Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
fackilen
facihlit : inspicat (13. Jh.):
‚Fackeln, Kienspäne. Als Glossierung zu lat. inspicare
herstellen‘
‚einspitzen, einzacken‘wäre eigentlich spizzôn
‚(zu-)spitzen‘(s. d.) zu erwarten (vgl. Gl.
2, 767, 42: spizzot : inspicat). Steinmeyer-Sie-
vers, Ahd. Gl. III, 220, 29 nehmen daher an,
daß die Glosse zu [ferroque faces] inspicat [acu-
to]
‚[und mit dem scharfen Eisen] zackt er(Verg., Georg. I, 292) stand.
[die Fackeln] ein‘
Doch findet sich zu dieser Textstelle in Gl.
2, 628, 65 sprizalot : inspicat, das die Bedeutung
‚spalten, splittern‘, eigtl. (vgl. die Belege im
Thes. ling. lat. VII, 1, 1958)
‚Holzscheitehat (→ sprizalôn). Daher wird facihlit für
durch Einkerben oder Spalten brennbarer ma-
chen‘
fachilit (bzw. fachilū) verschrieben sein, wobei
fackilen lat. faces inspicare
‚Fackeln, Kienspänewieder-
(durch Einkerben, Spalten) herstellen‘
gibt. Sonst ist das Wort im späteren Deutschen
nicht belegt. Das mhd. Verbum vackelen, nhd.
fackeln
‚brennen wie eine Fackel‘bleibt fern
(→ fackala); hier liegt eine denominale Bildung
zu fackala
‚Fackel‘vor.