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fergn

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WWB
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Eintrag · Westfälisches Wb.

fergn V.

Bd. 2, Sp. 1013
fer-gan V. [verbr.] 1.1. (von einer Zeitspanne o.ä.) vorbeigehen, verstreichen. Bi’t Küren vergeiht de Tīt (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Wat doch de Tīt vergāt! (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). De Tîd vergêt, un me kritt nix gedån (WOEN || mehrf.). Ne ganze Stunne was dröäwer vegōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Daor sall noch wall wat Tied öwwer vergaon (WMWB). — Sprichw.: Dag vüar Dag vergäiht, bit de Leßte vüar’m Berre stäiht (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — 1.2. sich in nichts auflösen, sich verflüchtigen. Seï męn stille, et sall wuäl weïer vergn (Kr. IserlohnIsl Is). — Ra.: Upstohn, Plaß vergohn sagt man, wenn jmd. aufgestanden ist, später zurückkommt und den Platz besetzt vorfindet (Kr. BürenBür Kr. Büren@GrundsteinheimGr || mehrf.). Wa ’m arbǟin maut, vegott eäm de Fliren van sewwer (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Sprichw.: Schöünheit vergeiht, Sueliär (Schweinsleder) besteiht (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Wat de Leuwte bütt, kann vergohn; wat de Verstand meunt, dat blifft bestohn (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). — 1.3. (von einer Empfindung o.ä.) in jmdm. (nachlassen und schließlich) aufhören, (ver)schwinden. Dou kriss äinen an’nen Knick (Nacken), dat dei ’t Hören un Säien vergäit Drohung (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@RietbergRb). Dann sötti de Wiäldāge wuäl vergōn! (Kr. IserlohnIsl Dh). — 1.4.1. dahinsiechen, verkümmern; sterben. In sick vegōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). — Ra.: He vechāit äs mEt’n Snē er nimmt sehr schnell ab (Kr. SteinfurtStf Rh). He vergeht as Schnee vüör de Sunne sagt man von jmdm., der schnell abmagert und elend aussieht (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt || mehrf.). Dai vergäiht ase Schium op em Water dass. (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). He vergeit es ’n Pol Water dass. (Münsterl BAHLM). Hai es vergn at ’n Köulstrunk er hat körperlich sehr abgebaut (Kr. IserlohnIsl Is). — Sprichw.: Olls vergoit, Scheosker metsamten Loist (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 1.4.2. (von Pflanzen) verfaulen, verrotten, verwelken. Dat Graß op use Wiesche es vergaohn (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd). Deu Robben (Roggen) es öbber Winter unbännig vergoen (Lippe OESTERH). Dat Saod vergeht (WMWB). — Ra.: Unkrut vergeiht nich! jmdm. kann nichts passieren (Kr. MünsterMün Kr. Münster@St. MauritzMz || verbr.), erwidert man z.B. auf die Frage Läws Du ok noch? (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — 1.4.3. zerfallen; zugrundegehen, untergehen. Dō is kain Vergōn āne das ist sehr haltbar, nutzt sich nicht rasch ab (KKWB || mehrf.). De Welt vergeht (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Bǫ bleïwe fe dann, węnn de Welt vergäit? (Kr. IserlohnIsl Is). Riänen, as wann de Welt vergaen söll (Ennepe-Ruhr-KreisEnr HOLTHAUS). — 2. (+ sik). — 2.1. sich verlaufen, zu Fuß irgendwohin gehen und sich dabei verirren. Immer likut (geradeaus), dann kannste di gor nich vergaohn (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Un iät geschoh dann auk, dat sik use leiwe Kaiser vergenk un ganz von seïnen Luien abekam (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@BrilonBr). — 2.2. einer Sache Schaden zufügen, jmdm. Gewalt antun. Häi hett sick an dän Lüe vergaon (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Heu vergeuht sick an den, wat änne anvertriut ess (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). — 2.3. IdW.: et vergeït sek sou oder Et mott sek sou vergån Antworten auf die Frage nach dem Wohlbefinden (Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Bh).
2783 Zeichen · 92 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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    Dialekt
    fergnV.

    Westfälisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    fer-gan V. [verbr.] 1.1. (von einer Zeitspanne o.ä.) vorbeigehen, verstreichen. Bi’t Küren vergeiht de Tīt ( Stf Ar ). W…

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Wortbildung

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Zerlegung von fergan 2 Komponenten

fer+gan

fergan setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

fergan‑ als Erstglied (3 von 3)

fergangen

WWB

fer·gangen

fer-gangen [verbr.] 1. Adj. vorig, dem Genannten unmittelbar vorausgegangen. Vergangen Jr ( Unn Af ). Vergn’n Sundach ( Isl Is ). Vergange…

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Cotta, M. (2026). „fergan". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fergan/wwb?formid=G00224
MLA
Cotta, Marcel. „fergan". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fergan/wwb?formid=G00224. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „fergan". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fergan/wwb?formid=G00224.
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