FECHSEN vb. mhd. vehsen.
die etymologie ist unklar. nbff. fechsnen, fessen, fessnen
mit zahlreichen schreibvar. überwiegend in quellen des bair.-öst. sprachraums, seit dem 19. jh. mdal. bezeugt. etw. einbringen, ernten, einnehmen; jmdn. gefangennehmen: 1290 vnd allen den zehent, der in den selben hof gehoͤret, .. den wir selbe vessen wellen, den .. schol er in bringen, mit sein selbes choste, vnd mit seiner arbait
corp. altdt. originalurk. 2,483 W. ⟨E14.jh.⟩ darnach patten die herren herczog Albrechten, daz er in erlaubt haim ze ziehen zu dem weinlesen. den erlaubt er also, wenn si iren wein und choren gefessent hieten, daz si denn chëmen herwider Stainreuter
öst. chr. 148 MGH. E15.jh. item, es sol kainer dem andern in dem vegsnen inner 14 tagn sein viech in den traid oder fueter slahn
öst. weist. 9,587. 16.jh. wär aber das man den dieb fieng, so soll man in bringen geen Gleiß in den thuern und soll dem lantrichter vor dem dritten tag schicken 72 ₰ und im empieten das er kom und fechsen den dieb
ebd. 9,683. 1599 dann es sich nicht wol schicket, daß einer seines nachbarn fruͤchte fechse, oder einernde A. Wagner
opus 130a. ⟨1648/58⟩ so ainer den zechent im felt außwürft, der soll disen bei schönem wetter vierzechen tag behüeten; so soll der zechetner vleiß haben, denselben auf daß ehest zu fechsnen
öst. weist. 13,26. 1662 auf den kornschnitt. schneidet, schneidet ab mit freuden, was der milde himmel gibt/ dieverguldte lebens=kron, fechsnet ietzund in die scheuren Greiffenberg
sonette 242. ⟨1745⟩ dise ausgaben seynd mit möglichster wirtschaft zu bestreiten, darbey auch mit allen fleiß dahin zu sehen, daß von den gefexneten most nichts entzogen .. werde
font. rer. austr. III 1,285. 1834 auslagen dieser art hat der zehenthold allein zu tragen. dieses findet selbst dann statt, wenn bei einem mißjahre nicht einmal so viel gefechset wird, daß davon jene kosten bestritten werden können Helfert
kirchenvermögen 2,67. 1872 fechsen, fechsenen, einfechsen, einfechsnen,
in die scheuer bringen (die feldfrüchte, den zehend u. drgl.) Schmeller/
F. bayer. wb. (1961)1,686. 1935 die völker rings, die biedern,/ sie strebten längst schon fort./ wir lieferten den brüdern/ unsern kulturexport./ was wir im schweiße fechsten,/ war andern längst verbrieft Weinheber
2,127 N./W.Katzmann