färben,
ferben,
colore tingere, inficere, ahd. farawan,
praet. farawita
und farota,
mhd. verwen, verwete
und üblicher varte. Graff
stellt 3, 704 farota, fareta
richtig unter farwan,
während er 4, 246
in ganz gleichem fall für garota
einen inf. garôn
setzt, der sich so wenig als farôn
findet. o
in farota, garota
ist kein ô,
sondern aufgelöstes w,
wie in den adj. faro, garo.
nhd. weder farte
noch garte,
nur färbte, gerbte.
häufig wird färben
von bestimmenden adjectiven geleitet, oder die praepositionen mit, in
folgen. 11) haut, gesicht, haar färben: die sonne hat ihn braun, schwarz gefärbt; das alter färbt seine haare weisz; darumb wird dein fusz in der feinde blut geferbet werden und deine hunde werdens lecken.
ps. 68, 24; schon der sechzehnte frühling hatte Wilhelminens wangen mit einer höheren röthe gemahlt, ihre augen funkelnder gemacht und ihr haar schwärzer gefärbt. Thümmel
Wilh. 29; der stolzen frau färb braun und blau den kamm, der adlich ihr schwillet. Hölty; dein blut, das ich gemahnt, hat sich empört und hat die wangen dir mit scham gefärbt. Uhlands
Ernst 103. färben,
fucare, schminken. 22) zeug färben: garn, tuch roth, blau, schwarz färben; man kan das belzwerk alles verben und duot es uf das schlechtest gerben. Brant 102, 69. 33) die sonne färbt das laub grün; das saatgrün des künftigen frühlings und die rothe blätterglut des laubholzes färbten die bleiche nacht lebendiger. J. P.
Fibel 70; die krankheiten färbten mit ihren schatten sein leben etwas grau. 28; ach wir wurden alle einmal von der morgenröthe des lebens gefärbt.
Tit. 1, 127; nimt und schnitzet das holz und ferbets mit roter und weiszer farb.
weish. Sal. 13, 14. 44)
da jedes färben
die vorige farbe des gegenstands ändert, so folgt, dasz färben
immer auch ein entfärben
ist, gerade wie farbe wenden
beides das aufsteigen oder weichen der röthe ausdrückt. richtig heiszt es darum altd. wäld. 1, 148 die kornblumen sind blau und färben weisz =
entfärben sich weisz, erbleichen in der sonne. 55)
refl. die traube färbt sich,
sie reift, bekommt ihre natürliche farbe; der bart färbt sich,
wird braun; der hirsch färbet sich,
wenn er im frühling die haare verliert und andere bekommt, man darf weidmännisch nicht sagen, dasz er sich häre. Döbel 1, 18
b; das garn färbt sich schön; wie färbet sich so gelb der wald! Gökingk 3, 130; zweimal färbt sich das haar, zuerst aus dem blonden ins braune. Göthe 1, ... 66) färben,
fälschen, teuschen, beschönigen, schmücken, triegen, entstellen: nit anders dann verdeckte, geferbte wort, liegen und betriegen. Albr. von Eybe 41
a; man findt gar manchen narren ouch, der ferbet usz der gschrift den gouch. Brant 57, 2; das kan man verben und verklüegen, damit man mög dest basz betriegen. 101, 15; welches wehret wol eine zeitlang, lesset sich ferben und schmücken, aber wenn das stündlin komet, so fellet doch solch geplerr alles dahin. Luther 6, 53
a; ein bauwer, solchen
[] des mönchs geferbten verheiszungen zu viel vertrauwende. Kirchhof
wendunm. 437
a; es folget das gericht zuletzt, da sich nichts lässet färben. Otho 30; ein bessernder verweis sollt immer dank erwerben, mit unverdientem ruhm mag uns ein schmeichler färben. Hagedorn 1, 55; alles wird verschoben und gefärbt. Hippel 11, 137. 77) gefärbt, ungefärbt: alles durch eine gefärbte brille ansehen; ach du armes bette, so wirst du nicht mehr von meiner ungefärbten liebe zeugen können? Weise
kl. leute 17; ihre tugend war ungekünstelt, ungefärbt und ohne hinterlistige absichten. Wieland 7, 285; gefärbte worte,
falsche, triegerische. Pontus 18.