nu help Gott, dat 't väl schafft un bald Fierabend ward Schw; Verbindung: pensum absolvere 'Vyravent spinnen, den Wocken affspinnen' Chytr. 276; freier vom Schulschluß: dat is Fierabend jetzt sind Ferien in der Schule (1885) RoRostock@MüritzMür; vgl. Firing; übertr. auf den Weltuntergang und den Tod: 'idt wart Godt mit disser Weldt balde Fyravent maken' Gry. Paw. O 3b; 'mit der bOesen Weldt thom ende ylen unde einen gemenen fyravendt maken' Lb. 3, L 1b; dor mök he Fierabend starb er (1885) RoRostock@KühlungsbornKühl; derselbe Sinn liegt in dem Bäutspruch gegen die Raupen auf dem Kohl: Rupen, maakt Fierabend, Hüt is 't Sünnabend Bartsch 2, 458, oder kurz: Is Sünnabend, Maakt Fierabend ebda; scherzend wird das Essen als Arbeit betrachtet: wenn de Schötteln leddig sünd, hett de Mund Fierabend Bri. Volkssp. 23; nach dem Essen sagt man: nu hett de Mund Fierabend un de Noors Fastelabend Ro Rostock@KlockenhagenKlock; Ratz. Mitt. 4, 14; SchwSchwerin@SukowSuk; GüGüstrow@BützowBütz u. a. O.; Wo. V. 3, 1849; Wirtshausreim: Wenn 't Fierabend is, wenn 't Fierabend is, Denn sleiht de Buer mit 'n Büdel up 'n Disch: hoiho nah Hus! Wo. Sa.; Fierabend beiden: de Ul bütt Fierabend, wenn bis zum Einbruch der Dunkelheit gearbeitet wird (1891) GüGüstrow@BernittBern; he hett de Lüs' Fierabend baden hat sich die Haare schneiden lassen Wa; Fierabend krigen entlassen werden. Mnd. vîerâvend. Dä. 120a; Kü. 1, 460; Me. 2, 87.
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    Fierabendm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Fierabend m. Arbeitsruhe am Abend, die Zeit der Ausspannung und Sammlung, in dörflicher Gemeinschaft der stimmungsvolle …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fierabend

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von fierabend 2 Komponenten

fiera+bend

fierabend setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fierabend‑ als Erstglied (5 von 5)

Fierabendsfäuder

MeckWB

Fierabendsfäuder n. ein Kornfuder, das als letztes abends schnell und ohne Sorgfalt beladen wird Ro HohenfD ; Siev; Gü.

Fierabendsstein

MeckWB

fierabend·s·stein

Fierabendsstein m. letzter Stein des ersten Ziegelbrandes im Frühjahr, vor dem Zumauern feierlich eingelegt, auch Abendstein (1, 38) genannt…

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APA
Cotta, M. (2026). „fierabend". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fierabend/meckwb?formid=F00818
MLA
Cotta, Marcel. „fierabend". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fierabend/meckwb?formid=F00818. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „fierabend". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fierabend/meckwb?formid=F00818.
BibTeX
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