Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
fackilen sw. v.
sw. v.
facihlit: 3. sg. Gl 3,220,29 (SH a 1, Trier 31, 13. Jh.).
Die dt. Gl. steht zu inspicat. Für dieses wäre (ana-) spizzôn zu erwarten, vgl. spizzot inspicat Gl 2,767,42. Dagegen legt facihlit Anschluß an fackila (-ala, -ula) nahe. Die Wortwahl ist dann aber von inspicare allein aus kaum erklärbar. Steinm. z. St. nimmt daher an, daß die Gl. zu [ferroque faces] inspicat [acuto, Verg., G. I,292] gestanden haben könnte. Er erwägt neben der Deutung als fachilit, das zu facihlit verschrieben wurde, auch Verschreibung aus fachilū, das dann Übers. von faces wäre. Zur selben Textstelle haben die Tegernseer Vergilglossen sprizalot inspicat Gl 2,628,65. sprîzalôn gehört zu sprîzal ‘Holzsplitter, -span’ und bedeutet also ‘spalten, splittern’. Das weist auf den alten Brauch, Holzscheite, -stäbe durch Einkerben oder Spalten brennbarer zu machen, vgl.: incidit ad spici et aristarum imaginem, Serv. z. inspicat Verg., G. I,292, ferner: incidere ita ut ad instar spicarum multifidae efficiantur, Thes. VII,1, 1958 s. v. inspicare z. St., Pauly-Wiss. XII,1945,53 ff. Danach könnte fackilen Wiedergabe von faces inspicare mit der Bed. ‘Fackeln, Kienspäne (durch Einkerben, Spalten) herstellen’ sein.